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Brasilien

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Diktatur und Demokratie
Als der portugiesische Seefahrer Pedro Alvares Cabral im Jahr 1500 Brasilien für die portugiesische Krone in Besitz nahm, begann die europäische Geschichte des Landes. Etwa drei Jahrhunderte später wurde das zur Hauptstadt ernannte Rio de Janeiro Zentrum des damaligen portugiesischen Weltreichs, nachdem der König vor den Franzosen aus Portugal fliehen musste.

1822 erklärte sein Sohn Pedro I. die Unabhängigkeit Brasiliens. Als dessen Sohn Pedro II., der noch vor seiner Volljährigkeit zum Kaiser gekrönt wurde, 1888 die Sklaverei abschaffte, putschte das Militär, worauf der Kaiser ins Exil floh und den Weg frei machte für die erste Republik. Anschließend an eine Phase der "wohlwollenden Diktatur" kehrte das Land nach dem Zweiten Weltkrieg zur Demokratie zurück.

Doch schon 1964 putschte das Militär erneut. Trotz Säuberungsaktionen und Zensur bedeutete die Militärdiktatur eine Zeit des Wirtschaftsbooms. Freie Wahlen wurden erst Mitte der 1980er Jahre zugelassen. Als großes Problem für die Demokratie erwies sich die Inflation. Außerdem sorgten Bestechlichkeit, Veruntreuung und Korruption in Politikerkreisen immer wieder für Schlagzeilen.

Die eher instabile wirtschaftliche Lage änderte sich erst unter dem 2002 gewählten Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Problematisch sind nach wie vor zu schwache Parteien und Korruption, was die öffentliche Verwaltung in ihrem Handlungsspielraum einschränkt und das Vertrauen in die Politik schwächt.