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Harz
Der Brocken

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Jünger als gedacht
Der Brocken ist mit 1.142 Meter der höchste Berg im Harz. Bislang gingen Experten davon aus, dass der Berg vor rund 330 Millionen Jahren entstand. Nun haben Forscher der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen in Dresden das Gestein auf dem Brocken erneut untersucht.

Das Ergebnis: Der Brocken ist rund 40 Millionen Jahre jünger als bisher angenommen. "Die Entstehung des Brockengranits ist mit der Entstehung und dem beginnenden Zerfall des Superkontinents Pangäa in Zusammenhang zu bringen", erklärt Senckenberg-Forscher Prof. Dr. Ulf Linnemann, "und nicht etwa mit gebirgsbildenden Prozessen, wie dies bei Graniten in den Alpen oder dem Himalaya häufig der Fall war." Demnach ist der Brocken erst 293 Millionen Jahre alt.

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Der Harz
Seinen Namen verdankt der Harz den Haruden - einem germanischen Volksstamm, der hier in grauer Vorzeit siedelte. Besser zu datieren ist die Entstehung vieler Harzorte mit der Endung "-rode": Sie gehen auf die Mitte des 9. Jahrhunderts zurück. Woher deren Gründer kamen, ist dennoch unbekannt.

Auch damals schon war der Harz etwa 110 Kilometer lang und 30 bis 40 Kilometer breit. Das Mittelgebirge gliedert sich in den niedrigeren Unterharz im Südosten, mit Gipfelhöhen bis zu 400 Metern, sowie den Oberharz im Nordosten, dessen Höhenzüge bis zu 800 Meter erreichen. Höchste Erhebung ist der Brocken, mit 1.142 Metern.

Der Harz ist ein Schollengebirge, das nach Westen und Nordosten steil abfällt und nach Süden allmählich abflacht. Das Gebirge wird von mehreren tiefen Tälern durchschnitten. Rund um das Gebirge liegt das ausgedehnte Harzvorland.

Berühmt ist der Nationalpark Harz, der 2006 als erster länderübergreifender Nationalpark Deutschlands aus den beiden Nationalparks Harz (Niedersachsen) und Hochharz (Sachsen-Anhalt) zusammenwuchs. Die Harzer Schmalspurbahn, eine beliebte Touristenattraktion, erschließt den Unterharz und verbindet Wernigerode, Nordhausen, Quedlinburg und den Brocken miteinander.

Typisch ist der Harzer Nebel, was mit der Höhenlage und der hohen Niederschlagsneigung zusammenhängt. Bekanntestes Getränk ist deshalb der Schierker Feuerstein, ein Kräuterlikör.

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Funkturm Brocken
Schon 1935 gelang unter Einsatz eines mobilen Senders die erste Fernsehübertragung vom Brocken. Seitdem wurde der Berg die Elektronik nicht mehr los. Zwischen 1936 und 1937 entstand der erste, mit Antenne 95 Meter hohe Fernsehturm. Lediglich der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 verhinderte die regelmäßige Ausstrahlung von Programmen.

Ab 1961 baute der sowjetische Militärgeheimdienst GRU den Brockengipfel für Zwecke der "elektronischen Aufklärung" aus. Auf dem Gipfel standen bald zwei riesige Abhöranlagen nebeneinander: die GRU-Anlage unter dem Decknamen Jenissej, und später das Objekt Urian der Hauptabteilung III des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit.

Obwohl ab August 1961 für normale Besucher grundsätzlich unzugänglich, diente das Brockenplateau weiterhin als Plattform auch für nichtmilitärische Elektronik.

1973 bauten DDR-Techniker einen neuen, nun 123 Meter hohen Sendeturm. Dem Brocken verdankten Millionen Alt-Bundesbürger die Gelegenheit, DDR-Rundfunk und -Fernsehen, so sie denn wollten, zu empfangen. Auch heute ist der Brocken Elektronik-Standort: Besonders UKW-Hörfunk-, aber ebenso DVB-T-Fernsehsignale, werden vom Brocken aus übertragen.