Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zum Thema

China

Infobox

"Riesengroße Lücke"
Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 5,879 Billionen Dollar lag China 2010 an zweiter Stelle im internationalen Vergleich der stärksten Wirtschaftsnationen. Spitzenreiter sind die USA; an dritter und vierter Stelle folgen Japan und Deutschland.

Setzt man das BIP allerdings ins Verhältnis zur Einwohnerzahl, rutscht China im internationalen Vergleich auf die hinteren Plätze. Laut Internationalem Währungsfond lag das chinesische BIP pro Kopf bei knapp 3.700 Dollar. Mehr als ein Zehntel der Chinesen lebt unterhalb der Armutsgrenze.

"Chinas Wirtschaftskraft ist auf dem Niveau eines Entwicklungslandes", sagt Yao Jian, Sprecher des Handelsministeriums in Peking. Die Qualität des Wirtschaftswachstums müsse weiter verbessert werden, so Yao: dies gelte für die Lebensqualität der Menschen, für Wissenschaft, Technologie und Umweltschutz.

Führend im Pro-Kopf-Vergleich der Einkommen sind Luxemburg, Norwegen, Katar und die Schweiz. Deutschland schafft es mit rund 41.000 Dollar pro Kopf auf Platz 16. China liegt, noch hinter Jordanien und Albanien, auf Platz 99. "Wir müssen noch eine riesengroße Lücke schließen", meint Yao Jian.

Infobox

Opfer des Energiedursts
Nirgendwo auf der Welt leben Bergleute so gefährlich wie in China. Wegen schlechter Ausstattung, fehlender Ausbildung und veralteter Technik sterben pro Jahr rund achttausend chinesische Kumpel in Bergwerken.

Laut China Labour Bulletin, einer Menschenrechts- und Arbeitsrechtorganisation, sind es sogar zwanzigtausend. "Der Hintergrund für diesen endlosen Katalog von Katastrophen und Tod", schreibt die staatliche Zeitung Daily Mirror, "ist ein Land, das nach Energie dürstet, um den Appetit seines wirtschaftlichen Motors zu stillen."