Alte Bräuche, neue Hoffnung
Von den Höhen des Zittauer Gebirges bis ins Tiefland nördlich von Cottbus erstreckt sich die Lausitz. Wer die Gegend bereist, erlebt einen Landstrich voller Gegensätze.Ein lauschiges Plätzchen ist die Lausche nicht gerade: Wer nach dem anstrengenden Aufstieg über weite Serpentinen die schützenden Buchenwälder verlässt und die offene Gipfelfläche des Berges betritt, dem pfeift kräftig der Wind um die Ohren. Immerhin, die Aussicht vom höchsten Punkt der Lausitz, 793 Meter über Normalnull, ist phänomenal: Fast rundherum öffnet sich bei gutem Wetter der Blick - auf hügelige Vulkanlandschaften und die Berge Nordböhmens im Süden, gen Norden auf die Hügellandschaft der Oberlausitz.
Dobry dźeń!
Zwischen den Hügeln liegen kleine und größere Ortschaften, aus deren Zentrum stets ein Kirchturm ragt. Viele der Häuser drumherum sind auf typische Weise erbaut: als Umgebindehäuser, eine Kombination aus Fachwerk, Blockbau- und Massivbauweise, bei der ein hölzernes Stützensystem um das Erdgeschoss die Last von Obergeschoss und Dach trägt. Typisch für die Lausitz sind auch zweisprachige Schilder und ein gelegentliches "Dobry dźeń!" (Obersorbisch für "Guten Tag") auf den Straßen: Im 8. Jahrhunderten siedelten slawische Stämme in der Gegend. Deren Nachkommen, die Sorben, prägen bis heute mit ihrer Kultur und Sprache das Bild der Region.
Sumpfige Wiesen
Aus dem Slawischen stammt auch der Name Lausitz: Vermutlich im elften Jahrhundert geprägt, leitet er sich ab von luzicy - das bedeutet etwa "sumpfige Wiesen" oder "niedriges Sumpfland". Dass dieser Name seine Berechtigung hat, wird nördlich von Bautzen, der inoffiziellen Hauptstadt der Sorben, deutlich: In der Oberlausitzer Teich- und Heidelandschaft wechseln Trockenflächen mit vernässten und vermoorten Flächen; dazwischen liegen mehr als dreihundert künstlich angelegte Teiche, die der Gegend den Spitznamen Teichlausitz gaben.
Handwerkskünste und Fischotter
Rund um diese jahrhundertealte Kulturlandschaft gibt es Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben scheint, wo sorbische Bräuche abseits der wohl bekannten Folklore sowie alte Handwerkskünste gepflegt werden. Auch für Naturliebhaber ist die Gegend interessant: Mehr als dreißigtausend Hektar umfasst das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Mehrere Orchideenarten, allerlei Moorgewächse sowie seltene Gräser und Kräuter gedeihen hier. Zahlreich vertreten sind auch Brutvögel und Fledermäuse, und der in Deutschland selten gewordene Fischotter ist in der Teichlausitz zu Hause.
Rückzugsort für viele Pflanzen und Tiere sind die Teiche der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft - zum Beispiel der Ochsenteich nahe dem Ort Lieske. (Bild: Ghosttexter, Lizenz: Creative Commons)
Den krassen Gegensatz zur saftigen, grünen Natur erlebt, wer von der Teichlausitz weiter gen Norden reist, in die Mondlandschaften des Lausitzer Braunkohlereviers. Wo die Oberlausitz in die Niederlausitz übergeht, zeugen schwarze Schluchten und baumlose Sandgebirge von der rund 130jährigen Geschichte der Kohleförderung in der Region. Die meisten Tagebaue wurden mit der Wiedervereinigung stillgelegt. Lediglich vier Gruben sind derzeit aktiv. 2009 förderten sie 55,7 Millionen Tonnen Kohle - fast ein Drittel der gesamten Abbaumenge in Deutschland...
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Die Lausitz...
ist ein rund elftausend Quadratkilometer großes Gebiet im Südosten Brandenburgs und im Osten Sachsens; die Gebiete östlich der Neiße gehören heute zu Polen. Den Namen Lausitz führte ursprünglich lediglich der nördliche Teil, die heutige Niederlausitz, die im 10. Jahrhundert als Mark Lausitz beim Zerfall der Sächsischen Ostmark entstand.
Das Gebiet südlich davon, die heutige Oberlausitz, gehörte zunächst zur Mark Meißen, hieß später Land Budissin (nach der Stadt Bautzen) und ab 1346 auch Sechsstädteland. Der Name Oberlausitz tauchte erstmals im 15. Jahrhundert in Kanzleiakten des Ungarnkönigs Matthias Corvinus auf, war also zunächst eine Bezeichnung von außen. Es sollte noch ein halbes Jahrhundert vergehen, bis auch die Oberlausitzer ihre Heimat so nannten.
Die Grenze zwischen Niederlausitz und Oberlausitz verläuft heute quer durchs Lausitzer Seenland und durchs Braunkohlerevier, etwa entlang einer gedachten Linie zwischen den Orten Lauta, Hoyerswerda und Weißwasser. Südlich davon erstrecken sich die für die Oberlausitz typischen Hügel- und Heidelandschaften; im Norden breitet sich das Tiefland aus. Unterschiede gibt es auch in der Sprache: Die Niederlausitzer Mundart ist dem Berlinerischen näher als den weiter südlich gesprochenen obersächsischen Mundarten. Und die Sorben der Niederlausitz verständigen sich untereinander in Niedersorbisch, während in der Oberlausitz Obersorbisch gesprochen wird.
Etwa 1,4 Millionen Menschen leben heute in der Lausitz. Zentren sind Cottbus für die Niederlausitz und Görlitz sowie Bautzen für die Oberlausitz. Braunkohleabbau und Energiegewinnung bestimmen die Wirtschaft der Region; doch auch als Urlaubsziel und als Herkunftsort von Lebensmitteln (zum Beispiel Gurken oder Senf) ist die Region bekannt.
ist ein rund elftausend Quadratkilometer großes Gebiet im Südosten Brandenburgs und im Osten Sachsens; die Gebiete östlich der Neiße gehören heute zu Polen. Den Namen Lausitz führte ursprünglich lediglich der nördliche Teil, die heutige Niederlausitz, die im 10. Jahrhundert als Mark Lausitz beim Zerfall der Sächsischen Ostmark entstand.
Das Gebiet südlich davon, die heutige Oberlausitz, gehörte zunächst zur Mark Meißen, hieß später Land Budissin (nach der Stadt Bautzen) und ab 1346 auch Sechsstädteland. Der Name Oberlausitz tauchte erstmals im 15. Jahrhundert in Kanzleiakten des Ungarnkönigs Matthias Corvinus auf, war also zunächst eine Bezeichnung von außen. Es sollte noch ein halbes Jahrhundert vergehen, bis auch die Oberlausitzer ihre Heimat so nannten.
Die Grenze zwischen Niederlausitz und Oberlausitz verläuft heute quer durchs Lausitzer Seenland und durchs Braunkohlerevier, etwa entlang einer gedachten Linie zwischen den Orten Lauta, Hoyerswerda und Weißwasser. Südlich davon erstrecken sich die für die Oberlausitz typischen Hügel- und Heidelandschaften; im Norden breitet sich das Tiefland aus. Unterschiede gibt es auch in der Sprache: Die Niederlausitzer Mundart ist dem Berlinerischen näher als den weiter südlich gesprochenen obersächsischen Mundarten. Und die Sorben der Niederlausitz verständigen sich untereinander in Niedersorbisch, während in der Oberlausitz Obersorbisch gesprochen wird.
Etwa 1,4 Millionen Menschen leben heute in der Lausitz. Zentren sind Cottbus für die Niederlausitz und Görlitz sowie Bautzen für die Oberlausitz. Braunkohleabbau und Energiegewinnung bestimmen die Wirtschaft der Region; doch auch als Urlaubsziel und als Herkunftsort von Lebensmitteln (zum Beispiel Gurken oder Senf) ist die Region bekannt.



