Kleinod im Atlantik
All jene, die nur Sonne, Strand und Party suchen, werden enttäuscht: Madeira ist und bleibt Mekka für Wanderer und Naturliebhaber, die die schöne Insel von der ursprünglichen Seite erleben wollen.Schon früh galt Madeira als exklusiver Erholungsort berühmter Europäer und gekrönter Häupter: Napoleon machte auf seinem Weg nach St. Helena dort einen Zwischenstopp. Winston Churchill entspannte sich hier beim Malen. Und auf Anraten ihres Schwagers, Erzherzog Max, wählte die junge österreichische Kaiserin Sissi die Insel zum Kurort.
Tanz und Spaziergänge
Zwar war die Kur nicht besonders erfolgreich, wahrscheinlich, weil die gesundheitlichen Probleme, ein vorgeschobenes Lungenleiden, nicht physischer, sondern eher psychischer Natur waren - doch fernab strenger höfischer Etikette fühlte sich die Kaiserin auf der Insel höchst behaglich. Landschaft und mildes Klima gefielen ihr. Die Zeit soll sie sich mit Tanzen und ausgedehnten Spaziergängen vertrieben haben. Auch lernte sie auf Madeira das unverwechselbare Aroma der Weine mit dem Namen der Insel kennen.
Afrikanische Breite, englische Gärten
Vom Mutterland Portugal ist Madeira rund 900 Kilometer entfernt, also weiter als von Afrika, zu dem die Distanz "nur" etwa 600 Kilometer beträgt und mit dessen Wüstenstädten Marrakesch und Tripolis die kleine Insel sich einen Breitengrad teilt. Vulkanischen Ursprungs, und ohne weite Sandstrände, ist Madeira seit jeher Urlaubsziel für Individualisten. Mildes Klima, subtropische Vegetation und die seit dem 18. Jahrhundert von den Briten geprägte Gartenkultur haben die Insel vor allem bei Naturliebhabern zum bevorzugten Ausflugsziel gemacht - und Madeira den Namen "Blumeninsel im Atlantik" verschafft.
Der Bual ist ein 'leichter' Madeirawein, der sich gut als Dessertwein eignet.
Auch Holz - wie die deutsche Übersetzung des Namens der Insel lautet - ist auf Madeira in Mengen vorhanden. Den Namen Madeira verliehen der Insel der Legende nach ihre "Entdecker" João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira: Die zwei jungen Seefahrer waren von Heinrich dem Seefahrer, jüngster Sohn des portugiesischen Königs Joao I., ausgesandt, um Neuigkeiten über die afrikanische Westküste zu erfahren - der Wind aber trieb sie ab und sie landeten 1418 auf einer Insel, die sie Porto Santo tauften.
Vom Kurs abgekommen
Ein Jahr später fanden sie schließlich die größere Nachbarinsel. Abermals hatte ein Sturm die Seefahrer vom Kurs abgebracht, um sie diesmal in der Bucht von Machico stranden zu lassen. Madeira und Porto Santo bilden heute gemeinsam mit den zwei unbewohnten Inselgruppen Ilhas Desertas und Ilhas Selvagens jenen Archipel, der als autonome Provinz Madeira bezeichnet wird...
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Infobox
Milde Witterung und reichhaltiger Boden begünstigen den flächendeckenden Weinanbau auf der Insel. Seit dem 17. Jahrhundert wurde Madeira zum regelmäßigen Weinlieferanten Amerikas. Damit der Wein auf der langen Reise, wo er hohen Temperaturen ausgesetzt war, nicht verdarb, setzte man ihm Brandy zwecks Konservierung zu.
Durch Erhitzen der Weinfässer gelang es zudem, den Wein nicht nur haltbarer, sondern auch schmackhafter zu machen. Diese Behandlung, die im Portugiesischen den Namen Estufagern trägt, verleiht dem mittlerweile weltbekannten Madeirawein sein einzigartiges, gebranntes Aroma.
Der Wein wird über die Dauer von ungefähr sechs Monaten in so genannten Estufas auf 45 Grad Celsius erhitzt. Die Lagerung in Eichenholzfässern verleiht dem Madeirawein ein Bouquet, das als eines der feinsten und rarsten der Welt gilt. Bekannteste Art des Madeiraweins ist die Malvasia-Traube oder Malmsey, die ursprüngliche Sorte. Sie liefert den vollsten Wein. Dickflüssig und süß eignet er sich vor allem zum Dessertwein, ebenso wie der nicht ganz so füllige Bual.
Verdelho und Sercial ergeben eher feinere und weichere Weine und gelten daher als Aperitiv. Am 10. Mai 1997 erlangte eine Flasche Madeirawein weltweite Berühmtheit, als sie im New Yorker Auktionshaus Sotheby's für rund 22.000 Dollar versteigert wurde. Es handelte sich um eine Flasche aus dem Besitz des ehemaligen US-Präsidenten Thomas Jefferson.
Durch Erhitzen der Weinfässer gelang es zudem, den Wein nicht nur haltbarer, sondern auch schmackhafter zu machen. Diese Behandlung, die im Portugiesischen den Namen Estufagern trägt, verleiht dem mittlerweile weltbekannten Madeirawein sein einzigartiges, gebranntes Aroma.
Der Wein wird über die Dauer von ungefähr sechs Monaten in so genannten Estufas auf 45 Grad Celsius erhitzt. Die Lagerung in Eichenholzfässern verleiht dem Madeirawein ein Bouquet, das als eines der feinsten und rarsten der Welt gilt. Bekannteste Art des Madeiraweins ist die Malvasia-Traube oder Malmsey, die ursprüngliche Sorte. Sie liefert den vollsten Wein. Dickflüssig und süß eignet er sich vor allem zum Dessertwein, ebenso wie der nicht ganz so füllige Bual.
Verdelho und Sercial ergeben eher feinere und weichere Weine und gelten daher als Aperitiv. Am 10. Mai 1997 erlangte eine Flasche Madeirawein weltweite Berühmtheit, als sie im New Yorker Auktionshaus Sotheby's für rund 22.000 Dollar versteigert wurde. Es handelte sich um eine Flasche aus dem Besitz des ehemaligen US-Präsidenten Thomas Jefferson.


