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Milde Witterung und reichhaltiger Boden begünstigen den flächendeckenden Weinanbau auf der Insel. Seit dem 17. Jahrhundert wurde Madeira zum regelmäßigen Weinlieferanten Amerikas. Damit der Wein auf der langen Reise, wo er hohen Temperaturen ausgesetzt war, nicht verdarb, setzte man ihm Brandy zwecks Konservierung zu.

Durch Erhitzen der Weinfässer gelang es zudem, den Wein nicht nur haltbarer, sondern auch schmackhafter zu machen. Diese Behandlung, die im Portugiesischen den Namen Estufagern trägt, verleiht dem mittlerweile weltbekannten Madeirawein sein einzigartiges, gebranntes Aroma.

Der Wein wird über die Dauer von ungefähr sechs Monaten in so genannten Estufas auf 45 Grad Celsius erhitzt. Die Lagerung in Eichenholzfässern verleiht dem Madeirawein ein Bouquet, das als eines der feinsten und rarsten der Welt gilt. Bekannteste Art des Madeiraweins ist die Malvasia-Traube oder Malmsey, die ursprüngliche Sorte. Sie liefert den vollsten Wein. Dickflüssig und süß eignet er sich vor allem zum Dessertwein, ebenso wie der nicht ganz so füllige Bual.

Verdelho und Sercial ergeben eher feinere und weichere Weine und gelten daher als Aperitiv. Am 10. Mai 1997 erlangte eine Flasche Madeirawein weltweite Berühmtheit, als sie im New Yorker Auktionshaus Sotheby's für rund 22.000 Dollar versteigert wurde. Es handelte sich um eine Flasche aus dem Besitz des ehemaligen US-Präsidenten Thomas Jefferson.