Ort der Inspiration
Im Winter des Jahres 1838 besuchten Frédéric Chopin und George Sand Mallorca. Trotz Unstimmigkeiten mit den Inselbewohnern - der Magie des Eilands konnten sich die frühen Touristen nicht entziehen.Begeistert war George Sand anfangs von der Zauberinsel Mallorca. Doch schlechtes Wetter und die Distanz der Einheimischen verärgerten sie. Nach 98 Tagen verließen Sand und ihre Begleiter die Insel.
So sieht George Sand alias Amantine Aurore Lucile Dupin (1804 bis 1876), die "Frau im Frack", Mallorca. Die berühmte französische Schriftstellerin setzte sich unter ihrem männlichen Pseudonym für die Emanzipation der Frauen ein. Sie kämpfte für die Freiheit und Gleichheit aller Menschen, brach Traditionen auf und lebte nach ihren eigenen Idealen.
Ein Winter auf Mallorca
In ihrem immensen literarischen Werk hinterließ sie auch einen Reisebericht über die Baleareninsel: Ergebnis eines Besuchs auf Mallorca im Winter der Jahre 1838/39, lange bevor es von Touristenschwärmen entdeckt war. Und George Sand, die auch für ihre wechselnden Beziehungen zu Literaten und Musikern ihrer Zeit bekannt ist, kam nicht allein. Zusammen mit ihrem Geliebten, dem polnischen Komponisten Frédéric Chopin (1810 bis 1849), und zwei Kindern aus erster Ehe setzt sie ihren Fuß im November 1838 auf Mallorca. Ihrem seit langem schon an rheumatischen Beschwerden leidenden Sohn Maurice will sie einen milderen Winter als den heimischen verschaffen. Der scheinbar von Schwindsucht geplagte Chopin sucht Erholung.
Regen und Unverständnis
Die Reisegesellschaft wählt die damals abenteuerliche und anstrengende Reise nach Mallorca auf Empfehlung von "Leuten, die sich einbildeten, Klima und Verhältnisse auf der Insel gut zu kennen", wie George Sand schreibt. Denn alles andere als erholsam wird der Aufenthalt, als die winterlichen Regenfälle einsetzen. Zudem ist der Kontakt zwischen den Bewohnern und den ausländischen Gästen der Insel nicht gerade herzlich. George Sand gelingt es nicht, von ihrer Position der freigeistigen Intellektuellen aus auf die Mentalität der Einheimischen einzugehen.
Wilde Ehe kritisch beäugt
Die Insulaner ihrerseits beäugen die Fremden ängstlich und sind dem in wilder Ehe lebenden Paar wenig gewogen. So schildert es George Sand in ihrem Roman. Dennoch genießen sie und ihre Kinder in den hundert Tagen ihres Aufenthaltes das besondere Ambiente ihrer Unterkunft sowie die landschaftliche Schönheit und die tiefe Stille Mallorcas: Untergebracht sind sie im säkularisierten Kartäuserkloster Sa Cartoixa von Valldemosa, wo George Sand die Nächte durchschreibt und Chopin an seinem Klavier komponiert.
In Vergessenheit geraten
Als sich Chopins Verfassung verschlechtert und der Aufenthalt zur Zerreißprobe für die Beziehung wird, besteigen Sand und Chopin im Februar 1839 den Dampfer zur Rückfahrt. Auch wenn sich die damaligen Insulaner über den Aufenthalt des Paares nicht sonderlich freuten, so würdigen ihn deren Nachkommen um so mehr, denn das Paar machte Valldemosa zu einem gut verdienenden und zum wohl meistbesuchten Dorf der Insel. Und deshalb verwundert es nicht, dass andere erwähnenswerte Persönlichkeiten des Dorfes Valldemosa - Einheimische wie auch Besucher - ganz in Vergessenheit geraten oder nur sehr beiläufig in Reiseführern erwähnt sind.
Mallorquinischer Mäzen
Unweit der Kartause befindet sich der Palau del Rey Sancho, einst ein primitives Klostergebäude. Die einflussreiche Familie Juan Sureda Bimets residierte in diesem Haus. Juan Sureda Bimet (1873 bis 1947), ein kultur- und kunstbegeisterter Mann, bot nationalen wie ausländischen Schriftstellern, Malern, Musikern aber auch Politikern das Heim seiner Familie als Herberge an. Durch sein Mäzenatentum fanden sich viele berühmte Persönlichkeiten, beispielsweise der nikaraguanische Schriftsteller Rubén Darío (1867 bis 1916), der Baske Miguel de Unamuno (1864 bis 1936), ebenfalls Schriftsteller, und Santiago Rusiñol (1861 bis 1931), Maler und Schriftsteller, auf der Insel ein.
Porträts und Reflexionen
Die Ehefrau Suredas, Pilar Montaner Maturana (1876 bis 1961), eine bemerkenswerte Malerin, porträtierte einige der Gäste. Die wiederum reflektierten ihre oft mehrmonatigen Besuche in Werken, die der Insel und ihren Bewohnern gewidmet waren. So bezieht sich Darío in der Erzählung Das Gold Mallorcas (1914) neben dem Aufenthalt Sands und Chopins auch auf das unermüdliche Schaffen Pilar Montaners...
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Steckbrief Mallorca
Mit rund 3.620 Quadratkilometern Fläche ist Mallorca die größte Insel der Balearengruppe, zu der insgesamt 151 Inseln gehören. Die meisten von ihnen sind allerdings sehr klein und unbewohnt. Zu den größeren Baleareninseln zählen Menorca, Ibiza und Formentera. Von Ost nach West misst Mallorca 98 Kilometer, von Nord nach Süd sind es maximal 78 Kilometer. Die Insel ist etwa 250 Kilometer vom spanischen Festland und rund 300 Kilometer vom afrikanischen Kontinent entfernt. Es herrscht gemäßigtes und subtropisches Klima.
Mit etwas mehr als 800.000 Einwohnern hat Mallorca eine recht geringe Bevölkerungsdichte, ein Großteil der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Palma de Mallorca und in den größeren Städten. Das Landschaftsbild der Mittelmeerinsel ist vielfältig: Die Küstenlinie mit einer Länge von über 550 Kilometern umfasst sowohl flache Sandstrände, große Buchten als auch schroffe Felsenküsten.
Der bedeutendste Gebirgszug ist die Serra de Tramuntana. Sie erstreckt sich über eine Länge von rund neunzig Kilometer über fast ein Viertel der Inselfläche, vom Westen über den gesamten Nordwesten. Mit ihren rauen Felshängen und stark bewaldeten Bergen prägt sie entscheidend das Erscheinungsbild der Insel. Höchste Erhebung des Gebirges ist der Puig Major; mit 1.445 Metern ist er zugleich der höchste Berg Mallorcas.
Im Osten der Insel findet man die wesentlich niedrigere Hügelkette Serres de Llevant, deren höchster Berg Puig Morei rund 562 Meter erreicht. Hier gibt es einige schöne Natursteinhöhlen, darunter die berühmten Höhlen von Artà. Zwischen den beiden Höhenzügen liegt das Herzstück der Insel, Es Plá, Mallorcas große Ebene, die landwirtschaftlich intensiv genutzt wird. Die "Kornkammer Mallorcas" liefert Oliven, Mandeln, Wein, Reis, Kartoffeln, Getreide und diverses Gemüse.
Mallorcas Flora umfasst eine reiche Vielfalt von bis zu 1.500 Arten. Typisch mediterrane Pflanzen wie Palmen, Hartholzgewächse, Sukkulenten, Steineichen und Kiefern prägen das Landschaftsbild wie auch Zitronen-, Feigen- und Olivenplantagen oder die blühenden Mandelhaine. Weniger artenreich ist dagegen die Fauna Mallorcas. Außer verwilderter Hausziegen gibt es in den Bergen kaum Säugetiere. Ein Umstand, der vielen Vogel- und Insektenarten zugute kommt.
Mit rund 3.620 Quadratkilometern Fläche ist Mallorca die größte Insel der Balearengruppe, zu der insgesamt 151 Inseln gehören. Die meisten von ihnen sind allerdings sehr klein und unbewohnt. Zu den größeren Baleareninseln zählen Menorca, Ibiza und Formentera. Von Ost nach West misst Mallorca 98 Kilometer, von Nord nach Süd sind es maximal 78 Kilometer. Die Insel ist etwa 250 Kilometer vom spanischen Festland und rund 300 Kilometer vom afrikanischen Kontinent entfernt. Es herrscht gemäßigtes und subtropisches Klima.
Mit etwas mehr als 800.000 Einwohnern hat Mallorca eine recht geringe Bevölkerungsdichte, ein Großteil der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Palma de Mallorca und in den größeren Städten. Das Landschaftsbild der Mittelmeerinsel ist vielfältig: Die Küstenlinie mit einer Länge von über 550 Kilometern umfasst sowohl flache Sandstrände, große Buchten als auch schroffe Felsenküsten.
Der bedeutendste Gebirgszug ist die Serra de Tramuntana. Sie erstreckt sich über eine Länge von rund neunzig Kilometer über fast ein Viertel der Inselfläche, vom Westen über den gesamten Nordwesten. Mit ihren rauen Felshängen und stark bewaldeten Bergen prägt sie entscheidend das Erscheinungsbild der Insel. Höchste Erhebung des Gebirges ist der Puig Major; mit 1.445 Metern ist er zugleich der höchste Berg Mallorcas.
Im Osten der Insel findet man die wesentlich niedrigere Hügelkette Serres de Llevant, deren höchster Berg Puig Morei rund 562 Meter erreicht. Hier gibt es einige schöne Natursteinhöhlen, darunter die berühmten Höhlen von Artà. Zwischen den beiden Höhenzügen liegt das Herzstück der Insel, Es Plá, Mallorcas große Ebene, die landwirtschaftlich intensiv genutzt wird. Die "Kornkammer Mallorcas" liefert Oliven, Mandeln, Wein, Reis, Kartoffeln, Getreide und diverses Gemüse.
Mallorcas Flora umfasst eine reiche Vielfalt von bis zu 1.500 Arten. Typisch mediterrane Pflanzen wie Palmen, Hartholzgewächse, Sukkulenten, Steineichen und Kiefern prägen das Landschaftsbild wie auch Zitronen-, Feigen- und Olivenplantagen oder die blühenden Mandelhaine. Weniger artenreich ist dagegen die Fauna Mallorcas. Außer verwilderter Hausziegen gibt es in den Bergen kaum Säugetiere. Ein Umstand, der vielen Vogel- und Insektenarten zugute kommt.
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Jacobo Sureda
Jaime Felipe Sureda Montaner, genannt Jacobo, wird 1901 als eines von 11 Kindern der Familie Sureda Bimets in Valldemosa geboren und stirbt 1935 in Génova. Sein Leben lang leidet er an einer Lungenkrankheit; gesundheitliche Gründe zwingen ihn immer wieder, die Insel für Sanatorienbesuche zu verlassen.
So begibt er sich 1922 nach St. Blasien in den Schwarzwald, wo er seinen Gedichtband El Prestidigitador de los cinco sentidos (Der Jongleur der fünf Sinne) 1926 drucken lässt. 1985 erscheint in Palma de Mallorca die zweite Auflage.
Jaime Felipe Sureda Montaner, genannt Jacobo, wird 1901 als eines von 11 Kindern der Familie Sureda Bimets in Valldemosa geboren und stirbt 1935 in Génova. Sein Leben lang leidet er an einer Lungenkrankheit; gesundheitliche Gründe zwingen ihn immer wieder, die Insel für Sanatorienbesuche zu verlassen.
So begibt er sich 1922 nach St. Blasien in den Schwarzwald, wo er seinen Gedichtband El Prestidigitador de los cinco sentidos (Der Jongleur der fünf Sinne) 1926 drucken lässt. 1985 erscheint in Palma de Mallorca die zweite Auflage.



