Maoritanga
Der Klimawandel bildet für viele Staaten der Erde das Problem der Zukunft. In Neuseeland ist man sich dieser Tatsache offenbar schon länger bewusst: In God´s own country sind über zehn Prozent der Landesoberfläche Naturschutzgebiete. Mehr als fünfundsiebzig Prozent des Elektrizitätsbedarfs werden durch erneuerbare Energien gedeckt.Ausgeprägtes Naturbewusstsein
Es überrascht kaum, dass Neuseeland jüngst den weltweiten Umweltschutzvergleich der US-Universitäten Yale und Columbia gewann. Viele Beobachter halten den interkulturellen Kontakt der Weißen mit den Ureinwohnern - dem "Naturvolk" der Maori - für einen Grund des neuseeländischen Umweltbewusstseins. Wie kam es zum verständnisvollen Miteinander in Gegenwart und jüngster Vergangenheit?
Relativiertes Bild
Blickt man auf die Geschichte Neuseelands, relativiert sich das positive Bild etwas. Wie so oft wurden die Ureinwohner von den weißen Kolonisatoren lange Zeit unterdrückt. Die Invasion jedoch verlief vergleichsweise gemäßigt. Eine mögliche Ursache ist die geringe Zeitspanne, die zwischen der Besiedlung Neuseelands durch die Maori und durch die Weißen liegt.
"Wikinger des Ostens"
Vorfahren der Ureinwohner waren Polynesier aus Ostasien, welche den pazifischen Raum bereits vor dreitausend Jahren besiedelten. Bis heute ist umstritten, wann genau die "Wikinger des Ostens" mit ihren bis zu 25 Meter langen Kanus die entlegeneren Teile, wie Hawaii, die Osterinseln oder eben Neuseeland, ersegelten und erpaddelten.
Für Europa
Als sicher gilt, dass die Ahnen der Maori Neuseeland frühestens im 10. Jahrhundert betraten. Nur knapp ein halbes Jahrtausend später, im Jahr 1642, war es dem Niederländer Abel Janszoon Tasman vorbehalten, das Land für Europa zu entdecken. Der Seefahrer taufte es kurzerhand Niuv Zeeland, nach der niederländischen Provinz Seeland.
Erste Kontakte
Da die ersten Kontakte mit den Einheimischen aufgrund etlicher Missverständnisse blutig waren, setzte Tasman nie einen Fuß auf die Inseln und segelte wieder ab. Bestandsaufnahmen des Landes gelangen erst dem Briten James Cook im Jahr 1769. Der Entdecker, der von den Eingeborenen meist freundschaftlich aufgenommen wurde, schätzte, dass auf den beiden Inseln um die einhunderttausend Maori lebten. Noch vor der Wende zum 19. Jahrhundert ließen sich profitgierige Walfänger und Pelzhändler in Neuseeland nieder. Wichtiger, als weiteren Grund und Boden zu erobern, war ihnen der Handel mit den Ureinwohnern.
Alles andere als friedvoll
Die Maori selbst jedoch lebten alles andere als friedvoll miteinander und streckten sich mit den Musketen der Weißen gegenseitig nieder. Fünfundvierzig Maori-Häuptlinge sahen sich genötigt, die Misere zu beenden, indem sie am 6. Februar 1840 den folgenschweren Vertrag von Waitangi unterschrieben...
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Der Maori-Legende nach geht die Entstehung Neuseelands auf den jungen Halbgott Maui zurück: Zu Anbeginn der Zeit fährt der Krieger mit seinen größeren Brüdern zum Fischen auf die hohe See. Da ihm seine Gefährten einen Köder verweigern, schlägt er sich so lange auf die Nase, bis diese blutet. Den Angelhaken, den Maui aus dem Kieferknochen seiner Großmutter geschnitzt hat, beschmiert er mit Blut und wirft ihn in die Fluten des Meeres. Wenig später beißt ein mächtiger Fisch an. Das Kanu wackelt, senkt sich bedrohlich, letztlich aber schafft es Maui, mit seiner ganzen Kraft den riesigen Fisch an Bord zu ziehen. Zum Vorschein kommt sein Fang - die Nordinsel Neuseelands. Glaubt man der Legende, erkennt man auf der Landkarte einen Stachelrochen, der seinen Schwanz im Norden hat und das Maul im Süden. Das Kanu Maoris bildet die Südinsel.



