Land im Meer
Auf den berühmten Hurtigruten lässt sich die Küste Norwegens kennen lernen. Per Schiff gelangt man aber auch tiefer in das Land hinein, die Fjorde sind lang und weit.Die Fjorde machen zu einem großen Teil Norwegens Reiz aus. Sie sollen aus dem Blut des Riesen Ymir entstanden sein.
Einzigartiges Licht
Entsprechend ist auch der erste Eindruck des Reisenden: Riesige, schneebedeckte Berge steigen über den Horizont. Und im Mund bleibt der Geschmack vom Salzwasser des Meeres. Hinzu kommt ein einzigartiges Licht - das Licht des Nordens. In einem Land, in dem sich nur drei Prozent der Fläche für die Landwirtschaft eignen, bietet seit jeher nur das Meer eine sichere Existenzgrundlage. Neun Zehntel aller Norweger leben weniger als 15 Kilometer von der Küste entfernt. Die See ist ihr Element. Sie umgibt diese Nation und prägt seit vielen Jahrhunderten ihren Charakter.
Fisch und Milch
Weil sich menschliche Aktivität stets auf die schmalen Küstenregionen konzentriert, ist Norwegen - mit nur zwölf Einwohnern pro Quadratkilometer - eines der am dünnsten besiedelten Länder Europas. Das wird wohl auch in Zukunft so bleiben: 2003 lag die Wachstumsrate der Bevölkerung bei 0,46 Prozent. Allerdings dürfen Norweger mit einem langen Leben rechnen: Die Lebenserwartung lag 2007 für Männer bei 78 Jahren, für Frauen bei 83 Jahren. Es lebt sich dort halt gesund: Fisch und Milch dominieren die lokalen Mahlzeiten. Hat das vielleicht auch etwas mit dem weitgehenden Alkoholverbot zu tun? Vermutlich eher nicht, denn Alkohol bildet immer noch eine Art "zweites Zahlungsmittel".
Stabkirche in Norwegen: Tierornamente aus Holz erinnern an den heidnischen Glauben der alten Wikinger.
Ethnisch ist Norwegen überaus homogen. 98 Prozent der Bevölkerung sind Norweger, ein paar stammen direkt von den Wikingern ab. Immerhin war das skandinavische Land in alter Zeit Ursprung der wikingischen Expansion. Doch weitab vom Meer, auf den Hochebenen (Fjells), gibt es noch eine andere Volksgruppe: Zwanzigtausend Lappen, auch Samen genannt, bestritten ausschließlich von der Rentierzucht ihren Lebensunterhalt. Das Nomadenleben der Volksgruppe gehört jedoch inzwischen einer schillernden und längst vergangenen Zeit an.
Einmalige Attraktionen
Zahlreiche Samen besaßen in den Regionen des Polarkreises große Herden. Die Geschäfte aber liefen schlecht, deshalb erschlossen sie sich mit dem Tourismus schließlich eine neue Einnahmequelle. Die touristischen Attraktionen des Landes sind einmalig: Schon beim Einlaufen der Autofähre in den ins Land tief einschneidenden Oslofjord geht es los. Wie kann man von dort aus das Land entdecken? Per Auto, zu Fuß, alles ist möglich. Natürlich hat die Reise mit dem Kajak, über die kilometerlangen Fjorde, einen besonderen Reiz.
Auf den Hurtigruten
Wer einfach nur die Küste bereisen will, dem empfiehlt sich die "schönste Seereise der Welt" mit den so genannten Hurtigruten. Der Verkehr der Postschiffe entwickelte sich erst in den letzten Jahren zu einem Anziehungspunkt für Besucher. Im Land ist die Kommunikation oft jedoch sehr schwierig - weil Straßen und Brücken meist fehlen, kommen Menschen auf Fähren zueinander. Fähren sind ein wichtiger Teil des norwegischen Verkehrs...
Seite
1
| 2
Dieser Artikel gehört zum Thema
| Norwegen | ![]() |
Infobox
Meer (fast) rundherum
Norwegen grenzt weit im Norden an die Barentssee, einen Arm des Polarmeeres, im Nordosten an Finnland und an Russland, im Osten an Schweden, tief im Süden an das Skagerrak und die Nordsee und im Westen an das Europäische Nordmeer, das von den Einheimischen auch Norwegensee genannt wird.
Norwegen grenzt weit im Norden an die Barentssee, einen Arm des Polarmeeres, im Nordosten an Finnland und an Russland, im Osten an Schweden, tief im Süden an das Skagerrak und die Nordsee und im Westen an das Europäische Nordmeer, das von den Einheimischen auch Norwegensee genannt wird.
Infobox
Pagoden des Nordens
Zu den Besuchermagneten gehören die mehrere hundert Jahre alten Stabkirchen. Die älteste steht in Heddal. Diese "Pagoden des Nordens" erinnern an das Verwachsen des heidnischen Glaubens der Wikinger mit dem Christentum. Wie vorsintflutliche Wesen wirken die wenigen erhaltenen Stabkirchen mit ihrer Tierornamentik an den Dächern. Kein Nagel und keine Schraube wurde hier benutzt - allein die Meisterschaft der Zimmerer hält die hölzernen Konstruktionen zusammen.
Zu den Besuchermagneten gehören die mehrere hundert Jahre alten Stabkirchen. Die älteste steht in Heddal. Diese "Pagoden des Nordens" erinnern an das Verwachsen des heidnischen Glaubens der Wikinger mit dem Christentum. Wie vorsintflutliche Wesen wirken die wenigen erhaltenen Stabkirchen mit ihrer Tierornamentik an den Dächern. Kein Nagel und keine Schraube wurde hier benutzt - allein die Meisterschaft der Zimmerer hält die hölzernen Konstruktionen zusammen.



