An Bord der berühmten Hurtigruten, der norwegischen Postschiffe, lässt sich die Küste Norwegens am besten entdecken.
Streit um Fangquoten
Vielleicht werden dabei die Chancen auf einen guten Fang besprochen: Denn Fischfang hat in Norwegen schließlich Tradition. Allerdings ist mit der alten Küstenfischerei nicht mehr viel los, die küstennahen Gebiete sind hoffnungslos überfischt. Weiter draußen freilich gibt es noch genügend Ressourcen: Bis nach Neufundland fahren die großen Fangschiffe der Norweger, was in der Vergangenheit häufig zu Ärger mit den Nachbarnationen und Streit um Fangquoten führte. Makrele, Kabeljau, Schellfisch, Hering und Garnele sind am häufigsten in den Netzen.
Forschung und Kommerz
Seit den frühen 1970er Jahren ist die Fischzucht Broterwerb für viele ehemalige Fischer. Vom Staat wird sie stark subventioniert. Das schafft Arbeit, ist aber ökologisch nicht ganz unbedenklich: Kraftfutter für Forellen und Lachse beeinträchtigt die Wasserqualität der Fjorde, zwar auf den ersten Blick unsichtbar doch anhaltend. Der kommerzielle Walfang wurde 1993 wieder aufgenommen, nachdem Norwegen das im Jahr 1988 ausgesprochene Walfangverbot mit dem Argument konterkariert hatte, dass Zwergwale nicht vom Aussterben bedroht seien.
"Walbeef" im Angebot
1992 fing man bereits 95 Wale für angebliche Forschungszwecke, im Jahr 1995 wurden insgesamt mehr als 200 Wale harpuniert. Im Juni 1996 verurteilte die Internationale Walfangkommission (IWC) Norwegen wegen Missachtung des weltweiten Walfangverbots für kommerzielle Zwecke, dennoch setzte die Regierung 1998 eine Fangquote von 671 Zwergwalen fest. Walöl, Barten und Fleisch sind in den Supermärkten als so genanntes "Walbeef" im Angebot.
Stark subventionierte Fischzucht ist zwar ein Wirtschaftsfaktor, verdirbt jedoch auf lange Sicht das Wasser der Fjorde.
Viele ehemalige Walfänger haben zum Glück ihr Geschäft im Whalewatching entdeckt. Der sicherste Ausgangspunkt für solche umweltfreundlichen Touren ist der Ort Andenes im Norden. Hier kann man sein Wissen in einem Walmuseum aufbessern, später dann, wetterfest bekleidet, mit einem richtigen Walfangkapitän zur See fahren. Mit ein wenig Glück gelingt es, Buckelwale zu beobachten.
Künstlerische Tradition
Nicht bloß für Naturliebhaber ist Norwegen ein viel versprechendes Reiseland. Seine künstlerische Tradition, geboren aus einem eigenen nordischen Stilempfinden, erstreckt sich auf viele Gebiete: Ein Edvard Munch prägte die Malerei weit über das Land hinaus, Komponisten wie Edvard Grieg oder der Jazzmusiker Jan Garbarek erlangten weltweit Bekanntheit, und Liv Ullmann, wir kennen sie aus dem Ingmar-Bergmann-Film Szenen einer Ehe, ist eine internationale Berühmtheit.
Kon-Tiki und RA
In der Reihe der populären Namen darf auch Thor Heyerdahl nicht fehlen: Der Biologe und Geograph erlangte mit seinen Expeditionen auf den Balsaflößen Kon-Tiki, RA 1 und RA 2 Weltruhm. Für die filmischen Dokumentationen dieser Reisen gab es sogar einen Oscar. Norwegen ist ein Land im Meer, von ihm umgeben und bewahrt in seiner einzigartigen Landschaft und Kultur. Die beeindruckenden Fjorde, Seen und Berge - als wildromantische Kulisse - ließen Honoré de Balzac einst den Vergleich "Schweiz am Meer" finden. Doch es ist einfach Norwegen, eigentlich ein unvergleichliches Land, das uns unter dem Licht des Nordens vertraut werden kann.
Frank Koschewski/Michael Schmittbetz (aktualisiert 24.02.2009)
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Arbeitsziel Norwegen
Vor allem wegen der großen Auswahl an Arbeitsstellen ist Norwegen für deutsche Auswanderer interessant. Dabei sollte folgendes beachtet werden: Für zahlreiche Berufe werden gute Norwegischkenntnisse verlangt. Staatsbürger aus EU-/EWR-Mitgliedsstaaten können bis zu sechs Monate in Norwegen nach einer Arbeitsstelle suchen.
Durchschnittlich beträgt der norwegische Jahresbruttoverdienst 45.480 Euro (Deutschland: 34.620 Euro). Am höchsten sind die Jahresgehälter für Fachkräfte mit Hochschulbildung in der Industrie oder in wissenschaftlichen Einrichtungen. Nähere Informationen gibt es beim Europaservice der Bundesagentur für Arbeit und detailliert bei der norwegischen Botschaft.
Vor allem wegen der großen Auswahl an Arbeitsstellen ist Norwegen für deutsche Auswanderer interessant. Dabei sollte folgendes beachtet werden: Für zahlreiche Berufe werden gute Norwegischkenntnisse verlangt. Staatsbürger aus EU-/EWR-Mitgliedsstaaten können bis zu sechs Monate in Norwegen nach einer Arbeitsstelle suchen.
Durchschnittlich beträgt der norwegische Jahresbruttoverdienst 45.480 Euro (Deutschland: 34.620 Euro). Am höchsten sind die Jahresgehälter für Fachkräfte mit Hochschulbildung in der Industrie oder in wissenschaftlichen Einrichtungen. Nähere Informationen gibt es beim Europaservice der Bundesagentur für Arbeit und detailliert bei der norwegischen Botschaft.
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Flora und Fauna
Das norwegische Festland ist zu fast dreißig Prozent von Wäldern bedeckt. Es wachsen Laubwälder mit Ulmen, Ahorn, Eichen, Linden und Eschen. Im Norden gedeihen auch Eiben, Erlen, Espen, Ebereschen und Stechpalmen.
Richtung Osten und Norden weisen die Wälder eine steigende Anzahl an Nadelbäumen auf. Dichte Wälder aus Kiefern und Fichten gibt es in den Küstenregionen und in den Tälern Ost- und Zentralnorwegens. In den meisten Waldgebieten wachsen Heidelbeeren, an feuchteren Standorten auch Moosbeeren, die zur selben Gattung gehören.
Im äußersten Norden und in großen Höhen herrscht baumlose Tundra vor, welche den klimatischen Bedingungen angepasst ist; hier treten verbreitet Zwergsträucher, Moose und Flechten auf. Dort trifft der Tourist auf Elche, Rentiere, Rehe und Rothirsche. Wolf, Luchs, Braunbär, Eisfuchs, Vielfraß und der aus Nordamerika eingebürgerte Mink gehören zu den Raubtieren.
Das norwegische Festland ist zu fast dreißig Prozent von Wäldern bedeckt. Es wachsen Laubwälder mit Ulmen, Ahorn, Eichen, Linden und Eschen. Im Norden gedeihen auch Eiben, Erlen, Espen, Ebereschen und Stechpalmen.
Richtung Osten und Norden weisen die Wälder eine steigende Anzahl an Nadelbäumen auf. Dichte Wälder aus Kiefern und Fichten gibt es in den Küstenregionen und in den Tälern Ost- und Zentralnorwegens. In den meisten Waldgebieten wachsen Heidelbeeren, an feuchteren Standorten auch Moosbeeren, die zur selben Gattung gehören.
Im äußersten Norden und in großen Höhen herrscht baumlose Tundra vor, welche den klimatischen Bedingungen angepasst ist; hier treten verbreitet Zwergsträucher, Moose und Flechten auf. Dort trifft der Tourist auf Elche, Rentiere, Rehe und Rothirsche. Wolf, Luchs, Braunbär, Eisfuchs, Vielfraß und der aus Nordamerika eingebürgerte Mink gehören zu den Raubtieren.



