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Polen

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Das moderne Polen ist mit seinen mehr als 38,5 Millionen Einwohnern der vielleicht wichtigste unter den zehn Staaten, die im Mai 2004 der Europäischen Union beigetreten sind. Seit der "Westverschiebung" nach dem Zweiten Weltkrieg und den damit verbundenen Vertreibungen ist Polen - im Vergleich zu anderen EU-Staaten - ethnisch außerordentlich homogen: Beinahe 97 Prozent der Einwohner sind rein polnischer Abstammung; es gibt vergleichsweise kleine Minderheiten aus Deutschen, Weißrussen und Ukrainern. Ungefähr neunzig Prozent der Bevölkerung gehören der römisch-katholischen Glaubensrichtung an.

Demokratische Traditionen sind in der polnischen Geschichte, sogar gemessen an westeuropäischen Maßstäben, ungewöhnlich alt: Bereits während des 14. Jahrhunderts entwickelte sich das Königreich Polen zu einer Adelsrepublik, in der eine schriftlich niedergelegte Verfassung die Macht des Monarchen beschränkte. Die Bezeichnung Sejm für die erste Kammer des polnischen Parlaments geht auf jene Zeit zurück. In der parlamentarischen Demokratie von heute hat der Staatspräsident eine relativ starke Position, was polnischer Verfassungstradition während des Zwanzigsten Jahrhunderts entspricht.