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Polen

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Heimliche Hauptstadt für viele polnische Bürger ist Krakau. Offizielle Hauptstadt Polens war Krakau tatsächlich einige Jahrhunderte lang, nämlich zwischen 1038 und 1596, bis es seinen Status an Warschau verlor. Heute ist die Metropole an der oberen Weichsel Industrie-, Wissenschafts- und Kulturzentrum des südlichen Landesteils. Weil die Altstadt in sämtlichen Kriegen seit dem 13. Jahrhundert praktisch unzerstört blieb, bietet das Stadtbild Beispiele für alle Baustile von der Romanik und Gotik über Renaissance und Barock bis zu Jugendstil und Neogotik.

Wirtschaftlich ist die ungefähr 750.000 Einwohner zählende Stadt heute außerordentlich erfolgreich. Das mag auch an der relativ jungen und gut ausgebildeten Bevölkerung liegen: Rund 60 Prozent der Einwohner sind jünger als 45 Jahre, verglichen mit 46 Prozent im übrigen Polen. Berühmteste Sehenswürdigkeit Krakaus ist der Wawel, das alte Königsschloss im Stil der Renaissance.

Während des dunkelsten Kapitels deutsch-polnischer Geschichte, in den Jahren nach 1939, wurde Krakau "Hauptstadt" des "Generalgouvernements", des deutschen Besatzungsregimes. Auf dem Wawel residierte der deutsche Gouverneur Hans Frank und koordinierte den Bau der Konzentrationslager Plaszow und Auschwitz in unmittelbarer Nähe.