Land am Meer
Der Blick nach Osten lohnt sich: malerische Strände an der heute meist polnischen Küste der Ostsee, im Hinterland Wälder und Schluchten und sehenswerte Städte. Da geraten Besucher ins Schwärmen.In Polen gibt es über neuntausend Seen. Unzählige davon findet man im Norden: in den Pommerschen Seenplatten.
Fast achtmal so groß
Doch auch der Blick nach Osten lohnt sich. Auf einer Fläche fast achtmal so groß wie Deutsch Pommern eröffnen sich neugierigen Reisenden faszinierende Landschaften aus feinsandigen Stränden, glasklaren Seen und dichten Wäldern. Städte wie Szczecin (Stettin) oder Gdansk (Danzig) locken mit ihren architektonischen Denkmälern und einzigartigem Flair. Ihnen sieht man den großen Einfluss unterschiedlicher Kulturen - germanische, slawische und skandinavische -, welche Pommerns Geschichte prägten, noch heute an.
Sommersalon Polens
Die polnische Küste gehört zu den schönsten der Ostsee. Badeurlauber fühlen sich hier genauso wohl wie Liebhaber prachtvoller historischer Städte oder kleiner romantischer Fischerdörfchen mit wilden, einsamen Stränden. Atemberaubende Steilküsten wechseln sich mit flachen Dünenlandschaften ab. Stilvolle Badeorte, wie zum Beispiel Sopot, der Sommersalon Polens, laden mit alten Villen und eleganten Promenaden zu ausgedehnten Spaziergängen ein.
Malerische Hügel, Schluchten, Wälder
Tiefer im Landesinnern beginnen die Seenplatten. Die Kaschubische Seenplatte besticht durch eine malerische Landschaft aus Hügeln, Schluchten und Wäldern - ideal für lange Wanderungen, Fahrradausflüge oder Touren mit dem Kanu. Die hier siedelnden Kaschuben pflegen bis heute eigene Bräuche, Kleidung, Volkskunst - und ihre eigene Sprache. Sie wird in den Schulen gelehrt und es erscheinen Bücher und Zeitungen in kaschubisch.
Respekt und Bewunderung
Auch für Hobbyhistoriker hat das an Geschichte so reiche Pommern einiges zu bieten, unter anderem die in Ostpommern gelegene Marienburg. Die berühmte gotische Burg ist die europaweit bekannteste Wehranlage der Kreuzritter. Seit dem 12. Jahrhundert erweckt sie Respekt und Bewunderung. 1997 ist sie auf die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der UNESCO gesetzt worden. Heute besuchen etwa eine halbe Million Touristen jährlich die Marienburg.
Ulrike Wolf (09.10.2009)
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Infobox
Etwa sechzig Kilometer südöstlich von Danzig liegt einer der größten und schönsten gotischen Backsteinbauten Europas: die Marienburg. Hierher verlegte der Hochmeister des Deutschen Ordens im Jahr 1309 seine Residenz. Seit 1279 befand sich an diesem Ort bereits eine Burg, die sich jedoch als zu beengt für die Repräsentationszwecke des mächtigen Ordens erwies.
Fast hundert Jahre dauerte die Umwandlung der Anlage zur prächtigen Regierungszentrale des Ordenslandes. Die Herrlichkeit hielt allerdings nicht lange an, 1457 bezogen die über den deutschen Ritterorden siegreichen Polen die Burg. 1772 kam die Marienburg zum Königreich Preußen. Durch die folgende Nutzung, etwa als Kaserne, wurden viele Elemente der mittelalterlichen Architektur zerstört; es gab sogar Pläne, das so genannte Hochschloss zugunsten eines neuen Magazinbaus abzureißen.
Preußische Architekten und Dichter wandten sich erfolgreich gegen das Vorhaben: 1817 begannen umfangreiche Restaurierungsarbeiten, an denen auch Karl Friedrich Schinkel beteiligt war. Unter Kaiser Wilhelm II. spielte die Marienburg eine identitätsstiftende Rolle für das Deutsche Reich. Sie war offizielle Residenz des Kaisers und während des Ersten Weltkriegs Sitz des Oberkommandos der 1. Armee. Mit der Ideologisierung des Deutschen Ordens durch die Nationalsozialisten erhielt auch die Marienburg eine neue Funktion: NSDAP und SS nutzten die Burg für Tagungen, Feierlichkeiten und Aufmärsche. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage zu sechzig Prozent zerstört.
Nach Kriegsende fiel sie zu Polen und wurde vom polnischen Staat wieder aufgebaut. Heute präsentiert sich die überwiegend als Museum genutzte Marienburg in alter Pracht und ist einer der wichtigsten Anziehungspunkte für Touristen in Polen. Seit dem 7. Dezember 1997 zählt sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Fast hundert Jahre dauerte die Umwandlung der Anlage zur prächtigen Regierungszentrale des Ordenslandes. Die Herrlichkeit hielt allerdings nicht lange an, 1457 bezogen die über den deutschen Ritterorden siegreichen Polen die Burg. 1772 kam die Marienburg zum Königreich Preußen. Durch die folgende Nutzung, etwa als Kaserne, wurden viele Elemente der mittelalterlichen Architektur zerstört; es gab sogar Pläne, das so genannte Hochschloss zugunsten eines neuen Magazinbaus abzureißen.
Preußische Architekten und Dichter wandten sich erfolgreich gegen das Vorhaben: 1817 begannen umfangreiche Restaurierungsarbeiten, an denen auch Karl Friedrich Schinkel beteiligt war. Unter Kaiser Wilhelm II. spielte die Marienburg eine identitätsstiftende Rolle für das Deutsche Reich. Sie war offizielle Residenz des Kaisers und während des Ersten Weltkriegs Sitz des Oberkommandos der 1. Armee. Mit der Ideologisierung des Deutschen Ordens durch die Nationalsozialisten erhielt auch die Marienburg eine neue Funktion: NSDAP und SS nutzten die Burg für Tagungen, Feierlichkeiten und Aufmärsche. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage zu sechzig Prozent zerstört.
Nach Kriegsende fiel sie zu Polen und wurde vom polnischen Staat wieder aufgebaut. Heute präsentiert sich die überwiegend als Museum genutzte Marienburg in alter Pracht und ist einer der wichtigsten Anziehungspunkte für Touristen in Polen. Seit dem 7. Dezember 1997 zählt sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.



