Slawen, Preußen, Polen
"Pommernland ist abgebrannt", heißt es in einem uralten Kinderlied - das Lied spielt an auf schlimme Verheerung im Dreißigjährigen Krieg. Die spannende Geschichte des Landstrichs hier im Überblick.Die Dynastie der Greifen regierte vom 12. Jahrhundert bis zum Dreißigjährigen Krieg in Pommern. Seit jenen Tagen schmückt ein Greif das pommersche Wappen.
7. Jahrhundert: Im Küstenbereich der Ostsee lässt sich der slawische Stamm der Pomoranen nieder. Der Name Pommern (="Land am Meer") wird üblich.
Um 979: Polnische Piasten (Könige) unterwerfen das Land zwischen den Mündungsgebieten von Oder und Weichsel.
1121: Die Christianisierung der Pomoranen durch Boleslaw III. Schiefmund beginnt. Erste deutsche Siedler kommen als Mönche nach Pommern.
12./13. Jahrhundert: Pommern, inzwischen unter der Herrschaft von slawischen Herzögen aus dem Haus der Greifen, wird immer mehr von deutschen Siedlern bevölkert. Die Greifen konkurrieren mit den brandenburgischen Askaniern.
1348: Unter Barnim III. von Pommern-Stettin wird Pommern reichsunmittelbares Herzogtum.
1534: Die Reformation hält in Pommern Einzug. Der pommersche Pfarrer Johannes Bugenhagen zählt zu den bekanntesten Reformatoren.
1630: Pommern gelangt in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges zu Schweden. Das Land verliert fast zwei Drittel seiner Bevölkerung ("Pommernland ist abgebrannt").
1648: Teilung. Hinterpommern kommt zu Brandenburg; Vorpommern bleibt schwedisch.
1721: Nach dem Ende des Großen Nordischen Krieges gehen die südlichen Teile Vorpommerns an Preußen.
1756 bis 1763: Siebenjähriger Krieg. Erneute Kämpfe zwischen Schweden und Preußen.
1807: Erfolglose Belagerung der preußischen Festung Kolberg durch die Franzosen während der napoleonischen Kriege.
1815: Nach der Befreiung Deutschlands gehört ganz Pommern zu Preußen. Bis 1945 ist es preußische Provinz.
1944/45: Pommern wird von der Sowjetarmee erobert und dann geteilt. Das Potsdamer Abkommen sanktioniert die polnische Besetzung Pommerns östlich von Oder und Swine. Die deutsche Bevölkerung des östlichen Pommern wird aus ihrer Heimat vertrieben. Im Osten entstehen drei Wojewodschaften.
1952: Die deutschen Teile Pommerns gehören nun zu den DDR-Bezirken Rostock und Neubrandenburg.
1990: Das Bundesland mit dem Namen Mecklenburg-Vorpommern wird gebildet.


