Paradies auf Erden
Die einzigartige Natur des Archipels zu bewahren ist das oberste Gebot der Regierung des kleinen Inselstaates. Von den Einnahmen aus dem Tourismus werden Programme zum Schutz der Natur bezahlt.Es war der englische General Charles George Gordon, der einst meinte, in den Seychellen das biblische Paradies gefunden zu haben. Und wirklich: Wissenschaftler sehen in der Inselgruppe einen Rest des Ur-Kontinents Gondwana. Sind diese bezaubernden Eilande tatsächlich Gottes Meisterwerk? So vermessen werden zumindest die Bewohner der Seychellen nicht sein - auf die Schönheit ihrer Heimat sind sie allerdings stolz, denn davon haben die Inseln im Überfluss zu bieten.
Imposante Landschaften
Die beeindruckende Natur ist das Kapital der Seychellen. Während Anfang des 19. Jahrhunderts noch Gewürz-, Baumwoll- und Kokosplantagen den größten Wirtschaftsfaktor bildeten, ist es nun der Tourismus. Sich der Tatsache bewusst, dass nur eine intakte Natur die Touristen anlocken würde, entwickelte die Regierung den Umwelt-Management-Plan, der Bestandteil des Nationalen Entwicklungsplans ist. Seit 1993 ist der Naturschutz auch in die Verfassung des Inselstaates integriert.
Naturschutz ist Luxus
Umweltschutz und Tourismus - das passe nicht zusammen, könnte der Kritiker meinen, doch die Seychellen beweisen das Gegenteil. Von staatlicher Seite wird vor allem der exklusive Tourismus gefördert. Die neuen Ressorts erfüllen luxuriöse Bedingungen - trotz hoher Preise auf den Seychellen beileibe keine Selbstverständlichkeit.
Die Bettenanzahl bleibt weiterhin beschränkt, so dass die Inseln nie überlaufen wirken. Nicht mehr als 120.000 Touristen besuchen derzeit pro Jahr die Inseln. Damit das strenge Naturschutzgesetz, Häuser dürfen zum Beispiel nicht die umgebenen Palmen überragen, beim Bau neuer Hotelanlagen eingehalten wird, wacht das Umweltministerium über alle Bauvorhaben.
Sorgen unter Wasser
Doch nicht überall kann die ursprüngliche Idylle erhalten werden - unter Wasser kriselt es: Drei Viertel der Korallenriffe sind vom Aussterben bedroht. Natürliche Erwärmung des Indischen Ozeans ist der Auslöser, doch wie es dazu kommt, können selbst Wissenschaftler nicht sagen. Die Regierung hat Programme entwickelt, um die Unterwasserwelt zu bewahren: Riffe aus Stahl wurden vor den natürlichen Riffen verankert, Korallen angepflanzt.
Einstmals bedeckten solche Coco-de-Mer- Palmen den Urkontinent Gondwana, jetzt kommt diese Pflanze nur noch auf den Seychellen vor.
Schätze der Natur
Verborgene Buchten, beeindruckende Wälder und große Tierreviere erreicht man meist aber auch per Fußmarsch oder Bus. Jede der Inseln hat eine andere Attraktion zu bieten. Zwei davon haben es gar bis zum UNESCO-Weltnaturerbe gebracht: Das Aldabra-Atoll, größtes Atoll der Welt, und das Vallée de Mai, ein Wald von über dreitausend nur auf den Seychellen vorkommenden Coco-de-Mer-Palmen. Kein offizielles Naturerbe, aber dafür das bekanntestes Lebewesen der Seychellen: Esmeralda, die mit über 150 Jahren älteste und mit 298 Kilogramm schwerste Riesenlandschildkröte der Welt.
Fototapetenkulisse
Weltberühmt sind die Strände der Seychellen. Der schönste von ihnen ist der Anse Source d´Argent. Nicht umsonst hat er es in manche Film- und Werbeproduktion geschafft. Bleibt zu hoffen, dass die Regierung weiterhin an ihrem Konzept des exklusiv-ökologisch orientierten Tourismus festhält, damit die Traumstrände der Seychellen nicht, wie andernorts so oft, den Touristentod sterben.
Daniel Najock (06.07.2004)
Infobox
Die Seychellen liegen 800 Kilometer östlich von Afrika und 1000 Kilometer nördlich von Madagaskar im Indischen Ozean. Die Inselgruppe besteht aus 115 Inseln und Atollen, die sich auf eine Fläche von rund 400.000 Quadratkilometer verteilen - etwas mehr als die Größe von Deutschland.
Die Inseln selbst kommen nur auf 454 Quadratkilometer - ein Land, kleiner als Andorra. Etwa die Hälfte der Fläche ist Naturschutzgebiet. 32 der Eilande sind Berginseln aus Granit, die höchste Erhebung mit 905 Metern ist der Mont Seychellois.
81.000 Menschen leben auf den Inseln, 89 Prozent davon sind Kreolen. 90 Prozent der Bewohner leben auf der mit 150 Quadratkilometern größten Insel Mahé, 30.000 davon in der Hauptstadt Victoria. Die Temperaturen liegen konstant um 29 Grad Celsius, nur geringfügige Unterschiede gibt es zwischen den Jahreszeiten.
Die Inseln selbst kommen nur auf 454 Quadratkilometer - ein Land, kleiner als Andorra. Etwa die Hälfte der Fläche ist Naturschutzgebiet. 32 der Eilande sind Berginseln aus Granit, die höchste Erhebung mit 905 Metern ist der Mont Seychellois.
81.000 Menschen leben auf den Inseln, 89 Prozent davon sind Kreolen. 90 Prozent der Bewohner leben auf der mit 150 Quadratkilometern größten Insel Mahé, 30.000 davon in der Hauptstadt Victoria. Die Temperaturen liegen konstant um 29 Grad Celsius, nur geringfügige Unterschiede gibt es zwischen den Jahreszeiten.


