Vor dem Wandel: WC-Schild in Südafrika.
Schnelle Reparationen
Basierend auf über 21.000 Zeugenaussagen legte die Wahrheits- und Versöhnungskommission am 29. Oktober 1998 einen rund 3.500 Seiten umfassenden Bericht vor. Darin aufgelistet sind Verletzungen der Menschenrechte im Zeitraum von 1960 bis 1994, Entscheidungen über die Leistung von Entschädigungen von Opfern sowie die klare Empfehlung, sich nach Ende des TRC gegen eine Generalamnestie auszusprechen. Stattdessen sollten die Schuldigen strafrechtlich verfolgt werden. Den vollständigen Abschlussbericht mit zwei weiteren Bänden erhielt der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki am 21. März 2003. Die Kommission forderte die Regierung darin auf, versprochene Reparationszahlungen so schnell wie möglich in die Wege zu leiten.
Ignoranz und Abwehr
Hier endet der Einfluss der Institution. Während das TRC international oft als erfolgreichstes Modell im Kampf um die Menschenrechte gefeiert wurde, erweist sich tatsächliche Aussöhnung abseits der Politik als mühsamer Prozess. Vielfach lehnen farbige, schwarze und weiße Südafrikaner es ab, zu vergeben oder Unrecht anzuerkennen. Unter den Weißen mögen die Gründe entweder in Ignoranz, bestenfalls in einer psychologisch bedingten Abwehrhaltung liegen. Farbige Gegner sehen vermutlich eher die Zwecklosigkeit einer Wahrheit, wenn Konsequenzen für die Schuldigen ausbleiben, Entschädigungen auf sich warten lassen. Für persönliche Einsichten muss der Blick in die Vergangenheit die Zukunft positiv beeinflussen können.
Hoffnung auf Miteinander
Was der Staat tun konnte, hat er getan. In der Gesellschaft aber wird der Prozess der Annäherung so lange dauern, bis die Masse der Townships verschwunden ist. Erst dann, wenn bildungspolitische und wirtschaftliche Maßnahmen zur Gleichstellung aller Volksgruppen Erfolge zeigen, können die Bewohner Südafrikas auf ein stabiles Miteinander hoffen.
Katja Bose (10.05.2004/akt. 25.01.2010)
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"Keine Zukunft ohne Versöhnung", das ist das Credo von Desmond Mpilo Tutu. Der 1931 geborene Südafrikaner gibt im Alter von dreißig Jahren den Lehrerberuf auf. Für Tutu ist es unvorstellbar, das Wissen seiner Schüler mit voller Absicht zu begrenzen. Das schreibt der 1953 erlassene Bantu Education Act vor: Schwarze sollen eine schlechtere Ausbildung erhalten als Weiße.
Tutu wird anglikanischer Priester und setzt sich fortan für den Kampf gegen das Apartheid-Regime ein. Als Dekan von Johannesburg, Bischof von Lesotho und Generalsekretär des South African Council of Churches macht er die Welt auf die innenpolitische Situation seines Landes aufmerksam. Im Ausland tritt er für einen Wirtschaftboykott gegen das Apartheid- Regime ein.
Für sein Engagement erhält Tutu 1984 den Friedensnobelpreis. Zwei Jahre später wird er zum Erzbischof geweiht. Nach dem Machtwechsel 1994 bittet Nelson Mandela ihn, den Vorsitz der Wahrheits- und Versöhnungskommission zu übernehmen.
Tutu wird anglikanischer Priester und setzt sich fortan für den Kampf gegen das Apartheid-Regime ein. Als Dekan von Johannesburg, Bischof von Lesotho und Generalsekretär des South African Council of Churches macht er die Welt auf die innenpolitische Situation seines Landes aufmerksam. Im Ausland tritt er für einen Wirtschaftboykott gegen das Apartheid- Regime ein.
Für sein Engagement erhält Tutu 1984 den Friedensnobelpreis. Zwei Jahre später wird er zum Erzbischof geweiht. Nach dem Machtwechsel 1994 bittet Nelson Mandela ihn, den Vorsitz der Wahrheits- und Versöhnungskommission zu übernehmen.



