Nelson Mandela 1993 zu Gast in den USA: Ein Jahr später wählte ihn Südafrika zum ersten schwarzen Präsidenten.
Verschiedene Welten
Doch wie soll so etwas aussehen in einem Land, das eigentlich keine Nation ist, sondern eine bunte Mischung vieler Nationalitäten, die hier mehr nebeneinander denn miteinander leben? Das Leben in Südafrika spielt sich nach wie vor in verschiedenen Welten ab. Begegnungen zwischen Schwarzen und Weißen sind selten, kaum ein Weißer, der sich freiwillig in eines der Townships begibt. In den Schulen wird weiterhin in getrennten Klassen unterrichtet - getrennt nicht nach Hautfarbe, sondern nach den verschiedenen Sprachen.
Schwindende Wirtschaftskraft
Hier wird deutlich, wie schwierig sich die Integration in der Praxis gestaltet. An der ungerechten Verteilung des Wohlstands hat sich bis heute nichts geändert, schlimmer noch, viele Weiße fühlen sich mehr und mehr als Randgruppe und verlassen das Land. Das Leben in Südafrika ist zudem unsicher geworden. Als es im Mai 2008 vor allem in den Townships zu fremdenfeindlichen Unruhen kam, empfanden das viele gut ausgebildete Spitzenkräfte als Bedrohung. Die Wahl des skandalumwitterten Jacob Zuma zum Präsidenten im Frühjahr 2009 verunsicherte vor allem weiße Südafrikaner. Wachsende Kriminalität, explodierende Verbraucherpreise, schlechte Arbeitsbedinungen und eine der weltweit höchsten Aids-Raten lassen Südafrika ausbluten.
Die Palette des Regenbogens
Wie sieht die Zukunft aus? Fast die Hälfte der 45 Millionen Südafrikaner sind Kinder - nicht alle erhalten eine Schulbildung.
Ulrike Wolf/Kathrin Schwarick (25.01.2010)
Seite
1
| 2
Dieser Artikel gehört zum Thema
| Südafrika | ![]() |
Infobox
Nelson Rolihlahla Mandela gilt neben Martin Luther King und Malcolm X als wichtigster Kämpfer gegen die Unterdrückung Schwarzer durch weiße Regime. 1942, im Alter von 24 Jahren, trat Mandela dem African National Congress (ANC), einer südafrikanischen Partei, bei.
Ursprünglich verzichtete Mandela auf jegliche Form von Gewalt. Im März 1960 rief der Pan Africanist Congress (PAC), eine Tochterorganisation des ANC, zu gewaltfreiem Protest gegen das Apartheidsystem auf. Die friedliche Demonstration endete blutig: Polizisten erschossen 69 Schwarze, 180 wurden verletzt. Die Regierung verbot den ANC und andere Anti-Apartheid-Gruppen. In Folge der Ereignisse und des Verbots ließ sich Mandela durch den ANC von der Notwendigkeit des gewaltsamen Kampfes gegen die Apartheid überzeugen. Bereits ein Jahr nach dem Massaker war er Anführer des bewaffneten Flügels des ANC und ließ sich in Angola militärisch ausbilden.
Bei seiner Rückkehr inhaftierten die südafrikanischen Behörden den Widerstandskämpfer und verurteilten ihn 1962 zu fünf Jahren Gefängnis. Noch während der Haft wurde Mandela wegen Sabotage und Planung bewaffneten Kampfes zum Tode verurteilt. Der Richterspruch sorgte für internationale Proteste, so dass die Strafe auf lebenslänglich herabgesetzt wurde. 1985 lehnte Mandela das Angebot auf Freilassung ab, da es an die Bedingung geknüpft war, auf bewaffneten Kampf zu verzichten.
Auf Befehl des südafrikanischen Präsidenten und Gegners der Apartheid Frederik Willem de Klerk wurde Nelson Mandela am 11. Februar 1990 im Alter von 75 Jahren und nach 27 Jahren Haft freigelassen. Für ihren Kampf gegen die Rassentrennung erhielten de Klerk und Mandela 1993 den Friedensnobelpreis. 1994 gewann der ANC die ersten demokratischen Wahlen Südafrikas. Am 9. Mai des Jahres wurde Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt. 1999 trat er zurück und engagierte sich als Anwalt für Menschenrechtsorganisationen. Seit 2004 tritt er wegen seines Alters nur noch selten in der Öffentlichkeit auf.
Ursprünglich verzichtete Mandela auf jegliche Form von Gewalt. Im März 1960 rief der Pan Africanist Congress (PAC), eine Tochterorganisation des ANC, zu gewaltfreiem Protest gegen das Apartheidsystem auf. Die friedliche Demonstration endete blutig: Polizisten erschossen 69 Schwarze, 180 wurden verletzt. Die Regierung verbot den ANC und andere Anti-Apartheid-Gruppen. In Folge der Ereignisse und des Verbots ließ sich Mandela durch den ANC von der Notwendigkeit des gewaltsamen Kampfes gegen die Apartheid überzeugen. Bereits ein Jahr nach dem Massaker war er Anführer des bewaffneten Flügels des ANC und ließ sich in Angola militärisch ausbilden.
Bei seiner Rückkehr inhaftierten die südafrikanischen Behörden den Widerstandskämpfer und verurteilten ihn 1962 zu fünf Jahren Gefängnis. Noch während der Haft wurde Mandela wegen Sabotage und Planung bewaffneten Kampfes zum Tode verurteilt. Der Richterspruch sorgte für internationale Proteste, so dass die Strafe auf lebenslänglich herabgesetzt wurde. 1985 lehnte Mandela das Angebot auf Freilassung ab, da es an die Bedingung geknüpft war, auf bewaffneten Kampf zu verzichten.
Auf Befehl des südafrikanischen Präsidenten und Gegners der Apartheid Frederik Willem de Klerk wurde Nelson Mandela am 11. Februar 1990 im Alter von 75 Jahren und nach 27 Jahren Haft freigelassen. Für ihren Kampf gegen die Rassentrennung erhielten de Klerk und Mandela 1993 den Friedensnobelpreis. 1994 gewann der ANC die ersten demokratischen Wahlen Südafrikas. Am 9. Mai des Jahres wurde Nelson Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt. 1999 trat er zurück und engagierte sich als Anwalt für Menschenrechtsorganisationen. Seit 2004 tritt er wegen seines Alters nur noch selten in der Öffentlichkeit auf.



