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Lange Zeit waren die Alpen lediglich ein natürliches Hindernis für Streitmächte und Eroberer. So standen sie dem punischen Feldherrn Hannibal während seines Zuges gegen Rom im Weg - was ihn aber nicht daran hinderte, die Westalpen im Jahr 218 v. Chr. mit 38.000 Soldaten, 9.000 Reitern und 37 Elefanten zu überqueren. Vermutlich nahm der Zug den Weg über den Col du Clapier. Wiederholt kam es zu kleinen Kämpfen mit keltischen Stämmen; aber vor allem das Wetter machte Menschen und Tieren zu schaffen - viele erfroren oder stürzten von den engen und vereisten Pfaden. Nur zehn der Elefanten sollen die Überquerung überlebt haben, das Heer schrumpfte auf 28.000 Mann. Zur damaligen Zeit galt der Zug Hannibals über das Gebirgsmassiv dennoch als außerordentliche Leistung, mit den Taten Alexanders des Großen vergleichbar. Zu politischer Macht gelangten die Alpen erst im Spätmittelalter: Damals bildeten sich aus bäuerlichen Genossenschaften so genannte Pass-Staaten. Deren Gebiete erstreckten sich beiderseits des Alpenkammes - somit kontrollierten sie die Pässe und konnten Zölle erheben. Zu den wichtigsten dieser kleinen Staaten gehörten Savoyen-Piemont, Tirol und die Alte Eidgenossenschaft. Das Ende der Pass-Staaten kam, als man die Alpen in die europäischen Nationen einband - die Grenzen der Länder sollten auf den Bergkämmen verlaufen. Italien trat 1860 Savoyen an Frankreich ab. Die Alliierten erklärten 1919 den Brenner als Grenze zwischen Österreich und Italien, wodurch Tirol geteilt wurde. Die aus der Eidgenossenschaft hervorgegangene Schweiz ist der einzige übrig gebliebene Pass-Staat.