Generation Toskana
Gotthilf Widerhaken ist glücklich. Ganze 35 Jahre hat der Oberstudienrat am selben Göttinger Gymnasium Deutsch und Geschichte unterrichtet. Vor allem ein Bild hielt den Lehrer während der nicht enden wollenden pädagogischen Plackerei am Katheder: ein einsames, erdfarbenes Bauernhaus in der Toskana schwebte dem Gymnasialprofessor vor Augen, umringt von mächtig aufragenden Zypressen, die schwarz das seidige Blau des Himmels durchschneiden.Ökowein und Biogemüse
Bescheiden und ruhig wollte der agile Kosmopolit künftig leben; Ökowein und Biogemüse sollten im eigenen Garten gedeihen, töpfernd und Flöte spielend gedachte Widerhaken die Nachmittage zu verleben. Über die Finanzierung seines toskanischen Lebensabends musste sich der Erzieher keine Gedanken machen. Das Lehrer-Dasein garantiert eine hinreichende Pension.
Kunst und Kultur
Warum Zivilisationsmüde aus aller Herren Länder ins gelobte Arkadien fliehen, liegt auf der Hand: Auf keinem Fleckchen Erde findet der Ästhet so viele Kunstwerke und Kulturgüter auf so engem Raum - kein Weiler ohne Stadtmauer aus dem Mittelalter, kaum eine Kleinstadt ohne Piazza mit Dom, allerorten Abteien, Museen und mediterrane Kirchen.
Stilvoll genießen wollten in den 1980ern auch Linke. Die Toskana-Fraktion protestierte und schlemmte danach.
Unvergleichlich ist das Ensemble süßer Hügelchen, Pinienhaine und bunter Frühlingswiesen. Balzende Fasane streichen hier noch vergnügt durchs Land, Glühwürmchen tanzen nachts zwischen den Bäumen. Das Klima ist das ganze Jahr gemäßigt, die Winter sind mild, die Sommer angenehm warm. Einfach und rustikal ist die mittelitalienische Küche: gegessen wird, was der eigene Garten oder die lokalen Märkte hergeben.
Bürgerfeind im Geiste
Schon frühere Jahrgänge bildungsbeflissener Deutscher pilgerten zu den Kultstätten des Altertums. Dauerhaft dort gemütlich machen wollten es sich aber die Allerwenigsten. Der Traum vom Lebensabend auf der Ruinenspielwiese des Abendlandes, er entstand in den frühen 1980er Jahren. Jene Generation, die 1968 das deutsche Wertesystem umgewälzt hatte, sie hatte sich die verklebten Zottelmähnen abgeschnitten und die Pflastersteine vorerst ad acta gelegt. Im Geiste freilich blieb man Bürgerfeind, las die taz, gründete Die Grünen und träumte von zivilisationsferner Beschaulichkeit.
"Gesellschaftsverweigerer" im Brioni-Anzug
Aus dem kleinbürgerlichen Dunst der Kohl-Ära tauchte zu dieser Zeit ein Begriff für einen Teil jener - vermeintlichen - Gesellschaftsverweigerer auf: die so genannte Toskana-Fraktion trat zwar noch leidenschaftlich für Atomausstieg und Co. ein, wollte dabei aber geschmackvoll gekleidet sein und anschließend stilvoll essen gehen. Spätere Berufs-Linke - die 68er hatten inzwischen Spitzenpositionen in Wirtschaft und Politik an sich gebracht - ließen sich Zigarre rauchend im Brioni-Anzug fotografieren: Toskana-Fraktion...
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Gerade einmal so groß wie Mecklenburg- Vorpommern ist die Toskana. Rund 3,6 Millionen Menschen tummeln sich auf etwa 23.000 Quadratkilometern malerischer Hügellandschaft.
Politisch verantwortlich für die Hauptstadt Florenz und die zehn Provinzen der Toskana ist seit dem Jahr 2000 Präsident Claudio Martini. Geld in die Gemeindekassen spülen vor allem die Landwirtschaft und der Fremdenverkehr. Gut sechs Millionen Besucher verzeichnet allein Florenz jährlich.
Die Stadt, auch "italienisches Athen" genannt, lockt mit Kunstschätzen aller Art und beeindruckender Architektur aus Protorenaissance und Renaissance. Im 14. und 15. Jahrhundert tummelten sich am Fluss Arno zahlreiche Künstler und Gelehrte, darunter Leonardo da Vinci, Galileo Galilei, Michelangelo und Machiavelli; zu der Zeit begann auch Florenz' Aufstieg zum Handels- und Finanzzentrum unter der Ägide der Familie Medici.
Im Zentrum der Stadt liegt die Piazza della Signora mit dem Palazzo Vecchio und der berühmten David-Statue von Michelangelo. Die beeindruckendste Kirche der Stadt ist wohl die romanisch-gotische Kathedrale Santa Maria del Fiore, deren rote Kuppel deutlich aus der Stadtsilhouette herausragt.
Um einiges älter noch ist die im Jahre 393 geweihte Basilica di San Lorenzo. Im 15. Jahrhundert wurde das Gotteshaus umgebaut und erweitert; sein apartes Äußeres ist der Tatsache geschuldet, dass bis heute die Fassade fehlt, weil sich kein Sponsor gefunden hat. San Lorenzo war einst die Pfarrkirche der Medici, zahlreiche Familienmitglieder sind hier begraben.
Die Grabmäler solcher Persönlichkeiten wie Michelangelo, Galilei und des Opernkomponisten Giaochino Rossini beherbergt die gotische Kirche Santa Croce. Musemsbegeisterten Besuchern seien die ehemalige Privatsammlung der Medici im Palazzo Pitti und natürlich die Uffizien empfohlen.
Politisch verantwortlich für die Hauptstadt Florenz und die zehn Provinzen der Toskana ist seit dem Jahr 2000 Präsident Claudio Martini. Geld in die Gemeindekassen spülen vor allem die Landwirtschaft und der Fremdenverkehr. Gut sechs Millionen Besucher verzeichnet allein Florenz jährlich.
Die Stadt, auch "italienisches Athen" genannt, lockt mit Kunstschätzen aller Art und beeindruckender Architektur aus Protorenaissance und Renaissance. Im 14. und 15. Jahrhundert tummelten sich am Fluss Arno zahlreiche Künstler und Gelehrte, darunter Leonardo da Vinci, Galileo Galilei, Michelangelo und Machiavelli; zu der Zeit begann auch Florenz' Aufstieg zum Handels- und Finanzzentrum unter der Ägide der Familie Medici.
Im Zentrum der Stadt liegt die Piazza della Signora mit dem Palazzo Vecchio und der berühmten David-Statue von Michelangelo. Die beeindruckendste Kirche der Stadt ist wohl die romanisch-gotische Kathedrale Santa Maria del Fiore, deren rote Kuppel deutlich aus der Stadtsilhouette herausragt.
Um einiges älter noch ist die im Jahre 393 geweihte Basilica di San Lorenzo. Im 15. Jahrhundert wurde das Gotteshaus umgebaut und erweitert; sein apartes Äußeres ist der Tatsache geschuldet, dass bis heute die Fassade fehlt, weil sich kein Sponsor gefunden hat. San Lorenzo war einst die Pfarrkirche der Medici, zahlreiche Familienmitglieder sind hier begraben.
Die Grabmäler solcher Persönlichkeiten wie Michelangelo, Galilei und des Opernkomponisten Giaochino Rossini beherbergt die gotische Kirche Santa Croce. Musemsbegeisterten Besuchern seien die ehemalige Privatsammlung der Medici im Palazzo Pitti und natürlich die Uffizien empfohlen.



