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Ungarn

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Ungarn - ein Ausflug in die Geschichte
Schon in der Jungsteinzeit war das heutige Ungarn von keltischen und pannonischen Stämmen bewohnt. Die Römer gründeten dort, wo heute Pécs liegt, die Stadt Sopianae. Von deren Bedeutung als Provinzhauptstadt Pannoniens zeugen heute Überreste frühchristlicher Begräbnisstätten aus dem 4. Jahrhundert.

Unter dem Großfürsten Árpád kam das Reitervolk der Magyaren im 9. Jahrhundert in das Karpatenbecken. Im Jahr 1000 gründete Stephan I. das Königreich Ungarn. In Pécs entstand 1367, zur Zeit Ludwigs des Großen, die erste Universität des Landes. Unter König Matthias Corvinus stieg das Land im 15. Jahrhundert zur politischen Großmacht und zu einem kulturellen Zentrum auf. In diese Zeit fällt auch das Wirken des Pécser Humanisten und Dichters Janus Pannonius.

1526 kam der Großteil Ungarns unter türkische Herrschaft. Architektonische Schmuckstücke, wie die Moschee des Gazi Khassim in Pécs, entstanden damals. 1686 eroberten die Habsburger das Land und vertrieben die Türken. Fast zweihundert Jahre dauerte es, bis Ungarn im Jahr 1867 zum gleichberechtigten Partner in der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn wurde. Das Königreich umfasste damals die Slowakei, die Karpatoukraine, Siebenbürgen, Kroatien und Slawonien. Das Land erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung, war aber geprägt von Spannungen zwischen den Völkern, die dort lebten.

Im Ersten Weltkrieg stand Ungarn auf der Seite der Verlierer und musste mit dem Vertrag von Trianon (1920) mehr als zwei Drittel seines Territoriums abgeben - bis heute ein nationales Trauma. In den Zweiten Weltkrieg trat Ungarn 1941 ein, auf Seiten der Achsenmächte, und geriet mit dem Vertrag von Jalta (1945) unter sowjetischen Einfluss. Einen Volksaufstand gegen die kommunistische Diktatur im Jahr 1956 schlug die sowjetische Armee blutig nieder. Ende der 1980er Jahre trieben Oppositionsgruppen den friedlichen Systemwechsel voran. Die Öffnung des Grenzzauns zwischen Österreich und Ungarn am 27. Juni 1989 leitete das Ende der Spaltung Europas ein.

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Ungarn heute
Die Umstellungen, die auf die politische Wende folgten, hat Ungarn nicht nur gut verkraftet. Während die Hauptstadt Budapest im europäischen Vergleich eine gute Figur macht, haben ländliche Gebiete, vor allem in Osten, mit Arbeits- und Perspektivlosigkeit zu kämpfen. Auch Pécs traf es hart: Einst waren in der Region 25.000 Bergleute in Lohn und Brot, nach der Wende schlossen die Minen.

Seit 2004 ist Ungarn Mitglied der EU und erhält Fördergelder für strukturschwache Regionen. Seitdem arbeitet Pécs daran, sich als touristisches und kulturelles Zentrum zu etablieren. Die Weltwirtschaftskrise hätte 2008 fast Ungarns Staatsbankrott bedeutet; Kredite von IWF, Weltbank und EU wurden nötig.

Zehn Millionen Einwohner zählte Ungarn im Mai 2010, etwa jeder sechste davon lebt in Budapest. Größte Minderheit des Landes sind die Roma, deren Anteil an der Bevölkerung zwischen 2 und 10 Prozent geschätzt wird. Die Landschaft Ungarns ist geprägt von Tiefebenen entlang der Flüsse Theiß und Donau und von Mittelgebirgen im Nordosten und im Westen.

Wichtige Industriezweige sind Fahrzeug- und Maschinenbau, Telekommunikation und Elektronik. Auch der Tourismus spielt eine große Rolle: Mehr als dreißig Millionen Menschen aus aller Welt besuchen Ungarn pro Jahr, am liebsten die Steppenlandschaft der Puszta, den Balaton und die Hauptstadt Budapest.