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Genealogie

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Genealogie und Genetik...
gingen am Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts die "Ehe" ein - mit teils fatalen Folgen. Ausgangspunkt war die Frage nach der Vererbbarkeit von Merkmalen, wobei man charakterliche Züge und physische Eigenschaften weitgehend auf eine Stufe stellte: Geiz oder Gutgläubigkeit wurden damit ebenso zu "Erbmerkmalen" wie etwa blondes Haar oder blaue Augen.

Von dort aus war es nur ein kleiner Schritt, soziale Charakteristika an "Rassemerkmale" zu binden. Eng ist hier auch die Verbindung zur "Sozialhygiene", das heißt zur Forderung, Personen mit - wie genealogisch belegt - "schlechtem" Erbmaterial aus der Gesellschaft auszusondern oder an der Fortpflanzung zu hindern. Ein solches "Erbmerkmal" konnte zum Beispiel "Hang zu kriminellem Verhalten" sein.

Anders als oft angenommen, tauchten die frühesten Theorien und Forschungsinstitutionen auf diesem Gebiet nicht in Deutschland auf, sondern in Schweden und in den USA. "Sozialhygienische" Denkansätze spielen uneingestanden noch heute eine Rolle bei der Gestaltung der Einwanderungspolitik der Vereinigten Staaten.

Derzeit gilt als erwiesen, dass nur ein Teil selbst der physischen Merkmale einem genealogisch aufzeigbaren Erbgang folgt (etwa die Bluterkrankheit in manchen europäischen Adelsgeschlechtern). Die Entzifferung des genetischen Codes beim Menschen setzt bezüglich des angedeuteten Problems wiederum neue Akzente.