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Jugendkriminalität

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London - im Bann der Gewalt
Einst "Hauptstadt des Verbrechens", ist London heute die Hauptstadt der Videoüberwachung. Schätzungsweise 600.000 der insgesamt 4,5 Millionen britischen Überwachungskameras beobachten das Geschehen auf den Straßen der Metropole. Sie gelten als unentbehrliche Helfer bei der Verbrechensbekämpfung - im Kampf gegen die allgegenwärtige Gewalt vor allem unter Jugendlichen haben sie sich bisher jedoch nicht bewährt. Trotz der stetigen Ausweitung des Überwachungsnetzes steigt die Zahl brutaler Übergriffe deutlich.

Die Zunahme einer "Schusswaffen- und Messerkultur" speziell unter männlichen Teenagern steht schon länger im Fokus der britischen Öffentlichkeit. Etwa ein Drittel aller Attacken mit tödlichem Ausgang wird mit Messern verübt. Rund 1.600 solcher Angriffe zählte die Londoner Polizei allein 2008; 22 Jugendliche kamen dabei ums Leben. Zum Handeln gezwungen, durchsuchten Polizisten knapp 75.000 Teenager nach Messern, über 10.000 wurden verhaftet, ihre Waffen, unter anderem Macheten und Metzgermesser, konfisziert. Weil sie sich jedoch nicht ständig um das Einsammeln von Waffen kümmern kann, setzt Londons Polizei verstärkt auf die elektronische Beobachtung.

Nur haben diese Bemühungen kaum Auswirkungen auf jene Gewaltverbrechen, die vor allem von Gangs in der britischen Hauptstadt verübt werden. Londons Stadtviertel, geprägt vom Nebeneinander verschiedener ethnischer Gruppen, durchziehen unsichtbare, aber nicht zu unterschätzende Grenzen, die gegen Eindringlinge verteidigt werden. Rivalisierende Jugendbanden bekämpfen sich brutal und rücksichtslos; auch immer mehr Außenstehende werden Opfer der teils kriegsähnlichen Zustände. Überwachungskameras halten Kinder, die in solchen Verhältnissen aufwachsen, wohl kaum davon ab, sich zu bewaffnen.