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Krawalle

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"Brauch" seit 1987
Zu den ersten Mai-Krawallen in Berlin kam es 1987. Die Stimmung im Bezirk Kreuzberg war an diesem 1. Mai angespannt, denn die Polizei hatte am Morgen das Büro der Boykottinitiative zur Volkszählung aufgebrochen und durchsucht. Zudem waren Polizeikräfte bei einer Maikundgebung der Gewerkschaften gegen den revolutionären Block vorgegangen: Über eintausend Demonstranten, die Probleme wie Spekulantentum, Mietwucher und die Lebensbedingungen von Flüchtlingen thematisierten, verließen daraufhin protestierend die Kundgebung und schlossen sich einem Straßenfest in Kreuzberg an.

Die Straßenschlachten begannen, als Autonome Streifenwagen umwarfen und Bauwagen auf die Straße schleppten. Im Laufe des Abends und der Nacht brannten Barrikaden, Autos und sogar zum Löschen angerückte Feuerwehrfahrzeuge. Zudem plünderten Randalierer kleine Läden und Supermärkte; der U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof wurde in Brand gesteckt. Die Polizei musste sich zeitweise aus dem Gebiet zurückziehen, rückte jedoch zu später Stunde mit Wasserwerfern und Räumfahrzeugen gegen die alkoholisierten und ermüdeten Randalierer vor und beendete die Krawalle. Weltweit machten die Vorkommnisse damals Schlagzeilen.

Seit 1988 schließt sich der revolutionäre Block keiner Maikundgebung mehr an, sondern organisiert (fast) jedes Jahr eine eigene Demonstration in Kreuzberg. Die Demos richteten sich unter anderem gegen Nationalismus und Ausländerhass, gegen die Kriege auf dem Balkan und im Irak, gegen Kapitalismus und Gentrifizierung. In den letzten Jahren nahmen bis zu 12.000 Menschen daran teil. Regelmäßig kommt es nach den Demonstrationen zu Auseinandersetzungen von militanten Autonomen und Krawallmachern mit der Polizei, es gibt Verletzte und Festnahmen.