Wodan, Tyr und Freia
Menschen sind unsere Paten bei der Taufe - Götter standen Pate für die Namen der Wochentage. Zuerst die Götter der Babylonier, dann die römischen und später die germanischen.Mondgöttin Luna fährt in ihrem Wagen am Himmel: aus einer karolingischen Miniatur.
Kein Merkblatt für den Wochenverlauf
Natürlich nicht: Denn selten steht hinter dem Namen, was vordergründig wie ein Wochenprogramm erscheint. Also, woher kommen diese nur scheinbar leicht zu entschlüsselnden Bezeichnungen, und wie sind sie entstanden? Statt eines Merkblatts für den Wochenverlauf geht es hier um allerlei kulturgeschichtliche, praktische, finanzielle und religiöse Aspekte.
Am siebten Tage ruhen
Gott schuf die Welt an sechs Tagen und am siebten musste er ruhen: Irgendwie ist es naheliegend, dass wir seine Zeiteinteilung zum Vorbild nehmen. Wieder aber trügt der Schein: Unsere siebentägige Woche ist ein Konstrukt des alten Orients: Die Babylonier verehrten ihnen bekannte Himmelskörper und widmeten denen jeweils einen Wochentag - im Ganzen sieben.
Planetengötter standen Pate
Dieses Prinzip verfestigte sich im westlichen Kulturkreis. Orientalische Astrologen waren im kaiserlichen Rom hochangesehen; astrologiebegeisterte Römer förderten den Kult um die Planetengötter: Sol, Luna, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn standen Pate für die römischen Wochentagsnamen. Deren genaues "Taufdatum" ist unbekannt. Es lag irgendwann zwischen dem ersten und dem vierten Jahrhundert nach Christus.
Handel braucht Termine
Den Römern verdanken die Germanen die Woche: Unsere Altvorderen hatten bis dahin nur ungenaue Vorstellungen von der Zeitrechnung. Fiskalische Zwecke und ein intensiver Handel waren letztlich verantwortlich für die Übernahme einer einheitlichen Regelung: Die Abgabe der Steuern und Waren sollte zum vereinbarten Termin erfolgen...
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