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Pubertät

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Körper im Umbau
Der ansteigende Hormonspiegel zu Beginn der Pubertät verursacht zahlreiche - sichtbare wie unsichtbare - körperliche Veränderungen. Bei Jungen wird die Produktion des männlichen Geschlechtshormons Testosteron stark angeregt. Zuerst vergrößern sich Hoden und Hodensack, etwa ein Jahr später auch der Penis. Parallel dazu setzt die Samenproduktion ein. Das zunächst unsichtbare Zeichen der Zeugungsfähigkeit wird mit dem ersten nächtlichen Samenerguss sichtbar. Im Intimbereich und unter den Achseln zeigt sich erste Schambehaarung; im Gesicht beginnen zarte Barthaare zu sprießen.

Während breite Schultern, wachsende Muskeln und eine männlichere Figur angenehme Folgen der Pubertät sind, ärgern sich viele Jungen nun über Pickel, fettige Haut und verstärktes Schwitzen. Unter dem Einfluss der Hormone kommt es auch zum so genannten Stimmbruch: Der Kehlkopf wird größer, die Stimmbänder länger. Das allerdings verwirrt das Gehirn und die Stimme überschlägt sich eine Zeit lang, bevor sie irgendwann ihren tiefen Tonfall erreicht.

Im weiblichen Körper beginnen die Eierstöcke zu wachsen und das Geschlechtshormon Östrogen zu produzieren. Sichtbare Anzeichen dafür sind das Brustwachstum und zunehmende Behaarung unter den Achseln und im Schambereich. Breitere Hüften und eine schmale Taille machen die Figur weiblicher. Ähnlich wie ihre männlichen Altersgenossen kämpfen pubertierende Mädchen mit Pickeln, fettiger Haut und erhöhter Schweißproduktion.

Mit Einsetzen der Eizellreifung in den Eierstöcken bereitet sich der weibliche Körper auf die erste Regelblutung und den Monatszyklus vor. Die Schleimhäute der Gebärmutter sondern zunächst eine Weißfluss genannte durchsichtige Flüssigkeit ab, bevor einige Monate später die Menarche einsetzt. Diese erste Regelblutung zeigt an, dass das Mädchen jetzt über reife Eizellen verfügt, also schwanger werden kann.

Übrigens: Laut einer Studie der Universitätsklinik Kopenhagen treten immer mehr Mädchen in die Pubertät ein, bevor sie das zehnte Lebensjahr erreicht haben. Die genauen Ursachen für diese Entwicklung sind jedoch noch ungeklärt. Die Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang zwischen "besserer", weil proteinreicher Ernährung und dem früheren Pubertätsbeginn im Vergleich zu vergangenen Generationen.

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Baustelle Gehirn
Ging man früher davon aus, dass das menschliche Gehirn bereits vor der Pubertät vollständig entwickelt ist, zeigten neuere Untersuchungs- und Forschungsmethoden, dass die Pubertät unsere Schaltzentrale noch einmal mächtig verändert. Seit Anfang der 1990er Jahre untersuchen Wissenschaftler des National Institute of Mental Health (NIMH) in regelmäßigen Abständen die Hirnscans von Teenagern, die ihnen ein Magnetresonanztomograf (MRT) liefert - und machten erstaunliche Entdeckungen:

Vor allem die graue, mit kognitiven Aufgaben betraute Hirnsubstanz erlebt zu Beginn der Pubertät einen Wachstumsschub, Nervenzellen verzweigen sich und bilden neue Kontaktstellen. Zugleich werden Nervenverbindungen, die überflüssig sind, aufgelöst. Diese "Aufräumaktion" hat Folgen: Die Wachstumsprozesse im Gehirn erreichen nicht alle Regionen gleichzeitig, die Umbauarbeiten dauern unterschiedlich lang. Während etwa die Bereiche, die für Sprache und räumliches Denken zuständig sind, bereits renoviert wurden, bildet sich das Präfrontalhirn, welches für rationales Denken und vorausschauendes, überlegtes Planen verantwortlich ist, zuletzt aus.

Die US-amerikanischen Forscher glauben, in den unterschiedlichen Entwicklungsphasen eine Erklärung für pubertäre Widersprüchlichkeiten und Schwierigkeiten gefunden zu haben: Die Bauarbeiten im Vorderhirn - die übrigens bis ins dritte Lebensjahrzehnt andauern können - machen die Jugendlichen unberechenbar; sie können weder Entscheidungen treffen noch ihre Emotionen kontrollieren. Und das zu einer Zeit, in der jene Bereiche im Gehirn, die für all die vielschichtigen Gefühle, aber auch für Neugier und Nervenkitzel zuständig sind, ihre Tätigkeit längst aufgenommen haben.

Parallel dazu schränken die Umbauten die Fähigkeit der Jugendlichen ein, Emotionen anderer richtig einzuschätzen. Das ergab ein Experiment von Hirnforschern der San Diego State University: Sie legten ihren 10- bis 22jährigen Probanden Porträtfotos vor. Bei der Deutung der den Emotionen zugrunde liegenden Situationen lagen die meisten Teenager falsch. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass Pubertierende nicht in der Lage seien, über die Konsequenzen ihres Tuns nachzudenken, und deshalb impulsiver handelten.