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Umweltschutz

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Katastrophenvertuschungsinstitut
Schon in der Verfassung der DDR von 1968 war der Schutz der Natur und der Umwelt zur Pflicht des Staates und der Gesellschaft erklärt worden, und als einer der ersten Staaten weltweit richtete die DDR 1972 ein Ministerium für Umweltschutz- und Wasserwirtschaft (MfUW) ein.

Die löblichen Ansätze jedoch erstickten bald unter den Erfordernissen der Wirtschafts- und Sozialpolitik: Der Ölpreisschock beförderte eine Renaissance der heimischen Braunkohle. Unter dem chronischen Druck des Devisenmangels blieben Investitionen zur Modernisierung von Fabriken aus, viele Anlagen fuhren auf Verschleiß, Produktivität und Effizienz nahmen - bei steigendem Energiebedarf - ab.

Das frühere Aushängeschild der Umweltpolitik, das Umweltschutzministerium, wandelte sich derweil zu einem Katastrophenvertuschungsinstitut; die DDR- Regierung verschwieg Umweltzerstörungen, vertuschte und log. Luftverschmutzung, Gewässerbelastung, saurer Regen und Waldsterben - all das gab es nach offiziellen Darstellungen in der DDR nicht.

Damit niemand das Gegenteil behauptete, setzte eine rigorose Desinformationspolitik ein: Ab 1973 wurden keine Umweltdaten mehr veröffentlicht, selbst politische Entscheidungsträger hatten eingeschränkten Zugang zu Informationen - bis hin zu einem Beschluss des Ministerrats vom 16. November 1982, der Geheimhaltung für sämtliche Umweltfragen verordnete.