Neue Rollen?
In vielen Familien übernehmen heute auch Männer "Mutterpflichten" wie füttern, wickeln und in den Schlaf wiegen. Aber wie viele Väter fügen sich wirklich in neue Rollen?Der Wunsch, mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, bedeutet für viele Väter einen Spagat zwischen Familie und Beruf.
Prominente Vorzeigepapis
Prominente wie Brad Pitt, der seine Kinder stolz vor sich herträgt, oder der mit seinen Kindern Ski fahrende David Beckham können auf den Promi-Bonus rechnen. Gern macht die Presse sie zu Vorzeigepapis, während unbekannte Väter wie Joachim zu "Softies" oder "Mapis ohne Brüste", wie Illustrierte schon in den 1980er Jahren titelten, herabgestuft werden.
"Verweiblichte Erziehung"
So sind nicht nur Wickeltische in Männertoiletten kaum vorhanden. Auch Männer wie Joachim, der sich bewusst für die Rolle des Hausmanns entschieden hat, sind eher selten. Hatte nicht Renate Schmidt, damals Bundesfamilienministerin, beklagt, dass die Kindererziehung verweiblicht sei? "Kinder brauchen männliche Vorbilder!", forderte sie. Joachim will ein solches sein. Er ist einer jener wenigen, der dem Aufruf gefolgt ist. Aber wo sind die anderen, vielbeschworenen "Neuen Väter"?
Schaut sich Joachim in seinem Freundes- und Bekanntenkreis um, steht er auf einsamem Posten. Da herrscht immer noch die klassische Rollenverteilung vor: die Mutter kümmert sich um das Kind, während der zum Freizeitvater reduzierte Mann das Geld nach Hause bringt. Und das, obwohl sich laut einer Studie des Väterforschers Wassilios Fthenakis Väter heute in erster Linie als Erzieher sehen. "Erst an zweiter Stelle steht das Bild vom Vater als Ernährer." Tatsächlich aber nutzen nur wenige Väter die Möglichkeit zur Elternzeit oder Teilzeitarbeit.
Emanzipation - nein danke?!
Männer beziehen nun mal ihre Identität aus dem Beruf, heißt es. Somit scheint sich an der Ernährerrolle des Mannes bis heute nicht viel geändert zu haben, an seiner Autorität - dank Emanzipation und Gleichberechtigung - dagegen sehr wohl. Um sich ihres Mannseins nicht zu berauben, hängen viele Männer dem klassischen Vaterbild nach, denn Vaterschaft ist immer auch eng mit Vorstellungen von Männlichkeit verknüpft. Je größer der berufliche Erfolg, desto größer die Akzeptanz als Vater und Mann. Wie männlich aber ist ein Windeln wechselnder Mann? Ob der vielleicht nur versucht, fehlenden beruflichen Erfolg zu kompensieren?
Comeback der Tradition
Und so sind es die "Alten Väter", die den Ton angeben. Keinesfalls eine nahtlose Fortsetzung schon immer gelebter Rollenmuster, vielmehr ein Comeback der Tradition, denn Vaterbilder sind stets einem Wandel unterworfen. Abhängig von Zeit, Raum und Religion sind es die jeweiligen Kulturen, die Vätern ihre Kompetenzen, Aufgaben und Funktionen zuschreiben.
Pater familias
Prägend für mehrere Jahrhunderte war das Bild des pater familias der römischen Antike, der als Familienoberhaupt die oberste Autorität der Familie war. Zur Familie gehörten nicht nur Frau, Kinder und Verwandte, sondern auch Gesinde und Sklaven, für die der allmächtige Vater das Züchtigungsrecht bis hin zum Tode hatte.
Bis in die Neuzeit vereinte der pater familias all jene Eigenschaften in seiner Person, die auch für das Regieren eines Staates als unverzichtbar angesehen wurden: Pflichtgefühl und Milde einerseits, Strenge und Gewalt andererseits. Nicht von ungefähr war Väterlichkeit gleichbedeutend mit Ordnung, wurde die Heimat zum Vaterland und der Vater zum symbolischen Stellvertreter des Staates erkoren, dessen eigener Staat die Familie war...
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Männer für das Leben mit Kindern fit machen - das ist das Motto diverser Beratungsstellen für Väter und für die, die es werden wollen. Ziel ist, Männer auf das Vater-Sein vorzubereiten, sie bei der Entwicklung intensiver Beziehungen zum Kind zu unterstützen und Lösungen für die Doppelbelastung in Beruf und Familie anzubieten. Hilfe und Informationen zum Thema Mann- und Vatersein gibt es bei folgenden Beratungsstellen:
Männer für das Leben mit Kindern fit machen - das ist das Motto diverser Beratungsstellen für Väter und für die, die es werden wollen. Ziel ist, Männer auf das Vater-Sein vorzubereiten, sie bei der Entwicklung intensiver Beziehungen zum Kind zu unterstützen und Lösungen für die Doppelbelastung in Beruf und Familie anzubieten. Hilfe und Informationen zum Thema Mann- und Vatersein gibt es bei folgenden Beratungsstellen:
Mannege e. V. Väterzentrum Berlin
Marienburger Straße 28
10405 Berlin
Tel.: (030) 28 38 98 61
Internet: www.mannege.de
Diözesan-Caritasverband
Für das Erzbistum Köln e.V.
Referat esperanza
Georgstraße 7
50676 Köln
Tel.: (0221) 20 10 284
Internet: www.esperanza-online.de



