Gefahr im Verborgenen
Basis des menschlichen Skeletts ist der Beckengürtel. Dort beginnt mitunter auch der altersbedingte Abbau von Knochenmasse: die Osteoporose. Häufig merken Betroffene anfangs gar nicht, dass sie krank sind.Litt Ludwig van Beethoven an Morbus Paget? Schleichender Verlust des Gehörs ist jedenfalls ein typisches Symptom der Knochenerkrankung. (Gemälde: Joseph Karl Stieler, 1820)
Aus dem Gleichgewicht
Manche Experten allerdings vermuten, dass Beethoven an Morbus Paget gelitten haben könnte, einer Knochenkrankheit, bei der das Gleichgewicht zwischen Auf- und Abbau von Knochen gestört ist. So bauen an Morbus Paget Erkrankte Knochen bis zu vierzig Mal schneller ab als gesunde Menschen, wodurch neue Knochen unkontrolliert wachsen. Als Folge verlieren Knochen ihre Festigkeit und Form, werden schwächer und schmerzempfindlicher.
Löwenschädel und Gehörverlust
Das Fatale daran ist, dass Beschwerden oft erst lange nach Ausbruch der Krankheit auftreten und wirksame Therapien somit zu spät ansetzen. Zudem sind die ersten Anzeichen - meist Rücken- und Beinschmerzen sowie Arthrosen - wegen ihrer Symptomatik Fehldiagnosen ausgesetzt. Erst im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Verkrümmungen oder, sofern Schädelknochen befallen sind, zu Kopfschmerzen. Dann kann der Kopf dicker werden, Hüte passen auf einmal nicht mehr - ein Phänomen, das man als Löwenschädel bezeichnet. Auch Nerven, die das Ohr versorgen, können betroffen sein.
Schützen und stützen können Knochen nur bei Gesundheit. Voraussetzung dafür ist ein Gleichgewicht zwischen Abbau und Aufbau von Knochenmasse.
Das Ausmaß der Symptome zeigt, wie wichtig Knochen für den menschlichen Organismus und für die Gesundheit sind. Obwohl das Skelett nur etwa zwölf Prozent des Körpergewichts ausmacht, haben Knochen zahlreiche Aufgaben zu erfüllen: sie tragen und stützen den Körper, sind unverzichtbarer Bestandteil des Bewegungsapparats, speichern Energie und Mineralstoffe. Gleichzeitig schützen die Knochen innere Organe, beispielsweise der Schädelknochen das Gehirn, der Brustkorb Herz und Lunge. Außerdem bilden sich im Knochenmark die Blutzellen.
All das kann das Skelett nur, wenn die Knochensubstanz intakt ist. Ab dem 35. Lebensjahr aber verringert sich die Knochendichte allmählich, wodurch die Gefahr von Krankheiten mit zunehmendem Alter steigt. Morbus Paget beispielsweise tritt selten vor dem 40. Lebensjahr auf. Mit schätzungsweise 75.000 Erkrankten ist das Leiden eine der am häufigsten vorkommenden Knochenkrankheiten in Deutschland...
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Infobox
Aufbau der Knochen
Aus etwa 206 Knochen unterschiedlicher Form und Größe besteht das menschliche Skelett. Jeder Knochen setzt sich aus vier Bestandteilen zusammen: Knochenhaut, Knochenmark, Knochenmasse und Knochenbälkchen.
Den äußeren Rahmen bildet die Knochenhaut, die den Knochen umgibt. Darunter befindet sich die kompakte Knochenmasse, die den inneren Kern aus Knochenbälkchen ummantelt. Letztere bilden ein schwammartiges Gerüstwerk, das dem Knochen Stabilität verleiht - der filigrane Aufbau diente sogar als Vorbild für den Pariser Eiffelturm.
In den Hohlräumen der großen Knochen ist das Knochenmark eingelagert, das bis zu fünf Milliarden Blutzellen pro Tag bildet. Knochen bestehen zu zehn Prozent aus Wasser und zu zwanzig Prozent aus organischen Stoffen. Der Rest sind anorganische Mineralien wie Kalzium, Phosphor und Magnesium.
Aus etwa 206 Knochen unterschiedlicher Form und Größe besteht das menschliche Skelett. Jeder Knochen setzt sich aus vier Bestandteilen zusammen: Knochenhaut, Knochenmark, Knochenmasse und Knochenbälkchen.
Den äußeren Rahmen bildet die Knochenhaut, die den Knochen umgibt. Darunter befindet sich die kompakte Knochenmasse, die den inneren Kern aus Knochenbälkchen ummantelt. Letztere bilden ein schwammartiges Gerüstwerk, das dem Knochen Stabilität verleiht - der filigrane Aufbau diente sogar als Vorbild für den Pariser Eiffelturm.
In den Hohlräumen der großen Knochen ist das Knochenmark eingelagert, das bis zu fünf Milliarden Blutzellen pro Tag bildet. Knochen bestehen zu zehn Prozent aus Wasser und zu zwanzig Prozent aus organischen Stoffen. Der Rest sind anorganische Mineralien wie Kalzium, Phosphor und Magnesium.




