Mehr als nur Rauschmittel
Seine negativen Seiten sind bekannt: Missbrauch führt zu gesundheitlichen Schäden. Alkohol kann allerdings auch Gutes bewirken, er schützt Herz und Nieren - und lässt Franzosen länger leben.Wenn Grippeviren und Magen-Darm-Erkrankungen Hochkonjunktur haben, wächst die Angst, sich anzustecken. Vor allem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ist die Gefahr allgegenwärtig - und der Kampf gegen Infektionen jeglicher Art eine Daueraufgabe. Als Desinfektionsmittel spielt Alkohol eine entscheidende Rolle. Seine sonst so gefürchtete zerstörerische Wirkung ist erwünscht, wenn es gegen Bakterien geht. Besonders häufig gilt es etwa zu verhindern, dass aus einer Wundinfektion eine Sepsis, eine Blutvergiftung, entsteht - immerhin eine der häufigsten Todesursachen.
Gegen Juckreiz
Meist weniger dramatisch, doch durchaus schmerzhaft sind Insektenstiche. Omas Hausrezept: Das Einreiben mit Alkohol lindert die Schmerzen und vor allem den Juckreiz. Wie der Name bereits verrät, besteht auch der berühmte Franzbranntwein zu einem großen Teil aus Alkohol. Er hilft bei Muskelkater und Verspannungen, weil er die Durchblutung fördert - bei äußerer Anwendung.
Alkohol auf Rezept
In der Pharmazie ist Alkohol elementar. Viele Menschen bevorzugen Medikamente auf pflanzlicher Basis. Um sie herstellen und einen hohen Wirkstoffgehalt zu erreichen, benötigt man Alkohol als Auszugsmittel. Dazu werden zum Beispiel Kräuter oder Pflanzenbestandteile in Alkohol gelegt. "Er dringt leicht in die Pflanzenzellen ein und kann ihnen schonend die gewünschten Substanzen entziehen", so die pharmazeutisch-technische Assistentin Sabine Schober. Ätherische Öle, Fettsäuren und viele andere Substanzen sind nämlich in Wasser nicht lösbar. Aber nicht nur als Trägersubstanz ist Alkohol wichtig, sondern auch als natürliches Konservierungsmittel, weil auf andere, künstliche Konservierungsstoffe verzichtet werden kann. Der Einsatz von Alkohol in Medikamenten sei - außer bei Alkoholikern - unbedenklich, sagen Pharmazeuten. Doch es gilt: Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Die Franzosen und der Rotwein
In den vergangenen Jahren sorgten Untersuchungen für Aufsehen, die positive gesundheitliche Wirkungen des Alkohols belegten - speziell eine höhere Lebenserwartung durch den gemäßigten Konsum von Rotwein. Die Wurzel für jene Hypothesen liegt im so genannten "Französischen Paradox", wonach Franzosen trotz vergleichsweise hohem Fettkonsum eine der niedrigsten Sterblichkeitsraten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der westlichen Welt aufwiesen. "Das Postulat des 'French Paradox' ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie methodisch gut durchgeführte Studien an großen, repräsentativen Gruppen aus der Allgemeinbevölkerung unerwartete Zusammenhänge aufdecken können", betont der Kardiologe Armin Imhof von der Universitätsklinik Ulm.
Dünnes Blut
Der Mediziner erklärt: "Der Alkohol sorgt für drei Haupteffekte, die günstig für die Vorbeugung von Herzkreislauferkrankungen sein können." So verändere Alkohol die Fettwerte im Blut - vor allem das gute Cholesterin würde angehoben. Alkohol habe einen entzündungshemmenden Effekt, der sich positiv auf die Gefäße auswirken kann. Außerdem werde das Blut verdünnt und Gefäßverkalkungen vorgebeugt. "Die wiederum sind die Hauptursache für Herzinfarkt und Schlaganfall mit den hinlänglich bekannten katastrophalen Folgen", so Dr. Imhof weiter...
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Allgegenwärtige Substanz
Chemisch korrekt heißt der Stoff Ethanol oder Ethylalkohol. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass Frauen pro Tag nicht mehr als 20 Gramm Alkohol konsumieren sollten, Männer höchstens 30 Gramm. Das entspricht bei Frauen rund einem halben Liter Bier oder einem Glas Wein, bei Männern also etwa 0,75 Liter Bier und 0,3 Liter Wein.
Auch in Nahrungsmitteln, in denen man Alkohol zunächst gar nicht vermutet, ist er in geringem Maße vorhanden. So enthält eine Scheibe Roggenbrot ungefähr 0,4 Gramm Alkohol, ein Glas Apfelsaft etwa 0,6 Gramm. Ein kleiner Becher Kefir bringt es schon auf 2,5 Gramm Alkohol, allein durch den natürlichen Gärungsprozess. Allerdings ist den meisten durch die 0,5 Promille-Grenze im Straßenverkehr die Blutalkoholkonzentration als Maßeinheit weitaus geläufiger.
Ein Promille entspricht dabei dem Massenverhältnis von einem Milligramm Alkohol pro Gramm Blut. Zu welchem Promillewert eine aufgenommene Alkoholmenge führt, hängt neben dem Geschlecht maßgeblich von Gewicht, Alter und Größe ab. Das Blut selbst enthält auch dann einen Anteil von 0,02 bis 0,03 Promille, wenn man überhaupt keinen Alkohol getrunken hat.
Chemisch korrekt heißt der Stoff Ethanol oder Ethylalkohol. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass Frauen pro Tag nicht mehr als 20 Gramm Alkohol konsumieren sollten, Männer höchstens 30 Gramm. Das entspricht bei Frauen rund einem halben Liter Bier oder einem Glas Wein, bei Männern also etwa 0,75 Liter Bier und 0,3 Liter Wein.
Auch in Nahrungsmitteln, in denen man Alkohol zunächst gar nicht vermutet, ist er in geringem Maße vorhanden. So enthält eine Scheibe Roggenbrot ungefähr 0,4 Gramm Alkohol, ein Glas Apfelsaft etwa 0,6 Gramm. Ein kleiner Becher Kefir bringt es schon auf 2,5 Gramm Alkohol, allein durch den natürlichen Gärungsprozess. Allerdings ist den meisten durch die 0,5 Promille-Grenze im Straßenverkehr die Blutalkoholkonzentration als Maßeinheit weitaus geläufiger.
Ein Promille entspricht dabei dem Massenverhältnis von einem Milligramm Alkohol pro Gramm Blut. Zu welchem Promillewert eine aufgenommene Alkoholmenge führt, hängt neben dem Geschlecht maßgeblich von Gewicht, Alter und Größe ab. Das Blut selbst enthält auch dann einen Anteil von 0,02 bis 0,03 Promille, wenn man überhaupt keinen Alkohol getrunken hat.



