Volksdroge Alkohol
Andere Drogen sind verboten, um die Allgemeinheit zu schützen. Alkohol bleibt erlaubt, weil der Einzelne - angeblich - damit umgehen kann. Doch kein Rauschmittel tötet mehr Menschen als der Alkohol.Die Wirkung von Alkohol wird von vielen Autofahren unterschätzt. Fahren unter Alkoholeinfluss zählt zu den häufigsten Unfallursachen.
Keine Droge fordert mehr Opfer
73.000 Menschen starben 2008 an den Folgen von Alkoholmissbrauch. Keine Droge fordert jährlich mehr Opfer, nur Tabakkonsum scheint ähnlich gefährlich zu sein. Noch dramatischer fällt der Befund aus, wenn man ihn mit den Zahlen der Opfer illegaler Drogen vergleicht. Das Bundeskriminalamt registrierte in seiner Falldatei Rauschgift, dass 2008 etwa 1.500 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen starben. Dabei handelt es sich nicht etwa um Opfer nur einer bestimmten Droge, sondern es ist die Gesamtzahl der Opfer aller erhältlichen illegalen Drogen. Durch Alkohol sterben in Deutschland also 50-mal mehr Menschen als durch Heroin, Kokain, Ecstasy, LSD, Cannabis und andere Drogen zusammen.
Wann Alkoholkonsum gefährlich wird
9,5 Millionen Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in riskanter Form, so das Bundesministerium für Gesundheit in seinem Drogen- und Suchtbericht 2009. 1,3 Millionen Menschen sind alkoholabhängig. Wenn der Alkohol zu gesundheitlichen Schäden führt oder bereits eine Abhängigkeit vorliegt, ist der Konsum auf jeden Fall riskant. Es geht vor allem darum, in welchen Mengen Alkohol getrunken wird oder ob der Betroffene regelmäßig trinkt.
Bis zum Kontrollverlust
Die Schwelle ist dabei niedriger, als man denkt. Das berühmte "Feierabendbier" oder das Glas Wein vor dem Schlafengehen kann bereits ein Zeichen von Abhängigkeit sein. Der so genannte "Quartalstrinker", der nur in unregelmäßigen Abständen trinkt, dafür aber dann exzessiv bis zum Kontrollverlust, gilt im medizinischen Sinne als ebenso gefährdet. Häufig fällt der riskante Trinker erst dann auf, wenn er nicht mehr auf gesellschaftlich tolerierte Weise Alkohol konsumiert. Wer selbst testen möchte, ob sein Alkoholkonsum riskant ist, kann dies im Internet unter www.drugcom.de tun.
Markus Fischer (11.01.2010)
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Wie wird Alkohol abgebaut?
Alkohol wird vor allem in der Leber abgebaut, und zwar mit Hilfe zweier Enzyme. Zunächst wird der Alkohol in Azetaldehyd umgewandelt. Azetaldehyd ist äußerst giftig und schädigt die Zellmembranen und hemmt andere Enzymsysteme. Das Azetaldehyd wird zu Essigsäure abgebaut und danach zu Azetyl-Koenzym A umgewandelt. Dieser Prozess führt dann zu einer Anhäufung von Fettsäuren in der Leber, weshalb es bei starkem Alkoholkonsum zu einer Fettleber kommen kann. Bei übermäßigem Alkoholkonsum aktiviert der Körper zusätzlich die Mischfunktionale Oxidase. Dieses Enzym bewirkt, dass sich der Körper an Alkohol gewöhnt. Es verringert die berauschende Wirkung von Alkohol und wandelt ihn schneller in Azetaldehyd um. Aber der Abbau des Alkohols insgesamt wird nicht beschleunigt, so dass keine gesundheitlichen Vorteile entstehen.
Alkohol wird vor allem in der Leber abgebaut, und zwar mit Hilfe zweier Enzyme. Zunächst wird der Alkohol in Azetaldehyd umgewandelt. Azetaldehyd ist äußerst giftig und schädigt die Zellmembranen und hemmt andere Enzymsysteme. Das Azetaldehyd wird zu Essigsäure abgebaut und danach zu Azetyl-Koenzym A umgewandelt. Dieser Prozess führt dann zu einer Anhäufung von Fettsäuren in der Leber, weshalb es bei starkem Alkoholkonsum zu einer Fettleber kommen kann. Bei übermäßigem Alkoholkonsum aktiviert der Körper zusätzlich die Mischfunktionale Oxidase. Dieses Enzym bewirkt, dass sich der Körper an Alkohol gewöhnt. Es verringert die berauschende Wirkung von Alkohol und wandelt ihn schneller in Azetaldehyd um. Aber der Abbau des Alkohols insgesamt wird nicht beschleunigt, so dass keine gesundheitlichen Vorteile entstehen.
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Warum Männer "mehr vertragen"
Der Abbau von Alkohol wird durch mehrere Faktoren bestimmt: Geschlecht, Alter und Körpergewicht. Frauen verfügen über weniger Körperfett und Körperwasser als Männer, außerdem kommen bei ihnen die alkoholabbauenden Enzyme in geringerer Menge vor. Deshalb ist Alkoholkonsum für Frauen grundsätzlich gefährlicher. Es gilt auch: Je älter man wird, desto schlechter kann der Alkohol abgebaut werden. Und zwar deshalb, weil sich der Körperwasseranteil pro Kilogramm Körperflüssigkeit im Alter verringert. Für Jugendliche ergeben sich noch andere Gefahren: Bei ihnen kann Alkoholkonsum das Knochenwachstum und den Muskelaufbau beeinträchtigen. Außerdem sind Gehirnschäden wahrscheinlicher, da die Gehirnentwicklung im Schnitt erst im zwanzigsten Lebensjahr vollständig abgeschlossen ist.



