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Blut

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Infektionen durch verseuchtes Spenderblut
Zu Beginn der 1980er Jahre traten weltweit HIV- und Hepatitis-Infektionen durch Blutprodukte auf. Besonders Hämophile waren betroffen, deren Gerinnungsstoff-Mittel aus Blutkonserven von jeweils 2.000 bis 5.000 Spendern stammte.

In Deutschland infizierten sich über vierzig Prozent der Bluter-Patienten mit HIV, in den USA waren es rund fünfzig Prozent. Der Immunschwächevirus konnte im Mai 1983 zum ersten Mal isoliert werden.

Durch konsequentes und schnelles Handeln, wie Bluttests der Spender und Hitzeinaktivierung des Virus hätte die Ansteckungsquote deutlich reduziert werden können. Experten gehen davon aus, dass trotz damals noch unausgereifter Testverfahren immerhin rund sechzig Prozent der Infizierungen hätten verhindert werden können.

Das weltweit zögerliche Verhalten der Gesundheitsbehörden sowie Vertuschungsversuche und Fälle illegalen Bluthandels sorgten für mediale Empörung und Angst in der Bevölkerung.

Erst im Juli 1985 führt Deutschland die allgemeine Pflicht von HIV-Tests bei Blutspenden ein. Bis dahin hatten sich in der BRD schon 1.846 Bluter mit HIV infiziert. Heute liegt das Infektionsrisiko durch Blutprodukte bei geschätzten 1:1 Millionen.

Außerhalb der Industrieländer ist das Ansteckungsrisiko nach wie vor erheblich: In Venezuela liegt es bei etwa vierzig Prozent. Nach Angaben der WHO testen nur 43 der 191 Mitgliedsländer Spenderblut auf HIV.

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Über den Blustspendeskandal der 1980er Jahre äußert sich Dr. med. Wolfgang Voerkel, Transfusionsmediziner am Leipziger Labor Dr. Reising-Ackermann und Kollegen:
Im Interview: Dietmar Schranz  
Im Interview: Wolfgang Voerkel