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Diät

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Antike Diätetik
Diätetik-Regeln aus dem alten Griechenland sind unter anderem von Pythagoras (um 570 bis 510 v. Chr.) überliefert: Der riet seinen Landsleuten, auf keinen Fall Bohnen, Herz oder Gehirn zu essen, sondern sich hauptsächlich von rohem Gemüse und Wasser zu ernähren.

Zur pythagoreischen Lebensweise gehörte auch, nach dem Aufstehen das Betttuch glatt zu streichen und den rechten vor dem linken Schuh anzuziehen. Gegen die Regeln war es, Ringe zu tragen, Schwalben im Haus zu haben oder bei Lampenschein in den Spiegel zu schauen.

Nicht alle Zeitgenossen stimmten den Vorschlägen des Pythagoras zu. Unstrittig war den Griechen jedoch: Das Individuum trägt die Verantwortung für sein Wohlbefinden und hat seine Leidenschaften zu beherrschen.

Krankheit und Übergewicht galten als Folgen charakterlicher Verfehlungen. Zudem waren sie sozial unerwünscht: Das Körperideal in den Stadtstaaten des Peloponnes, die häufig miteinander im Streit lagen, war das des schlanken, trainierten Athleten und Soldaten.

Dieses Gebot der Selbstbeherrschung hatte sich bei den Römern etwas abgeschwächt. Der römische Patrizier liebte die vita activa mit üppigen Mahlzeiten und rauen Mengen Wein, ging aber auch körperlichen Betätigungen wie Bädern, Turnübungen und der Jagd nach.

Im Unterschied zu den Griechen galt bei den Römern eine leichte Wohlbeleibtheit als gesund. Und für Fettleibigkeit, erkannte der Arzt Aulus Cornelius Celsus im ersten Jahrhundert n. Chr., sei neben dem Essverhalten eine Art konstitutioneller Faktor verantwortlich - heute sagt man dazu genetische Veranlagung.

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Gegen den Schlankheitswahn
Frauen, die ihren Magen klammern lassen, und untergewichtige Teenager, die Selbstmord begehen, weil sie es "nicht ertragen können, dick zu sein" - die Britin Mary Evans Young hatte die Nase voll vom Schlankheitswahn und rief 1992 den Internationalen Anti-Diät-Tag ins Leben. Die Idee dahinter ist, die natürliche Vielfalt an Körpergrößen und -formen zu zelebrieren und den eigenen Körper - egal welchen Gewichts - zu akzeptieren und zu bejahen.

Anhänger des Anti-Diät-Tages kritisieren das von den Medien verbreitete Schlankheitsideal, das normalgewichtige Menschen dazu verleitet, sich dick zu fühlen und Diät zu halten. Dabei seien Diäten teuer, langweilig, unsexy, nutzlos, führten nicht automatisch zu besserer Gesundheit und schon gar nicht zu mehr Schönheit!

Anliegen des Anti-Diät-Tages ist es darum, andere Schönheitsideale zu entwickeln, über die Hintergründe der Diätindustrie zu informieren, ihre Methoden und Versprechungen zu prüfen und auf die Gesundheitsgefahren von übermäßigem Diäthalten und von Ess-Störungen hinzuweisen.

Inzwischen gibt es in vielen Ländern jährlich am 6. Mai Aktionen zum Anti-Diät-Tag. Das können Diskussionen und Workshops sein, gemeinsame Picknicks, Tanzabende, Kunstausstellungen oder Mahnveranstaltungen für Opfer von Ess-Störungen und Schlankheitsoperationen. Mitunter kommen auch Leute zu Demonstrationen vor Diät- und Schönheitskliniken zusammen und zertrümmern dort einen Haufen Körperwaagen.