Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zum Thema

Ernährung

Infobox

Zwischen 1996 und 2002 erstellten Forscher der Universität Gießen die Gießener Ernährungsstudie über das Ernährungsverhalten von Armutshaushalten. Ziel der Studie war, das Ernährungs- und Einkaufsverhalten von Haushalten, die Sozialleistungen beziehen, zu beobachten und wissenschaftlich auszuwerten. Dazu begleiteten die Forscher ausgewählte Personen und Familien über ein Jahr bei ihren Einkäufen, führten regelmäßige Befragungen durch und sprachen mit Sozialarbeitern und Behörden.

Auffallend war, dass arme Menschen nicht nur weniger Geld für Nahrungsmittel zur Verfügung hatten, sie zeigten auch weniger Interesse an gesunder Ernährung und an den Möglichkeiten der Zubereitung von frischen Lebensmitteln. Ebenso trat der kulturelle und soziale Wert der Nahrungsaufnahme (das gemeinschaftliche Essen) in den Hintergrund. Mit den Ergebnissen der Untersuchung konnte erstmals wissenschaftlich fundiert nachgewiesen werden, dass Armut das Ernährungsverhalten, und damit die Gesundheit, negativ beeinflusst.