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Haare

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Allein auf dem Kopf wachsen jeden Tag mehr als dreißig Meter Haar. Das ist das Ergebnis einer interessanten Rechnung: Bei durchschnittlich 100.000 Haaren, von denen jedes im Monat einen Zentimeter wächst, ergibt das pro Kopf ein monatliches Haarwachstum von 1.000 Metern.

Die Haarzwiebeln am Kopf sind besonders aktiv, sodass dort das Haar viel schneller wächst als an anderen Stellen der Haut - und auch länger wird. Ohne Schneiden erreichten Männer eine maximale Haarlänge von 40 bis 50 Zentimetern, Frauen sogar 70 bis 80 Zentimeter. Längen über einen Meter sind selten, da der natürliche Lebenszyklus des Haares dafür sorgt, dass es vorher ausfällt.

Ungefähr sieben Jahre umfasst die von mehreren Phasen gekennzeichnete Lebensspanne eines Haares: In der Wachstumsphase wächst das Haar in drei Tagen etwa einen Millimeter. Wachstumsgeschwindigkeit und -dauer sind genetisch festgelegt und variieren je nach Körperregion.

Nach dieser ersten Phase, die bei Männern etwa zwei bis vier Jahre und bei Frauen zwischen vier und sechs Jahren dauert, durchlebt das Haar eine kurze Übergangsphase von zwei bis vier Wochen, um dann in die Ruhephase überzugehen: nach weiteren drei bis vier Monaten fällt es schließlich aus und ein neues Haar wächst nach. Dieser Vorgang kann sich in jedem Haarfollikel bis zu zwölf Mal wiederholen. Auf diese Weise verliert der Mensch jeden Tag zwischen 60 und 100 Haare.

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Ursprünglich sind Dreadlocks die natürliche Haartracht der Afrikaner. Deren krauses Haar wird, wenn sie es nicht schneiden und kämmen, automatisch zu Dreadlocks. Für viele afrikanische und auch asiatische Völker symbolisieren sie Heiligkeit. Medizinmänner und Schamanen tragen deshalb häufig Dreadlocks.

Als die Europäer Afrika eroberten, versuchten sie alles, um die Naturvölker ihrer Ursprünglichkeit zu berauben: Zum Zeichen der Unterwerfung schnitten sie ihnen die Haare ab. Seit dieser Zeit sind Dreadlocks Symbol für den Kampf gegen die Unterdrückung.

Große Bekanntheit erlangten sie aber erst durch die Religion der "Rastafaris": Diese glauben, ihr Führer Haile Selassie - eigentlich Tafari Makonnen - sei der wiedergeborene Jesus Christus. Bei der Krönung zum Kaiser von Äthiopien erhielt er 1930 den Titel Ras Tafari, das Haupt Tafari. So nennen sich auch seine Anhänger, für die Dreadlocks das äußere Erkennungszeichen ihrer Religion darstellen. Seit dem weltweiten Siegeszug der Reggaemusik sind Dreadlocks auch in anderen Kulturen salonfähig und finden sich in den verschiedensten Szenen.