Haut aus dem Labor
Die Haut dient als natürliche Schutzhülle. Bei kleineren Schädigungen kann sie sich, normalerweise, selbst heilen. Doch nicht immer ist sie dazu in der Lage. Forscher entwickelten nun Ersatz.Bereits seit über 150 Jahren können Ärzte krankes oder zerstörtes Gewebe durch Hauttransplantationen ersetzen. Die OP birgt jedoch Risiken, beispielsweise das Abstoßen fremder Haut.
Nicht genug Eigenhaut
Patienten mit - oft durch Diabetes hervorgerufenen - offenen Wunden, Ödemen oder Geschwüren kann schon seit über 150 Jahren durch Hauttransplantationen geholfen werden. Hierfür verwenden die Ärzte die eigene Haut des Patienten, da fremde Haut vom Körper meist abgestoßen wird. Jedoch benötigen Chirurgen bei großflächigen Wunden mehr Gewebe, als sie dem Patienten entnehmen können. Speziell bei Brandopfern mit einer Verbrennungsfläche von mehr als fünfzig Prozent der Körperoberfläche steht zur Verpflanzung nicht genug Eigenhaut bereit.
Tissue Engineering
Weltweit versuchen daher Wissenschaftler seit einigen Jahren, Hautzellen künstlich zu vermehren, neue Haut im Labor herzustellen. Das Züchten von - der natürlichen Haut äquivalentem - Gewebeersatz wird unter dem Begriff Tissue Engineering zusammengefasst. Die Gewebe-Rekonstruktion ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, auf dem Biologen, Genetiker, Mediziner, Ingenieure und Materialwissenschaftler tätig sind. Ihr Hauptziel ist es, durch kontrolliertes Zellwachstum Gewebe zu produzieren, welches krankes oder zerstörtes Gewebe des Patienten ersetzen kann.
Wie ein Baugerüst
An der Universität Padua haben Forscher in einem Projekt der EU eine Ersatzhaut auf natürlicher Basis entwickelt. Das dem menschlichen Bindegewebe ähnliche Material funktioniert wie ein Baugerüst: Es unterstützt die dem Patienten entnommenen Zellen beim Aufbau der Hautstruktur. Dieses Stützgewebe besteht aus Hyalyronsäure, einer Substanz, die auch in der menschlichen Haut vorkommt. Abwehrreaktionen des Körpers werden damit vermieden, die Zellen beginnen - wie in einer natürlichen Umgebung - sofort mit der Vermehrung.
Vom Umfang einer Briefmarke
Auf einem ähnlichen Verfahren basiert eine Technik der Freiburger Uniklinik. Ausgangspunkt für die Züchtung neuer Haut sind die vom Chirurgen entnommenen Hautzellen. Ein winziges Hautstückchen, nicht größer als eine Briefmarke, genügt den Forschern des angeschlossenen Unternehmens BioTissue Technologies, um im Labor Zellen zu kultivieren, die innerhalb weniger Wochen auf die Wundfläche verpflanzt werden können. Rund drei Wochen nach der Hautentnahme haben sich die Zellen ausreichend vermehrt. Sie bilden aber keine zusammenhängende Schicht wie bei der Fasertextur der Wissenschaftler aus Padua, sondern schwimmen in einer Lösung. Zusammen mit dem körpereigenen Klebstoff Fibrin kommen sie in eine Spritze und verbinden sich dort zu einem Gel, das auf die Wunde aufgetragen wird.
Noch einige Hürden
Doch auch die "Haut aus der Tube" ist noch nicht das Nonplusultra: Die Gewebezucht hat noch einige Hürden zu überwinden, denn die künstliche Haut atmet nicht, da sie keine Drüsen besitzt, und außerdem muss weiterhin mit Vernarbungen gerechnet werden. Dennoch hat das Tissue Engineering ganz sicher Zukunft, wird es doch mit ihm möglich, auch andere Organe künstlich herzustellen - Muskeln, Knorpel oder Nervenzellen. Ersatzteile aus dem Labor - ein Traum, der schon bald Wirklichkeit werden könnte.
Ulrike Wolf (01.04.2004)
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Nach einem langen Winter merken wir, wie sehr uns die Sonne gefehlt hat. Sie sorgt für Licht und Wärme - und damit für unser seelisches Wohlbefinden. Die UV-Strahlung fördert die Entwicklung des lebenswichtigen Vitamin D und stärkt so den Knochenbau. Jedoch: Regelmäßige UV-Strahlung, egal ob natürlich oder künstlich, ist schädlich für den Körper. Gebräunte Haut steht für Gesundheit und Attraktivität. Nur, Sonne und Haut vertragen sich eigentlich gar nicht so gut. Jeder Sonnenbrand schadet den Zellen und kann zu Mutationen des Erbguts führen - vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs sind Folgen.



