Unter die Haut
Zweihundert Schmerzrezeptoren, hundert Druckrezeptoren, vierzehn Kälte- und Wärmerezeptoren, hundert Schweiß- und vierzig Talgdrüsen: wie die Haut aufgebaut ist und wie sie funktioniert.Sie ist wohl gleichzeitig das größte wie auch das am meisten unterschätzte Organ unseres Körpers. Nicht selten nehmen wir sie nur als Verpackung wahr, die gut aussehen muss - und liegen damit ordentlich falsch.
Zwischen Innen und Außen
Die Haut ist das vielseitigste Organ, das wir haben: Sie schützt vor schädlichen Umwelteinflüssen, vor Bakterien, Verletzungen, sie regelt den Klimahaushalt und dient auch der Atmung. Insbesondere ist sie aber eines der feinsten Sinnesorgane - eine Schnittstelle zwischen Innen und Außen. Und doch sind sich viele Menschen ihrer Bedeutung nicht bewusst. Was aber ist die Haut eigentlich?
Zwei Quadratmeter im Schnitt
Vor allem ist sie ein sehr feines Konstrukt: nur ein bis vier Millimeter dick. Am stärksten ist sie an Händen und Füßen, am schwächsten am Augenlid. Zwei Quadratmeter Fläche überdeckt sie im Schnitt, sie macht ein Sechstel unseres Körpergewichts aus.
Man unterscheidet Ober-, Leder- und Unterhaut. Erstere besteht aus mehreren Schichten - die äußerste Lage bildet sich aus abgestorbenen Zellen, die verhornen und verkleben. Sie wehrt mechanische und chemische Attacken ab. Ein feiner Film aus Fett und Wasser zieht sich über die Schicht. Er ist leicht sauer und schützt vor Bakterien- und Pilzbefall.
Blickpunkt Haut: Zwei Quadratmeter ist die menschliche Haut groß, dabei ganze ein bis vier Millimeter dünn.
Die Schichten darunter geben Nachschub für den äußeren Panzer. Innerhalb von 27 Tagen wird so die alte Oberfläche komplett ersetzt. Die Lederhaut ist mit feinen Netzen von Blut- und Lymphgefäßen durchzogen. Die regeln unter anderem den Klimahaushalt: Ist es kalt, ziehen sich die Gefäße zusammen, ist es warm, weiten sie sich und geben die Wärme über die Hautoberfläche ab. Aber die Lederhaut hat noch mehr zu bieten. So befinden sich hier Rezeptoren für Wärme, Kälte und Tastsinn. Auch Schweiß-, Duft- und Talgdrüsen sind hier angeordnet.
Nicht aus der Haut fahren
Die Unterhaut besteht aus lockerem Bindegewebe, in das kleine Fettpolster eingelagert sind. Ein Drittel der Flüssigkeit des Körpers wird in dieser Region gespeichert. Welch eine Bedeutung die Haut hat, wird auch im Sprachgebrauch deutlich. Etwas geht einem unter die Haut, man könnte aus der Haut fahren - oder am besten: Man fühlt sich wohl in seiner Haut.
Daniel Najock (01.04.2004)
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