Durch die Hintertür
Seit 2009 gilt ein EU-weites Tierversuchsverbot für die Giftigkeitsprüfung von Substanzen, die in Kosmetika verwendet werden. Doch durch eine Lücke im Gesetz müssen Tiere weiterhin für die Schönheit leiden.Das Angebot kosmetischer Produkte ist unüberschaubar: Tierversuche haben zu beweisen, dass Mensch alles verträgt.
In der Regel im Tierversuch
Jedes dieser Schönheitsmittel - das heißt, die Inhaltsstoffe und das daraus hergestellte Endprodukt - muss auf seine gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft werden. Die Untersuchungen auf akute oder chronische Giftigkeit, mögliche Haut-, Augen- und Schleimhautreizungen, auf allergie- oder sogar krebsauslösende Eigenschaften sowie auf eine schädigende Wirkung durch Sonnenlicht erfolgen in der Regel im Tierversuch - eine Praxis, gegen die Tierschützer seit Jahrzehnten kämpfen.
Erfolg mit Beigeschmack
Seit März 2009 gilt ein EU-weites Verkaufsverbot für an Tieren getestete Kosmetikprodukte sowie ein Verbot von Tierversuchen für Kosmetik-Rohstoffe, die nicht unter das Chemikaliengesetz fallen. Ein Erfolg mit Beigeschmack: Durch die Einschränkung bieten die neuen Bestimmungen keine Garantie, dass in Zukunft ausschließlich tierversuchsfreie Kosmetik auf den Markt kommt. Denn das Verbot gilt nur für Rohstoffe, die allein für Kosmetika verwendet werden - und dies sei lediglich bei etwa zehn Prozent der Inhaltsstoffe der Fall, kritisiert die Organisation Ärzte gegen Tierversuche.
Überwiegend in anderen Bereichen
Die Kosmetikindustrie streitet das nicht ab, wäscht ihre Hände aber gleichzeitig in Unschuld: Laut einer Pressemitteilung des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW) werden die notwendigen Tests "in der Regel vom Hersteller, der die Stoffe anbietet, durchgeführt oder in Auftrag gegeben." Und bei den verwendeten Rohstoffen handele es sich um Substanzen, die überwiegend in anderen Bereichen, wie der Herstellung von Arznei-, Lebens-, Wasch- und Reinigungsmitteln, zum Einsatz kommen.
Termin fraglich
Zwar ist ab dem Jahr 2013 ein vollständiges Vermarktungsverbot für im Tierversuch getestete kosmetische Inhaltsstoffe vorgesehen - sollten bis dahin aber keine tierversuchsfreien Verfahren für die Prüfung bestimmter toxikologischer Fragestellungen anerkannt sein, kann sich dieser Termin verschieben.
Der Kunde hat es in der Hand
Da davon ausgegangen werden muss, dass die Kosmetikindustrie weiter an neuen Substanzen forscht, statt auf bereits über achttausend bekannte und altbewährte Inhaltsstoffe zurückzugreifen, empfehlen Tierschützer dem Verbraucher, nur Produkte jener Hersteller zu kaufen, die sich zu einer tierversuchsfreien Firmenpolitik bekennen. In der Kosmetik-Positivliste des Deutschen Tierschutzbundes sind alle Firmen aufgeführt, die zur Entwicklung und Herstellung ihrer Produkte keine Tierversuche durchführen und nur Inhaltsstoffe verwenden, die seit 1979 nicht mehr im Tierversuch getestet wurden.
Ulrike Wolf (01.03.2010)
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Wenn es auf der Haut brennt…
Wie bei jeder Allergie handelt es sich bei der Hautallergie auf Kosmetika um eine Überreaktion des Körpers. Der reagiert auf einen eigentlich harmlosen Stoff wie auf einen gefährlichen Feind, den es abzuwehren gilt. Dem Auslöser von Haut- oder Augenröten, Schwellung, Juckreiz oder Brennen auf die Spur zu kommen, ist nicht leicht. Denn bei der Kosmetikallergie sprechen Mediziner über eine "Kontaktallergie vom Spättyp". Das heißt, die Symptome treten oft erst Stunden oder sogar Wochen nach dem Gebrauch des Produkts auf.
Zu den häufigsten Auslösern gehören Konservierungsstoffe, Haarfarben und Duftstoffe. Gerade bei letzteren gestaltet sich die Ursachensuche schwierig, gibt es doch über 2.500 verschiedene Duftstoffe, die auf der Verpackung häufig verallgemeinert unter den Begriffen "Parfüm" oder "Aroma" aufgeführt werden. Gewissheit bringt da nur ein Allergietest beim Hautarzt. Mit den verdächtigen Substanzen getränkte Pflaster werden dabei auf die Haut geklebt. Nach ein bis zwei Tagen lässt sich an der Reaktion der Haut erkennen, auf welchen Stoff der Patient allergisch reagiert.
Hat man den Übeltäter identifiziert, sollte auf Produkte mit dieser Substanz verzichtet werden. Ersatz zu finden, kann manchmal problematisch werden. Hilfreich ist, sich vor dem Kauf die Zutatenliste des Produkts anzuschauen. Hier gilt: Je weniger Inhaltsstoffe enthalten sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Reaktion. Von Produktbeschreibungen wie "hypoallergen" oder "Geeignet für empfindliche Haut" sollte man sich nicht täuschen lassen - sie dienen allein Werbezwecken und garantieren keinen Schutz vor Allergien.
Zu den häufigsten Auslösern gehören Konservierungsstoffe, Haarfarben und Duftstoffe. Gerade bei letzteren gestaltet sich die Ursachensuche schwierig, gibt es doch über 2.500 verschiedene Duftstoffe, die auf der Verpackung häufig verallgemeinert unter den Begriffen "Parfüm" oder "Aroma" aufgeführt werden. Gewissheit bringt da nur ein Allergietest beim Hautarzt. Mit den verdächtigen Substanzen getränkte Pflaster werden dabei auf die Haut geklebt. Nach ein bis zwei Tagen lässt sich an der Reaktion der Haut erkennen, auf welchen Stoff der Patient allergisch reagiert.
Hat man den Übeltäter identifiziert, sollte auf Produkte mit dieser Substanz verzichtet werden. Ersatz zu finden, kann manchmal problematisch werden. Hilfreich ist, sich vor dem Kauf die Zutatenliste des Produkts anzuschauen. Hier gilt: Je weniger Inhaltsstoffe enthalten sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Reaktion. Von Produktbeschreibungen wie "hypoallergen" oder "Geeignet für empfindliche Haut" sollte man sich nicht täuschen lassen - sie dienen allein Werbezwecken und garantieren keinen Schutz vor Allergien.



