Die dritte schulmedizinische Behandlungsmethode ist wegen ihrer Nebenwirkungen die am meisten gefürchtete. Bei einer Chemotherapie erfolgt die Behandlung mit so genannten Zytostatika, also Zellgiften. Wie bei der Strahlentherapie entfalten die zellgiftigen Medikamente ihre Wirkung im Zellkern und sollen die Tumorzelle an ihrer ungehemmten Teilung hindern. Zytostatika werden als Tabletten, Infusionen oder Spritzen verabreicht und gelangen so über die Blutbahn in die entlegensten Winkel des Körpers. Dahinter steht das Ziel, alle Tumorzellen im Organismus an jeder beliebigen Stelle zu erreichen.
Wirkung auf gesunde Zellen
Leider können aber auch gesunde Zellen, die sich gerade in der Teilung befinden, in Mitleidenschaft gezogen werden. Zu den sich oft teilenden Zellen im gesunden Körper gehören die der Haarwurzeln, des Knochenmarks und der Schleimhäute. Haarausfall, Müdigkeit und eine verstärkte Blutungs- und Infektionsanfälligkeit sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind mögliche Folgen.
So ist die Verzweiflung der Krebspatienten groß, wenn Nebenwirkungen die Grenze des Erträglichen überschreiten oder der Krebs den klassischen Behandlungsmethoden trotzt. Der Wunsch, selbst aktiv zu werden, sich der Schulmedizin nicht vollständig auszuliefern, das Bedürfnis nach einer Ergänzung der Schulmedizin und nach nebenwirkungsarmen und zugleich effektiven Therapieformen aus der Naturheilkunde ist nur allzu verständlich.
Kritischer Blick
Die alternativen oder unkonventionellen Verfahren reichen von pflanzlichen Mitteln über Krebsdiäten und Ernährungsumstellungen bis hin zu Entspannungsmethoden. Mistelpräparate gehören in Deutschland zu den häufig angewandten, rezeptfrei erhältlichen Krebsmitteln. Hinweise, dass die Misteltherapie kombiniert mit schulmedizinischer Krebstherapie wirksam ist, gibt es. Grundsätzlich aber streiten Experten nach wie vor über deren Nutzen und Risiken. Denn viele Veröffentlichungen zur Misteltherapie, vor allem die Beschreibungen einzelner Fallgeschichten, entsprechen nicht den Kriterien, denen sich wissenschaftliche Arbeiten und Publikationen in internationalen Fachzeitschriften unterwerfen müssen.
Vorab nach Kosten erkundigen
Fakt ist: die Krankenkassen sind aus juristischer Sicht nicht verpflichtet, bei Anwendung nicht anerkannter Heilmethoden zu zahlen. Wichtig ist deshalb, sich vorab nach den Kosten einer Therapie zu erkundigen und eine eventuelle Finanzierung mit der Kasse zu klären. Ob betrügerische Wunderheiler am Werk sind, die mit der Verzweiflung und Not der Patienten Geld verdienen wollen, lässt sich oft schon an der Höhe der geforderten Honorare oder Medikamentenkosten erkennen.
Hohes Alter trotz Erkrankung
Diagnose Krebs - zwei Worte, assoziiert mit Hilflosigkeit, Unheilbarkeit und Schmerzen. Manchem mögen sie wie ein Todesurteil erscheinen. Wie stehen die Überlebenschancen wirklich? Junge Männer mit Hodenkrebs und Kinder mit Leukämie haben gute Aussichten, ihre Erkrankung dauerhaft zu überwinden. Auch die Heilungsraten für Brustkrebs und Dickdarmkrebs sind deutlich gestiegen. Krebs ist zwar durch die steigende Lebenserwartung häufiger geworden, die Chancen jedoch, mit und nach der Erkrankung ein hohes Alter zu erreichen, verbessern sich stetig. Das Leben aber verändert sich nach der Diagnose - und wird nie mehr so wie es war.
Susanne Haldrich (24.03.2006/aktualisiert 20.01.2010)
Wirkung auf gesunde Zellen
Leider können aber auch gesunde Zellen, die sich gerade in der Teilung befinden, in Mitleidenschaft gezogen werden. Zu den sich oft teilenden Zellen im gesunden Körper gehören die der Haarwurzeln, des Knochenmarks und der Schleimhäute. Haarausfall, Müdigkeit und eine verstärkte Blutungs- und Infektionsanfälligkeit sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind mögliche Folgen.
Stammzellenkonzentrat - Transplantation von Blutstammzellen ist notwendig, wenn das Knochenmark stark geschädigt ist.
Kritischer Blick
Die alternativen oder unkonventionellen Verfahren reichen von pflanzlichen Mitteln über Krebsdiäten und Ernährungsumstellungen bis hin zu Entspannungsmethoden. Mistelpräparate gehören in Deutschland zu den häufig angewandten, rezeptfrei erhältlichen Krebsmitteln. Hinweise, dass die Misteltherapie kombiniert mit schulmedizinischer Krebstherapie wirksam ist, gibt es. Grundsätzlich aber streiten Experten nach wie vor über deren Nutzen und Risiken. Denn viele Veröffentlichungen zur Misteltherapie, vor allem die Beschreibungen einzelner Fallgeschichten, entsprechen nicht den Kriterien, denen sich wissenschaftliche Arbeiten und Publikationen in internationalen Fachzeitschriften unterwerfen müssen.
Die Hoffnung nicht verlieren: Dank vieler Fortschritte der Medizin wird mittlerweile rund die Hälfte aller an Krebs Erkrankten geheilt.
Fakt ist: die Krankenkassen sind aus juristischer Sicht nicht verpflichtet, bei Anwendung nicht anerkannter Heilmethoden zu zahlen. Wichtig ist deshalb, sich vorab nach den Kosten einer Therapie zu erkundigen und eine eventuelle Finanzierung mit der Kasse zu klären. Ob betrügerische Wunderheiler am Werk sind, die mit der Verzweiflung und Not der Patienten Geld verdienen wollen, lässt sich oft schon an der Höhe der geforderten Honorare oder Medikamentenkosten erkennen.
Hohes Alter trotz Erkrankung
Diagnose Krebs - zwei Worte, assoziiert mit Hilflosigkeit, Unheilbarkeit und Schmerzen. Manchem mögen sie wie ein Todesurteil erscheinen. Wie stehen die Überlebenschancen wirklich? Junge Männer mit Hodenkrebs und Kinder mit Leukämie haben gute Aussichten, ihre Erkrankung dauerhaft zu überwinden. Auch die Heilungsraten für Brustkrebs und Dickdarmkrebs sind deutlich gestiegen. Krebs ist zwar durch die steigende Lebenserwartung häufiger geworden, die Chancen jedoch, mit und nach der Erkrankung ein hohes Alter zu erreichen, verbessern sich stetig. Das Leben aber verändert sich nach der Diagnose - und wird nie mehr so wie es war.
Susanne Haldrich (24.03.2006/aktualisiert 20.01.2010)
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Wenn die Diagnose Krebs heißt
Kämpfen heißt es immer wieder, eine aktive Haltung gegen den Krebs einnehmen, Lebenswille und positives Denken nicht aufgeben. Diese gut gemeinten Sätze implizieren, dass der Patient in der Lage ist, den Krebs zu besiegen - wenn er nur entschlossen genug dagegen ankämpft. Doch keine wissenschaftliche Untersuchung konnte bisher eindeutige Anhaltspunkte dafür finden, dass sich eine bestimmte Art des Umgangs mit der Erkrankung besonders günstig auf die Genesung auswirkt oder womöglich das Leben verlängert.
Die Überlebensraten von kämpferischen Menschen unterscheiden sich laut neuesten umfangreichen Studien nicht von denen eher pessimistisch eingestellter Personen. Psychologen warnen davor, Patienten positive Haltungen aufzuzwingen. Denn der Erkrankte wird unter Umständen zusätzlich unter Druck gesetzt und fühlt sich schuldig oder als Versager, falls die Erkrankung fortschreitet. Laut Aussagen in den Studien sind Verdrängung, Resignation oder Wut ganz natürliche Reaktionen auf die Erkrankung - und der Patient muss keinerlei nachteilige Folgen für den Krankheitsverlauf befürchten.
Kämpfen heißt es immer wieder, eine aktive Haltung gegen den Krebs einnehmen, Lebenswille und positives Denken nicht aufgeben. Diese gut gemeinten Sätze implizieren, dass der Patient in der Lage ist, den Krebs zu besiegen - wenn er nur entschlossen genug dagegen ankämpft. Doch keine wissenschaftliche Untersuchung konnte bisher eindeutige Anhaltspunkte dafür finden, dass sich eine bestimmte Art des Umgangs mit der Erkrankung besonders günstig auf die Genesung auswirkt oder womöglich das Leben verlängert.
Die Überlebensraten von kämpferischen Menschen unterscheiden sich laut neuesten umfangreichen Studien nicht von denen eher pessimistisch eingestellter Personen. Psychologen warnen davor, Patienten positive Haltungen aufzuzwingen. Denn der Erkrankte wird unter Umständen zusätzlich unter Druck gesetzt und fühlt sich schuldig oder als Versager, falls die Erkrankung fortschreitet. Laut Aussagen in den Studien sind Verdrängung, Resignation oder Wut ganz natürliche Reaktionen auf die Erkrankung - und der Patient muss keinerlei nachteilige Folgen für den Krankheitsverlauf befürchten.




