Das Armenfieber
Seit langem wird versucht, die Malaria zu bezwingen - bisher ohne Erfolg. Vor allem die unterentwickelten Länder der "Dritten Welt" leiden unter der Seuche. Die Beziehung zwischen Armut und Malaria ist kein Zufall.Mit Malaria infiziertes Kleinkind während der Behandlung in einem afrikanischen Hospital. (Foto: WHO/Pierre Virot)
Schlechte Luft?
Lange machte man den Gestank brackiger Auen oder modriger Tümpel für das Wechsel- oder Sumpffieber verantwortlich. Die heutige Bezeichnung Malaria verweist auf besagten Hintergrund: Mala aria ist italienisch und bedeutet schlicht "schlechte Luft". Inzwischen wissen wir es besser: Nicht Ausdünstungen fauligen Wassers übertragen die Krankheit - verantwortlich sind vielmehr Stechmücken, denen stehende Gewässer und heißes Klima beste Bedingungen bieten, sich millionenfach fortzupflanzen.
Wirkungsvolle Prophylaxe
Mittlerweile ist Malaria in Europa ausgerottet - und vergessen. Bloß einige Tropenreisende sorgen sich noch um ihre Gesundheit, doch sie können sich auf wirkungsvolle Prophylaxe-Medikamente verlassen. Sollte es trotzdem zu einer Infektion kommen (oft, weil Touristen die Vorsorge nur lax handhaben), stehen die Überlebenschancen in den Industrieländern gut: Im Jahr 2002 starben von 861 infizierten Deutschen drei infolge der Erkrankung.
Über eine Million Opfer
Desaströs stellt sich die Lage hingegen in jenen Regionen dar, wo Malaria noch immer wütet. Etwa 3,2 Milliarden Menschen (rund 50 Prozent der Weltbevölkerung) leben in Risikogebieten. Innerhalb des breiten tropischen Gürtels, der sich längs des Äquators um den Globus zieht, treten geschätzte 300 bis 500 Millionen Fälle auf - pro Jahr! Vor allem die aggressivste Form der Krankheit, die Malaria tropica, fordert jährlich weit über eine Million Opfer, mehr als 80 Prozent davon im südlich der Sahara gelegenen Teil Afrikas. Jeden Tag verlieren dreitausend Kinder durch Malaria ihr Leben - eines alle 30 Sekunden.
Jahrtausendaufgabe
Angesichts solcher Zahlen alarmiert, haben die Vereinten Na- tionen den Kampf gegen die Seuche zur Jahrtausendaufgabe erklärt. 1998 riefen die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie das UN-Kinderhilfswerk UNICEF (und andere) die Kampagne Roll Back Malaria ins Leben. Sie hat sich zur Aufgabe gestellt, bis 2010 die Zahl der Malaria-Fälle um die Hälfte zu reduzieren. Die Senkung der Kindersterblichkeit steht im Zentrum der Aktionen, die derzeit von über 90 Partnerorganisationen und -staaten getragen werden, darunter die Weltbank und die USA...


