Eine der wichtigsten Zutaten bei der Seifenherstellung ist Kokosfett.
In der Seifenküche
Sholivia, Sklavin der Liebe, Herbstnacht oder Früchtetraum heißen sie, die Seifen von Frau Meinig. Fast unüberschaubar ist das Angebot in ihrem kleinen Laden: Seifen in allen erdenklichen Größen, Formen und Farben warten hier auf Kunden. Es riecht nach Rosen und Meer, nach Sandelholz und nach Dünengras. Ozeanfrische oder doch wohlige Entspannung gewünscht? In Kugel- oder Tafelform, in Regenbogenoptik oder himmelsgleichem Azur werden Seifenträume wahr.Alles andere als feine Zutaten
Jede Seife von Frau Meinig ist ein Unikat, eigenhändig hergestellt in ihrer Werkstatt über dem Laden. Die mühevolle Arbeit lohnt sich, denn Frau Meinig kann selbst bestimmen, mit welchen Ingredienzien sie ihren Seifen den letzten Schliff verpasst. Auf die Basiszutaten für die Seifenrezeptur muss aber auch sie zurückgreifen: Gleich, ob per Hand oder industriell gefertigt: zu den wichtigsten Bestandteilen einer Seife gehören einerseits pflanzliche und tierische Fette wie Kokos-, Oliven- oder Palmöl, und andererseits Talg, Schmalz oder Knochenfett, die bei der Tierverwertung anfallen - nicht gerade das, was man unter feinen und erlesenen Zutaten versteht. Wie entsteht daraus nun ein duftendes Stück Seife?
Leim...
Zunächst kocht Frau Meinig die Fette mit einer Lauge, der Natron- oder Kalilauge; dadurch spalten sich die Fette in Glycerin und in die Salze der Fettsäuren - aus denen wird erst die eigentliche Seife gewonnen. Haben sich Lauge und Fette nach einigen Tagen zu einer zähflüssigen Emulsion, dem so genannten Seifeleim, verbunden, war die chemische Reaktion, die Verseifung, erfolgreich.
...und Lauge
Als nächstes vermengt Frau Meinig den Seifenleim mit Kochsalz. Nach einer gewissen Ruhezeit trennt sich die Emulsion in die Unterlauge, ein Gemisch aus Wasser und Glycerin, das zur Glyceringewinnung recycelt wird, und in den Seifenkern, der sich an der Oberfläche absetzt und nun weiter verarbeitet wird. Da der Seifenkern noch lange nicht frei von Verunreinigungen ist, kocht Frau Meinig ihn ein weiteres Mal mit destilliertem Wasser und etwas Lauge auf. Dann geht es in den Trockner. Dieser entzieht der Masse Wasser, bis sie einen Fettsäuregehalt von etwa achtzig Prozent aufweist - Qualitätsmerkmal einer guten Toilettenseife...
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Seife ist nicht gleich Seife. Die Palette reicht von Schmier- über Rasier- bis zu Glycerin-Seife - Sorten, die sich in ihren Inhaltsstoffen, ihrer Herstellungsweise und ihrem Verwendungszweck klar voneinander unterscheiden. Eine der gebräuchlichsten Arten war lange Zeit die Kernseife, eine besonders feste, unparfümierte Seife, die in erster Linie zum Wäschewaschen verwendet wurde. Nicht alle Seifensorten sind für die Körperreinigung gedacht: Gall- und Benzinseife zum Beispiel dienen zum Lösen starker Verschmutzungen. Anders die wesentlich weicheren Fein- oder Toilettenseifen; sie enthalten hautpflegende Zusätze und gehören zur Ausstattung fast jedes Badezimmers.



