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Umweltgifte

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Wenn Chemie krank macht
Parfüm, Lösungsmitteldämpfe, Autoabgase, Zigarettenrauch - täglich kommen Menschen mit allen möglichen, in der Luft herumschwebenden Stoffen in Berührung. Den meisten Menschen macht das nichts aus; manche aber reagieren empfindlich auf Chemikalien, bekommen Kopfschmerzen, Atemnot, Schwindel, Hautprobleme oder diffuse Schmerzen. Ärzte bezeichnen solche Beschwerden als Multiple Chemikalienunverträglichkeit (englisch: Multiple Chemical Sensitivity), kurz: MCS.

Auslöser einer MCS kann eine Vergiftung mit Chemikalien sein, zum Beispiel durch falsches Anwenden von Insektenspray. Symptome können aber auch nach längerem Kontakt mit geringen Mengen von Chemikalien auftreten. Ein Merkmal von MCS ist, dass Betroffene nicht nur auf eine Sorte, sondern auf eine Vielzahl von nicht miteinander verwandten Substanzen reagieren. Auch nimmt die Empfindlichkeit im Laufe der Zeit zu: Auf immer geringere Dosen von Chemikalien reagiert der Körper. In wenigen, besonders schlimmen Fällen wird ein normales Leben unmöglich, weil Betroffene auf alles reagieren, sogar auf Haarwaschmittel oder die Druckerschwärze der Zeitung. Menschen mit schwerer MCS leben in speziell angefertigten, chemikalienfreien Häusern und sind vom sozialen Leben weitgehend isoliert.

Über die Ursachen von multipler Chemikalienunverträglichkeit ist wenig bekannt. Ärzte vermuten ein Zusammenspiel aus biologischen und psychischen Ursachen: Der Kontakt mit giftigen Stoffen führe zu einer kurzzeitigen, umkehrbaren körperlichen Reaktion. Ausgelöst würden die Beschwerden durch Schädigungen des Nervensystems oder des Stoffwechsels. Durch psychische Faktoren wie Stress oder Angst und bei längerem Kontakt mit Giften aber könnten die Beschwerden chronisch werden. Schätzungsweise ein halbes Prozent der Menschen in Deutschland ist von MCS betroffen (die meisten davon aber nicht schwerwiegend); in Schweden, in Japan und in den USA leiden fast vier Prozent an multipler Chemikalienunverträglichkeit.