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Bauhaus
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Der Weißenhof-Streit
Der Stuttgarter Weißenhof ist das herausragende Siedlungsprojekt der Moderne in Deutschland. Denn während seiner Planungszeit, 1925 bis 1927, trafen die Traditionalisten der Stuttgarter Schule auf die Avantgardisten des Bauhauses. In Stuttgart entbrannte ein Streit über Grundsätze zeitgemäßen Bauens.

1925 veröffentlichte der Deutsche Werkbund eine Weißenhof-Denkschrift: Sie stellte die Rationalisierung und Verbilligung des Baus für "Familien in kleineren und mittleren Verhältnissen" dem baukünstlerischen Inhalt voran. Die Planer erwarteten eine "Fülle neuer Erfahrungen" und "Höchstleistungen" auf diesem Gebiet.

Der Einfluss der Avantgardisten im Werkbund war bereits groß. Die Stuttgarter aber wünschten sich eine Ausstellung von "Werkbundgeist" ohne "Einschlagen einer bestimmten Richtung". Das war nicht im Sinne der Avantgardisten, die begannen, das Projekt unter sich aufzuteilen.

Von den elf beteiligten deutschen Architekten war nur einer nicht im Architektenverband Der Ring. Um die Entwürfe beim Gemeinderat Stuttgarts durchzusetzen, stellte sich Mies van der Rohe auf dem Papier den traditionellen Stuttgarter Architekten Paul Bonatz zur Seite.

Zu Recht sah sich Paul Bonatz als Strohmann missbraucht. Mit vielen Kollegen, unter ihnen auch Paul Schmitthenner, übte Bonatz rege Kritik am Weißenhofprojekt. Doch die Bemühungen liefen ins Leere. Als 1926 der Vorsitz des Deutschen Werkbunds neu gewählt wurde, machte Mies van der Rohe das Rennen. Schmitthenner und Bonatz traten aus dem Werkbund aus. Damit bekam das Weißenhofprojekt doch eine Richtung: künstlerische Avantgarde.

Julius Posener, ein Architekturhistoriker, schrieb rund fünfzig Jahre später: "Wer sich bemüht, der Sache auf den Grund zu gehen, wird heute erkennen, dass das, was die Geister jenes Kreises bewegte, eigentlich die Form war", der soziale Inhalt sei dem gegenüber unbestimmt geblieben.