Von Weimar nach Dessau
Wie so oft - nicht nur in der Kunst - hängt fast alles von Personen ab. Die wiederum sind den Zwängen ihrer Zeit ausgesetzt. Immer stand das Bauhaus deshalb in einem politischen Spannungsfeld.Ursprung des Bauhauses: Hauptgebäude der Bauhaus-Universität in Weimar, entworfen von Henry van de Velde. (Bild: Bauhaus-Universität, Nathalie Mohadjer)
Gropius' Ideologie
Gropius verfolgte konsequent die Idee, den Kunstschulbetrieb zu reformieren. Eine neue Baukunst sollte entstehen und der Industrialisierung Rechnung tragen. Die Ideologie des Direktors verknüpfte die Forderungen romantischer Dichter nach Künstlerbünden mit den Bestrebungen des Werkbundes, Ehrlichkeit und Qualität bei der industriellen Fertigung zu gewährleisten. Revolutionäre Gedanken der Zeit kamen hinzu.
Kunst für jedermann
Ziel war die soziale Verortung der Kunst als Objekt für jedermann. Diesem Credo verbunden lehrten am Bauhaus unter anderem Johannes Itten, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, László Moholy-Nagy, Georg Muche und Oskar Schlemmer. Johannes Itten (1888 bis 1967) füllte Gropius' Gedankengut mit konkreten pädagogischen Inhalten. Der vielseitig interessierte Reformer schuf ein ganzheitliches Unterrichtskonzept. In Ittens so genanntem Vorkurs ging es um Material- und Naturstudien. Der Kurs ersetzte die Aufnahmeprüfung und diente dazu, das Talent des Schülers zur schöpferischen Arbeit zu entwickeln.
Formmeister Itten
Hatten sich die Eleven bewiesen, wurden sie in die Werkstätten aufgenommen. Gelehrt wurde nach einem dualistischen Prinzip: Für die künstlerischen Aspekte waren die Formmeister, für die handwerklich-technischen die Werkmeister verantwortlich. Zur Auswahl standen die grafische Druckwerkstatt, eine Zeichen- und Anatomieklasse, die Buchbinderei, die Weberei sowie zeitweise eine Metallschmiede. Itten war Formmeister der Werkstätten für Steinbildhauerei und Malerei. An traditionelle Ausbildungen angelehnt, sah das Bauhaus drei Lehrjahre mit abschließender Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer vor.
"Die neue Einheit" entsteht
Für die spätere Bauhaus-Architektur waren interne Reibereien wichtig: Zuerst führte die Abspaltung konservativer Professoren zu einer klaren Linie: Von den Vorgängerschulen übernommene Lehrer verließen das Bauhaus und gründeten 1921 die Hochschule für Bildende Kunst. Anschließend war es ein Konflikt zwischen Gropius und Itten, der zu einer grundlegenden Neuorientierung verhalf. Der "vergeistigte" Vorkurs unterlag bereits 1923 heftiger Kritik. Ittens Vorstellung von freier, keinem Zweck untergeordneter Kunst stand nunmehr die Erkenntnis der Auftragsnot gegenüber...
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Das Bauhaus kommt aus Weimar
Unter diesem Motto standen diverse Ausstellungen, mit denen der 90. Geburtstag des Bauhauses 2009 gefeiert wurde. Zwischen April und Dezember präsentierten Weimar, Dessau und Berlin geballte Bauhaus-Kompetenz - allein in der Klassikerstadt warteten sechs Ausstellungsorte auf Kunst- und Architektur-Interessierte.
Das Neue Museum Weimars lud zu einer großen Schau der frühen Jahre des Bauhauses. Zentrales Anliegen war es, die Gestaltungsschule als "Laboratorium darzustellen, in dem vorausgedacht wurde, was dann in den weiteren Bauhaus-Stationen in Dessau und Berlin zur Entfaltung gelangte und weltweite Akzeptanz fand", sagten die Macher.
Kunstwerke berühmter Bauhaus-Meister, wie Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Johannes Itten, Paul Klee, László Moholy-Nagy oder Oskar Schlemmer waren zu sehen. Auch die innovativen Projekte und Experimente der Bühnenwerkstatt des Bauhauses erfreuten die Besucher. Im Herbst 2009 war die Ausstellung unter dem Titel "Bauhaus 1919-1933: Workshops of Modernity" im New Yorker Museum of Modern Arts zu sehen.
Im Weimarer Haus am Horn dokumentierten Modelle und Pläne zu visionären Siedlungskonzepten die Geschichte des Architekturunterrichts seit 1919. Designklassiker der Bauhausproduktion, wie Wilhelm Wagenfelds Tischlampe oder Marianne Brandts Teegeschirre, durften im Jubiläumsjahr nicht fehlen.
All dies zeigte, wie die im Bauhaus entwickelte Formensprache Kunst und Alltag, Design und Architektur prägte. Zur Zeit plant die Klassikstiftung Weimar eine neues Bauhaus-Museum in der Stadt. Unter seinem Dach sollen künftig Exponate aus aller Welt das Bauhaus repräsentieren. Ende 2010 wurde Ungeduldigen ein Teil der Sammlung für drei Tage im Schlossmuseum in Weimar präsentiert.
Unter diesem Motto standen diverse Ausstellungen, mit denen der 90. Geburtstag des Bauhauses 2009 gefeiert wurde. Zwischen April und Dezember präsentierten Weimar, Dessau und Berlin geballte Bauhaus-Kompetenz - allein in der Klassikerstadt warteten sechs Ausstellungsorte auf Kunst- und Architektur-Interessierte.
Das Neue Museum Weimars lud zu einer großen Schau der frühen Jahre des Bauhauses. Zentrales Anliegen war es, die Gestaltungsschule als "Laboratorium darzustellen, in dem vorausgedacht wurde, was dann in den weiteren Bauhaus-Stationen in Dessau und Berlin zur Entfaltung gelangte und weltweite Akzeptanz fand", sagten die Macher.
Kunstwerke berühmter Bauhaus-Meister, wie Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Johannes Itten, Paul Klee, László Moholy-Nagy oder Oskar Schlemmer waren zu sehen. Auch die innovativen Projekte und Experimente der Bühnenwerkstatt des Bauhauses erfreuten die Besucher. Im Herbst 2009 war die Ausstellung unter dem Titel "Bauhaus 1919-1933: Workshops of Modernity" im New Yorker Museum of Modern Arts zu sehen.
Im Weimarer Haus am Horn dokumentierten Modelle und Pläne zu visionären Siedlungskonzepten die Geschichte des Architekturunterrichts seit 1919. Designklassiker der Bauhausproduktion, wie Wilhelm Wagenfelds Tischlampe oder Marianne Brandts Teegeschirre, durften im Jubiläumsjahr nicht fehlen.
All dies zeigte, wie die im Bauhaus entwickelte Formensprache Kunst und Alltag, Design und Architektur prägte. Zur Zeit plant die Klassikstiftung Weimar eine neues Bauhaus-Museum in der Stadt. Unter seinem Dach sollen künftig Exponate aus aller Welt das Bauhaus repräsentieren. Ende 2010 wurde Ungeduldigen ein Teil der Sammlung für drei Tage im Schlossmuseum in Weimar präsentiert.



