Das Haus am Horn - 1996 ernannte es die UNESCO zum Weltkulturerbe. Es ist das einzige Bauhaus-Projekt in Weimar.
Funktionalität des Wohnens
Im Sommer 1923 trat das Bauhaus mit einer ersten Bilanz an die Öffentlichkeit. Zum Programm gehörten internationale Ausstellungen, Publikationen sowie Theater- und Musikdarbietungen. Die Vielfalt der Objekte verdeutlichte bereits, dass nicht von einer einheitlichen "Bauhaus-Kunst" die Rede sein konnte.
Allerdings dokumentierte der Mittelpunkt der Präsentation, das Haus am Horn, die tatsächliche Entwicklung einer Bauhaus-Architektur ganz im Sinne des 1919 veröffentlichten Manifests. Der Besucher findet dort noch heute eine handwerklich-künstlerische Arbeit am Bau, auf die Funktionalität des Wohnens ausgerichtet.
Stahlbeton, Farbe, Einbaumodule
Das von dem Maler und Grafiker Georg Muche (1895 bis 1987) entworfene Musterhaus war als Kernstück einer Siedlung geplant; Konstruktion und Interieur wurden nach den Anforderungen serieller Herstellung geplant. Charakteristisch ist die Raumaufteilung: Um einen großen Hauptraum in der Mitte liegen die kleineren restlichen Zimmer. Die Verwendung von Stahlbeton, die Fensterbänder, der Einsatz kräftiger Farben und die platzsparenden Einbaumodule ergeben die typische Klarheit.
Umzug nach Dessau
In den Zwanziger Jahren sollte es jedoch zu keinen Fortschritten des Projekts in Weimar mehr kommen. Die Landtagswahlen 1924 brachten bürgerlich-rechte Parteien an die Macht. Gegen reaktionäre Kreise in Politik und Kultur musste sich die Schule seit ihrer Gründung verteidigen. Mit ihrem Sieg nutzten die Konservativen ihren Einfluss, um dem Bauhaus die Haushaltsmittel derart zu kürzen, dass eine Schließung absehbar wurde.
Ende 1924 entschied sich das staatliche Bauhaus in Weimar für einen Umzug ins anhaltinische Dessau. Die Meister kündigten gemeinsam zum 31. März 1925 und nahmen Tags darauf den Lehrbetrieb in Dessau wieder auf. Dort startete die erfolgreichste Phase des Bauhauses. Finanziert von der Stadt Dessau, begann im September 1925 die Errichtung des dortigen Bauhausgebäudes. Der Entwurf stammte von Walter Gropius. Ein Jahr später zogen die Werkstätten, die in Lagerräumen einer Versandfirma untergebracht waren, in das fertig gestellte Gebäude.
An den Realitäten der Industrie orientiert
Die anhaltinische Landesregierung erkannte 1926 den Titel Hochschule für Gestaltung an, die Meister nannten sich nun Professoren und die Absolventen erhielten ein Diplom. Neue Werkstätten kamen hinzu. Zum Vermarkten der Produkte wurde die Bauhaus-GmbH gegründet. 1927 war die lange gewünschte Architekturklasse Realität. "Ent-Eitelung", "Zuchthalten" und "Ich-Überwindung" waren Grundsätze des Programms, das sich nun an der Industrie orientierte.
Katja Bose (aktualisiert 18.03.2011)
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Bauhaus in Dessau
Auch dort war die Moderne den Nazis ein Dorn im Auge. Politischen Anfeindungen nicht mehr gewachsen, trat Gropius am neunten Geburtstag des Bauhauses zurück. Sein Nachfolger wurde Hannes Meyer (1889 bis 1954), der Leiter der Architekturklasse.
Hannes Meyers marxistische Gesinnung zeigte sich in der These "Kunst fürs Volk" und in der wachsenden Radikalisierung der Studenten. Aus politischen Gründen wurde Meyer 1930 aus dem Bauhaus entlassen.
Sein Nachfolger Ludwig Mies van der Rohe (1886 bis 1969) war bemüht, das Bauhaus zu entpolitisieren, und schloss die kommunistische Studentenschaft aus. Das Bauhaus wurde in eine Technische Hochschule für Architektur mit Schwerpunkt Einzelhausentwurf umgewandelt.
Auf Antrag der NSDAP musste die Schule Dessau 1932 den Rücken kehren. Als private Schule deklariert, siedelte das Bauhaus nach Berlin über. 1933 wurde es endgültig geschlossen. Namhafte Architekten und Designer, die aus Deutschland emigrierten und sich etwa an amerikanischen Universitäten etablierten, trugen das Label Bauhaus in die Welt.
Auch dort war die Moderne den Nazis ein Dorn im Auge. Politischen Anfeindungen nicht mehr gewachsen, trat Gropius am neunten Geburtstag des Bauhauses zurück. Sein Nachfolger wurde Hannes Meyer (1889 bis 1954), der Leiter der Architekturklasse.
Hannes Meyers marxistische Gesinnung zeigte sich in der These "Kunst fürs Volk" und in der wachsenden Radikalisierung der Studenten. Aus politischen Gründen wurde Meyer 1930 aus dem Bauhaus entlassen.
Sein Nachfolger Ludwig Mies van der Rohe (1886 bis 1969) war bemüht, das Bauhaus zu entpolitisieren, und schloss die kommunistische Studentenschaft aus. Das Bauhaus wurde in eine Technische Hochschule für Architektur mit Schwerpunkt Einzelhausentwurf umgewandelt.
Auf Antrag der NSDAP musste die Schule Dessau 1932 den Rücken kehren. Als private Schule deklariert, siedelte das Bauhaus nach Berlin über. 1933 wurde es endgültig geschlossen. Namhafte Architekten und Designer, die aus Deutschland emigrierten und sich etwa an amerikanischen Universitäten etablierten, trugen das Label Bauhaus in die Welt.



