Auch wenn sie noch so lecker aussieht - die Stopfleberpastete ist ein mit Leid erkaufter Luxus.
Delikate Angelegenheit
Wahrlich eine Gaumenfreude, so eine paté de foie gras! Die Stopfleberpastete zählt zu den begehrtesten Delikatessen der Welt. Doch der Luxus hat einen hohen Preis - nicht nur für den Feinschmecker: Hergestellt wird die Pastete aus der krankhaft verfetteten Leber von Gänsen oder Enten; je weißer und fetter, desto besser. Zur Mast stößt man den Tieren mehrmals täglich ein am oberen Ende trichterförmiges Metallrohr in den Schlund und presst ihnen so bis zu einem halben Kilogramm Maisbrei in den Magen - ein Vielfaches dessen, was sie normalerweise zu sich nehmen. Zum Vergleich: Beim Menschen entspräche die Menge rund zwanzig Kilogramm Nudeln - täglich.Bis auf das Dreizehnfache
Die Folgen dieser grausamen Prozedur sind - neben der gewollten Vergrößerung der Leber, die bis auf das Dreizehnfache ihres normalen Gewichts anschwillt - schwere Verletzungen am Schnabel und an der Speiseröhre sowie ein bis zum Platzen gefüllter Magen. Infizierte Wunden, Bauchfellentzündungen, Herzleiden oder geplatzte Kröpfe führen nicht selten zum elenden Sterben der Tiere. In Deutschland ist die Zwangsmast zwar verboten, doch der Import der so genannten Delikatesse aus Frankreich, Ungarn oder Polen bleibt erlaubt.
Nie ohne Leid
Im Wissen um solche Grausamkeit - müsste einem da nicht der Appetit vergehen? Die selbsternannten Feinschmecker lassen sich den ihren jedenfalls durch solche allgemein bekannten Fakten nicht verderben und genießen weiterhin fleißig Beluga-Kaviar, Hummer und Froschschenkel - alles Delikatessen, deren Herstellung oder auch Zubereitung mit großen Qualen für die Tiere verbunden ist. Nun ließe sich einwenden, dass das Töten von Tieren nie ohne Leid vonstatten geht: Immer müssen die einen sterben, damit andere überleben können. Doch die Grausamkeit der natürlichen Nahrungskette entsteht allein aus der Notwendigkeit des Überlebens.
"Harmloser" Luxus
Anders verhält es sich da mit den delikaten Luxusartikeln: Sie stehen außerhalb jeder Lebensnotwendigkeit, dienen eben nicht vorrangig der Ernährung und der Gesunderhaltung. Sicher, nicht immer handelt es sich bei Delikatessen um Produkte, für die Tiere leiden mussten: Italienische Antipasti, luftgetrockneter Schinken, ausgesuchte Olivenöle oder seltene Trüffel sind "harmloser" Luxus. Das Problem aber ist, dass viele Gourmets zwischen diesen Leckerbissen und einer Foie Gras keinen Unterschied machen. Auf der Suche nach immer neuen Gaumenkitzeln überschreiten sie häufig die Grenze des guten Geschmacks - nur, dass dieses Kriterium für viele Feinschmecker so freilich nicht zählt...
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Infobox
"Es widerspricht der Würde des Menschen, Tiere nutzlos leiden zu lassen und zu töten." So lautet ein Glaubensgrundsatz der katholischen Kirche. Umso erstaunlicher, dass der Genuss von Froschschenkeln in Europa einer kirchlichen Tradition entspringt. Die verbietet es, in der Fastenzeit Fleisch zu essen. Nun wollte man schon im Mittelalter - besonders an den Tischen der besseren Gesellschaft - auf Schlemmereien aber nicht ganz verzichten. So wurden Frösche eben, wie Fische, von der Kirche zum Verzehr frei gegeben. An so einem Frosch ist allerdings kaum etwas dran. Nicht selten landen deshalb gleich bis zu zwanzig Froschschenkel auf einem Teller - und der Rest einfach im Abfall. Bis heute hat sich die grausame Tradition erhalten, nicht nur bei gläubigen Froschessern in Frankreich und der Schweiz sondern bei Gourmets weltweit. Dass den Fröschen die Beine häufig bei lebendigem Leib abgetrennt werden, scheint dabei nicht zu stören. Diese Prozedur ist in Deutschland verboten - die Einfuhr der Delikatesse jedoch nicht. Die Importe stammen meist aus dem asiatischen Raum. Indonesien exportiert jährlich weltweit mehrere Hundert Millionen Tonnen Froschfleisch.


