Gestalten des Lichts
Farben sind keine physikalischen Eigenschaften, sondern Sinneseindrücke im Gehirn. Sie entstehen, wenn Licht auf die Netzhaut des Auges trifft. Seit Jahrhunderten beschäftigen sich Forscher mit der Farbwahrnehmung.Farbkreis von Goethe: Jeder Farbe wird eine menschliche Eigenschaft zugeordnet - der Beginn der Farbpsychologie.
Farbwirkung und -funktion
Ästhetikregeln werden inzwischen von Architekten, Graphikdesignern und Werbeleuten genutzt. Und auch Druckereien und Malerbetriebe setzen Farben ins Verhältnis, um einzelne Schattierungen zu mischen. Farbwirkungen und -funktionen beeinflussen die verschiedensten Disziplinen. Wohl gerade deshalb kann man die Lehre von den Farben keiner einzelnen Wissenschaft zuordnen.
Kugeln, Kegel, Pyramiden
Auf der Suche nach der Einordnung und den Beziehungen der Kolorite schufen Forscher unterschiedliche Darstellungskörper: Erst Farblinien und Kreise, später Kugeln, Kegel und Doppelpyramiden. Zuletzt wurden mathematische Funktionen populär. Besonders eine zentrale Frage verbindet sich immer mit solchen Einordnungsversuchen: Wie viele Grundfarben gibt es? Aus welchen Primärfarben lassen sich alle weiteren Buntheiten mischen? Auch da gehen die Meinungen weit auseinander.
Brechung von Licht
Den experimentellen Nachweis der Farben gab der Physiker Isaac Newton (1643 bis 1727)
in seinem Werk Optik im Jahr 1704. Mittels Zerlegung des Lichts durch ein Prisma konnte er beweisen, dass Farben durch Brechung von Licht entstehen. Jede Farbe besitzt demnach eine bestimmte Wellenlänge. Newton erkannte sieben Spektralfarben: Violettblau, Ultramarinblau, Cyanblau, Grün, Orange und Rot, die er nicht weiter zerlegen konnte.
Die weiße Mitte
Folglich sind Farben die ursprünglichen Bestandteile des Lichts. Da die Farbtöne kontinuierlich ineinander übergehen, fügte Newton die Spektrallinie zu einem Farbkreis zusammen. Damit konnte er zwar gegenüberliegende Farbpaare darstellen, aber keine Hell-Dunkel-Kontraste ablesen. Schwarz und Weiß befinden sich nicht in der Kreisfolge; stattdessen soll die weiße Kreismitte das Licht als Ganzes symbolisieren. Außergewöhnlich schien damals, dass Spektralfarben ein ganz anderes Mischverhalten zeigen als die üblichen Mischungen aus Malfarben.
Sinnliches Verständnis
In vieler Hinsicht konträr zur Newtonschen Interpretation steht die Farblehre Goethes: Fast die Hälfte seines Lebens verbrachte der Universalwissenschaftler mit den "lebendigen Gestalten des Lichts". Sein zweitausend Seiten umfassendes Werk Zur Farbenlehre veröffentlichte er etwa einhundert Jahre nach Newton. Im Unterschied zu Newton besaß Goethe ein sinnlich-psychologisches Verständnis von Farben. In seiner Lehre ging es ihm vor allem um Harmonieverhalten und Farbempfinden des Menschen. Sein System entwickelte er aus dem elementaren Kontrast zwischen Hell und Dunkel. Jede Farbe sei eine Mischung daraus, glaubte Goethe, weshalb er sie auch "Halbschatten" nannte...
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Infobox
Biologisch gesehen...
ist Farbe einzig ein Sinneseindruck. Treffen Lichtstrahlen auf die Netzhaut des Auges erregen sie, je nach Wellenlänge, bestimmte Nervenzellen. Von ihnen besitzt der Mensch zwei Arten: mit den Stäbchen kann er Schwarz-Weiß-Kontraste erkennen, die Zäpfchen sind für einzelne Farbarten zuständig.
Zäpfchen gibt es in drei Typen: L-Zapfen reagieren besonders auf Rot (lange Wellenlängen), M-Zapfen auf Grün (mittlere Wellenlänge) und S-Zapfen auf Blau (kurze Wellen). Die Sinneszellen leiten die jeweilige Erregung zum Gehirn.
Der weitere Verarbeitungsprozess, welcher uns am Ende Farben bewusst macht, ist bis heute noch nicht vollständig erforscht. Der jeweilige Farbton ergibt sich also aus der Kombination der Sinneszellen, er ist nicht auf der Oberfläche des Gesehenen lokalisiert.
ist Farbe einzig ein Sinneseindruck. Treffen Lichtstrahlen auf die Netzhaut des Auges erregen sie, je nach Wellenlänge, bestimmte Nervenzellen. Von ihnen besitzt der Mensch zwei Arten: mit den Stäbchen kann er Schwarz-Weiß-Kontraste erkennen, die Zäpfchen sind für einzelne Farbarten zuständig.
Zäpfchen gibt es in drei Typen: L-Zapfen reagieren besonders auf Rot (lange Wellenlängen), M-Zapfen auf Grün (mittlere Wellenlänge) und S-Zapfen auf Blau (kurze Wellen). Die Sinneszellen leiten die jeweilige Erregung zum Gehirn.
Der weitere Verarbeitungsprozess, welcher uns am Ende Farben bewusst macht, ist bis heute noch nicht vollständig erforscht. Der jeweilige Farbton ergibt sich also aus der Kombination der Sinneszellen, er ist nicht auf der Oberfläche des Gesehenen lokalisiert.


