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Goethe

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9. November 1775: Goethe zieht auf Einladung Carl Augusts nach Weimar. Hier entscheidet er sich für das "tätige Leben" und publiziert im folgenden Jahrzehnt so gut wie nichts Literarisches mehr.
25. Juni 1776: Amtseinführung Goethes als Mitglied des herzoglichen Conseils.
1782: Der Herzog vermietet Goethe das repräsentative Haus am Frauenplan.
April 1782: Carl August besorgt Goethe ein Adelsdiplom. Von nun an muss der Geheimrat bei offiziellen Gelegenheiten nicht mehr am Katzentisch essen.
Anfang 1786: Resignation macht sich breit - einerseits wegen der Resultate des "tätigen Lebens", andererseits wegen der immer angespannteren Beziehung zu Frau von Stein.
September 1786: Goethe flieht heimlich nach Italien. Dort wird er zwei Jahre bleiben (der Herzog zahlt weiter volles Gehalt), und sich der Kunst, den Naturwissenschaften und der Liebe widmen. 1788 kehrt Goethe wieder nach Weimar zurück.

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Goethe und die Frauen
Goethes Leben ist durchzogen von amourösen Verwicklungen, die nicht selten Spuren in seinen Werken hinterlassen haben. Bereits in jungen Jahren, als 16-jähriger Student in Leipzig, erobert Goethe das Herz der Gastwirtstochter Anna Katherina Schönkopf. Den Kampf um die Zuneigung des drei Jahre älteren "Käthchens" beschreibt er in den so genannten Annettenliedern (1767). Doch die Verbindung hat keine Zukunft; Standesunterschiede, Pläne der Eltern und Eifersucht führen 1768 zur Trennung.

Eine kurze aber heftige Liebschaft erlebt Goethe während seines Jurastudiums in Straßburg mit der Pfarrerstochter Friederike Brion, die den Dichter zu den Sesenheimer Liedern (1771) inspiriert. Im Sommer 1772 tritt Charlotte Buff in Goethes Leben. Stürmisch, aber leider aussichtslos, umwirbt der Dichter die bereits mit einem anderen Mann verlobte - und setzt ihr mit den Leiden des jungen Werthers (1774) ein literarisches Denkmal.

Nur ein halbes Jahr hält schließlich die Verlobung mit Anna Elisabeth Schönemann, der Tochter eines reichen Frankfurter Bankiers - vergessen aber wird er "Lili" nie, wie Goethe später in seiner Autobiografie Dichtung und Wahrheit schreibt. 1775 geht der Dichter nach Weimar, wo er Charlotte von Stein kennenlernt. Zur - verheirateten - Hofdame der Herzogin Anna Amalia fühlt sich Goethe zwar leidenschaftlich hingezogen, dennoch soll ihre Beziehung nie über eine tiefe Freundschaft hinausgegangen sein.

Die jedoch erkaltet, als Goethe ohne Abschied nach Italien aufbricht und zerbricht schließlich nach Bekanntwerden der Affäre mit Christiane Vulpius. Seit 1788 lebt die junge Frau aus ärmlichen Verhältnissen mit dem Dichter in "wilder Ehe", bereits 1789 wird Sohn August, einzig überlebendes von insgesamt fünf Kindern, geboren. Fast zwei Jahrzehnte, bis zur Hochzeit 1806, sind Mutter und Sohn den naserümpfenden Anfeindungen des Weimarer Hofes und der Gesellschaft ausgesetzt.