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Händel

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Engländer oder Deutscher?
Nur scheinbar ist diese Frage in Bezug auf Händel leicht zu beantworten. Natürlich, Georg Friedrich Händel kam am 23. Februar 1685 in Halle an der Saale zur Welt. An der deutschen Herkunft besteht also kein Zweifel.

Andererseits verbrachte er den größten - und produktivsten - Teil seines Lebens auf englischem Boden, nämlich die Jahre ab 1712. Vor allem im 19. Jahrhundert reklamierte britischer Nationalstolz den Komponisten unverhohlen für sich: "Es ist wahr, Händel wurde nicht als Engländer geboren, doch nie gab es jemanden, der in Hinblick auf die besten englischen Eigenschaften selbst englischer gewesen wäre", meinte zum Beispiel der Schriftsteller Samuel Butler (1835 bis 1902).

Händels Musik war für viele Briten im Zeitalter des Nationalismus Ausdruck von Überlegenheitsgefühl, manifestiert in Kolossalaufführungen mit fast militärischem Anstrich. Noch 1920 beteiligten sich viertausend Musiker aus allen Regionen des Landes am Großen Händelfestival im Kristallpalast in London.

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Die erste nationalistische...
Bearbeitung eines Händel-Stückes in Deutschland gab es 1914: Ein gewisser Hermann Stephani arbeitete Händels Judas Maccabäus zu einem Oratorium mit dem Titel Der Feldherr um. Etwa 1942, so berichtet Händel-Biograf Hogwood, seien sogar Pläne herangereift, die Texte sämtlicher Oratorien zu "arisieren".

Wirklich bedeutsam für die moderne deutsche Händel-Rezeption sind die Interpretationen von Oscar Hagen in den 1920er Jahren. Hagen, der sich Händels Opern widmete, ging mit dem Material höchst freizügig um. Abstraktionen und symbolistische Elemente zeichneten seine Inszenierungen aus.