Stadt der Träume
Wer "Kalifornien" hört, denkt unweigerlich auch an Hollywood. Mit seinen Stars schickt es nun schon fast seit einhundert Jahren Träume tausendfach in die Welt.Es sind wahrscheinlich die berühmtesten neun Buchstaben der Welt: HOLLYWOOD. Stolz thront der 137 Meter lange Schriftzug über dem gleichnamigen Stadtteil von Los Angeles. Bis vor einem halben Jahrhundert war Hollywood die Hauptstadt des Films, der Stars und des Glamours.
Glamour der Vergangenheit
Doch der Glanz des Ortes ist längst verblasst: Die großen Filmstudios haben sich im Umland niedergelassen, Kriminalität und Prostitution beherrschen den Bezirk. Und "Stars" sieht man hier höchstens beim Spaziergang über den berühmten Walk of Fame auf dem Hollywood Boulevard.
Trotz allem ist Hollywood bis heute Synonym für die amerikanische Filmindustrie. Die hatte ihren Ursprung jedoch in New York, Tausende Kilometer vom sonnigen Kalifornien entfernt: Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts strömte das Publikum dort in die so genannten Nickelodeons, Film-Theater mit Programmen aus mehreren Kurzfilmen. Der Eintrittspreis betrug zehn Cent, einen "Nickel" - daher ihr Name. Durch die große Nachfrage mangelte es jedoch schnell an neuen Filmen, so dass sich einige Theaterbesitzer entschlossen, eigene Filme zu produzieren und zu verleihen.
Vom Textil zum Zelluloid
Einer dieser Filmpioniere war der deutsche Einwanderer Carl Laemmle. Eigentlich wollte er sich 1906 in Chicago mit einem Textilwarenladen selbständig machen, investierte sein Erspartes jedoch anders - in ein Nickelodeon. Zu dieser Zeit versuchte ein mächtiges Kartell, die Motion Picture Parents Company, - durch gezieltes Kaufen von Patenten auf Projektoren, Kameras und Filmrohmaterial - die gesamte Branche zu monopolisieren.
Weil sie sich wehren wollten, gründeten die so genannten Unabhängigen eigene Produktionsgesellschaften - wie Laemmle 1909 seine Independent Motion Picture Company (IMP). Um wirklich unabhängig produzieren zu können, verlegten die kleinen Firmen ihren Sitz nach Kalifornien.
Die ersten Filmstudios in Hollywood waren die Nestor Studios, gegründet 1911. Ein Jahr später schlossen sie sich Universal Pictures an.
Dort fanden sie ideale Bedingungen vor: perfektes Licht, angenehmes Klima und grandiose Naturkulissen. Außerdem half die Entfernung zur Ostküste, Patentstreitigkeiten mit dem Monopol zu umgehen. Billige Arbeitskräfte für Statistenrollen oder Kulissenbauten gab es reichlich. Als Filmstudios dienten anfangs Pferdeställe, Holzschuppen oder Eisenbahnwagen. Die Filme waren noch relativ kurz und zeigten Situationen aus dem Alltag, gespielt von Laiendarstellern.
1912 schloss sich Laemmles IMP mit anderen kleinen Firmen zusammen - Universal Pictures entstand. Die 1915 eingeweihte Universal City war für eine Weile das größte Studio der Welt. In den nächsten Jahren siedelten sich noch mehr Firmen an, wobei viele bald von finanzstärkeren Konkurrenten aufgekauft wurden.
Sterne und Fabriken
Universal, Warner Bros. oder Metro-Goldwyn-Mayer - die so genannten Major Companies - beherrschten rasch achtzig Prozent des Filmmarktes. Die Filme hatten nun Spielfilmlänge und die Schauspieler waren keine Unbekannten mehr - die Studios machten sie jetzt zu ihren Stars. In den dreißiger und vierziger Jahren wurde die komplette Filmherstellung auf rationelle Produktion ausgerichtet: Hollywood war nun wirklich eine Traum-Fabrik. Dieser Status hielt zunächst bis in die 1950er Jahre.
So hatte der Durchbruch des Fernsehens Jahren gravierende Konsequenzen: Um noch Menschen in die Kinos zu locken, musste man ihnen Außerordentliches bieten. Die Studios verfielen in Ausstattungswahn - häufig führte das zu großen finanziellen Verlusten. Es folgte eine Art Ausverkauf: Banken und branchenfremde Konzerne übernahmen die Studios, und mittlerweile bestehen die alten Gesellschaften oft nur noch dem Namen nach. Das einstige Hollywood-Imperium ist Vergangenheit.
Restaurierter Glamour
Gegen das Vergessen gehen die Verantwortlichen der Stadt nun aber vor: Filmpaläste, wie das Egyptian Theatre und das El Capitain, wurden restauriert. Auch der Glamour der Stars soll wieder auf Hollywood abfärben - zumindest einmal im Jahr, wenn im neu gebauten Kodak-Theatre die Oscars verliehen werden. Dass Hollywood jetzt auch einen Metroanschluss hat, interessiert da wohl nur nebenbei...
Ulrike Wolf (aktualisiert 15.02.2012)
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Große Lettern
Das Wahrzeichen Hollywoods sind die weit sichtbaren Buchstaben in den Hollywood Hills. Der 1923 aufgestellte Schriftzug lautete ursprünglich "Hollywoodland" und sollte nur anderthalb Jahre lang für eine Immobilienfirma werben.
Die Kosten für die 15 Meter hohen Buchstaben betrugen 21.000 Dollar, 4.000 Glühbirnen sorgten damals für die nächtliche Beleuchtung. 1945 blieb nur noch "Hollywood" übrig. 1978, zum 75. Geburtstag der Stadt, leuchtete der Schriftzug wieder.
Mittlerweile ist das Gelände rund um den Schriftzug abgesperrt und videoüberwacht. Per Webcam kann sich jeder den berühmten Schriftzug ins Wohnzimmer holen.
Das Wahrzeichen Hollywoods sind die weit sichtbaren Buchstaben in den Hollywood Hills. Der 1923 aufgestellte Schriftzug lautete ursprünglich "Hollywoodland" und sollte nur anderthalb Jahre lang für eine Immobilienfirma werben.
Die Kosten für die 15 Meter hohen Buchstaben betrugen 21.000 Dollar, 4.000 Glühbirnen sorgten damals für die nächtliche Beleuchtung. 1945 blieb nur noch "Hollywood" übrig. 1978, zum 75. Geburtstag der Stadt, leuchtete der Schriftzug wieder.
Mittlerweile ist das Gelände rund um den Schriftzug abgesperrt und videoüberwacht. Per Webcam kann sich jeder den berühmten Schriftzug ins Wohnzimmer holen.
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Big Five & Little Three
Der Begriff Studiosystem steht für die Filmindustrie Hollywoods der 1920er bis 1940er Jahre. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch der europäischen Filmbranche bildete sich in den USA ein Oligopol aus fünf Großunternehmen, den Big Five, heraus.
Diese Filmfirmen, auch Majors genannt, produzierten nicht nur Filme, sondern vertrieben sie auch. In den 1930er und 1940er Jahren machten sie neunzig Prozent der amerikanischen Filmproduktion und sechzig Prozent der weltweiten Produktion aus.
Im Besitz der "großen Fünf" befanden sich die wichtigsten Filmtheater der USA, die siebzig Prozent der landesweiten Einspielergebnisse abwarfen. Die Marktmacht war damit gesichert. Die USA teilten sich die Konzerne untereinander in Vertriebs-Gebiete auf, nur in den größeren Städten kam es zur direkten Konkurrenz.
Neben den Big Five - Paramount Pictures, 20th Century Fox, Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), Warner Bros. und Radio Keith Orpheum RKO Pictures - gab es noch drei kleinere, ins Oligopol integrierte Studios. Das waren: Columbia Pictures, Universal Pictures und United Artists. Die Little Three hatten allerdings geringeren Einfluss, da sie keine Filmtheater besaßen.
Der Begriff Studiosystem steht für die Filmindustrie Hollywoods der 1920er bis 1940er Jahre. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch der europäischen Filmbranche bildete sich in den USA ein Oligopol aus fünf Großunternehmen, den Big Five, heraus.
Diese Filmfirmen, auch Majors genannt, produzierten nicht nur Filme, sondern vertrieben sie auch. In den 1930er und 1940er Jahren machten sie neunzig Prozent der amerikanischen Filmproduktion und sechzig Prozent der weltweiten Produktion aus.
Im Besitz der "großen Fünf" befanden sich die wichtigsten Filmtheater der USA, die siebzig Prozent der landesweiten Einspielergebnisse abwarfen. Die Marktmacht war damit gesichert. Die USA teilten sich die Konzerne untereinander in Vertriebs-Gebiete auf, nur in den größeren Städten kam es zur direkten Konkurrenz.
Neben den Big Five - Paramount Pictures, 20th Century Fox, Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), Warner Bros. und Radio Keith Orpheum RKO Pictures - gab es noch drei kleinere, ins Oligopol integrierte Studios. Das waren: Columbia Pictures, Universal Pictures und United Artists. Die Little Three hatten allerdings geringeren Einfluss, da sie keine Filmtheater besaßen.




