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Kosmetik

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Was ist ein schönes Gesicht?
Forscher gingen der Sache auf den Grund. Digitale Bildverarbeitung gab ihnen die Mittel an die Hand: Um ein Abbild idealer Proportionen zu erschaffen, reicht es aus, Daten vieler realer Gesichter in den Computer einzugeben. Der rechnet dann, Pixel für Pixel, einfach Durchschnittswerte aus. Regel: Je mehr Gesichter die Datenbasis bilden, desto schöner gerät das Resultat. Lange Nasen, spitze Kinne und Pickel verschwinden wie von Geisterhand. Schönheit ist eben doch nur ein statistischer Mittelwert!

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Glatte Haut per Injektion
Botox lautet der Name eines umstrittenen Schönheitsprodukts, das aus dem Nervengift Botulinumtoxin hergestellt wird. Unter die Gesichtshaut gespritzt, lähmt es die Muskeln und glättet die Falten darüber. Nach etwa zwei bis sechs Monaten lässt die Wirkung nach. Nicht nur bei Hollywoodstars ist die Prozedur derzeit in Mode; manche deutsche Schönheitsklinik bietet sogar eine "Botox-Flatrate" an. Was hinter dem Wundermittel steckt, ist vielen Patienten jedoch nicht bewusst.

Bei Botulinumtoxin handelt es sich um das stärkste bekannte Gift. Wird es intravenös verabreicht, liegt die tödliche Dosis für einen Menschen bei 0,003 Mikrogramm. Der Name leitet sich ab von den lateinischen Begriffen botulus (= Wurst) und toxin (= Gift). 1895 identifizierte der belgische Mikrobiologe Emile van Ermengem das Bakterium Clostridium botulinum in verdorbenen Fleischkonserven. Dadurch hervorgerufene Nahrungsmittelvergiftungen verlaufen oft tödlich: Das "Wurstgift" blockiert die Signalübertragung vom Nerv zum Muskel - Betroffene sterben qualvoll an Atemlähmung.

Stark verdünnt kann Botulinumtoxin jedoch bei der Behandlung diverser Erkrankungen helfen. So kommt es heute bei über fünfzig Nerven- und Muskelkrankheiten zur Anwendung. Dass das Präparat auch Falten glättet, fanden amerikanische Ärzte Ende der 1980er Jahre heraus. Seitdem wird Botox zunehmend zu kosmetischen Zwecken eingesetzt. Dennoch gilt es weiter als Medikament.

Aus diesem Grund greift bei Botox das Tierversuchsverbot für Kosmetika nicht. Und hinter der Herstellung steckt immenses Tierleid: Weil das Gift so gefährlich ist, muss jede Produktionseinheit auf ihre Sicherheit geprüft werden. Dazu spritzt man Mäusen die Testsubstanz in die Bauchhöhle. Zwischen hundert- und dreihunderttausend Versuchstiere werden so jährlich zu Tode gequält. Wegen der erhöhten Nachfrage steigt diese Zahl in Zukunft sicher noch an.