Streben nach dem Ideal
Schönheit ist vergänglich, so besagt eine Binsenweisheit; spätestens der Tod macht ihr den Garaus. Dennoch jagen wir ihr alle nach - auch wenn die Gesundheit dabei auf der Strecke bleibt.Mittlerweile schönheitschirurgischer Alltag: die Fettabsaugung. (Bild: Patrik Stollarz/ddp)
Leiden für die Mode
Nun ist es ja nichts umstürzend Neues, dass Menschen dem Ideal eines wohlgeformten Körpers, eines faltenfreien Gesichts huldigen. Zu allen Zeiten bemühten sich Angehörige verschiedenster Kulturen darum, ihre äußere Erscheinung dem dominanten ästhetischen Leitbild anzupassen. Bisweilen unterwarfen sie sich dafür den absonderlichsten Moden. Der Satz "Wer schön sein will, muss leiden", besitzt nicht erst seit gestern Gültigkeit.
Lotosfüße und Tellerlippen
Jahrhundertelang waren in China so genannte Lotosfüße en vogue. Damit Frauenfüße eine zierliche Form bewahrten, umwickelte man sie bereits im Kindesalter fest mit Bandagen. Für die Mädchen war die Prozedur eine einzige Qual: Zehen faulten, Knochen barsten, im besten Fall erlosch jegliches Gefühl im Fuß. Und dennoch unterzogen krüppelfüßige Mütter ihre Töchter der gleichen Tortur: Schließlich galten Lotosfüße als Zeichen von Reichtum; nur Bauern ließen ihre Füße frei wachsen.
Andere Völkern finden Gefallen daran, wenn die Haut gänzlich mit kleinen runden Narben überzogen ist - eine auch nicht ganz schmerzfreie Methode zur Verschönerung, die beispielsweise in Neuguinea angewandt wird. Wieder andere, meist in Afrika, dehnen ihre Unterlippen mit Holzscheiben bis auf Tellerumfang. Je elastischer die Lippe, umso begehrenswerter wirkt Mann oder Frau auf das andere Geschlecht.
Ideal im Wandel
Über Geschmack ließe sich in all den Fällen trefflich streiten. Doch so seltsam die Bräuche fremder Kulturen auch anmuten - ein kurzer Blick zurück reicht aus, um zu zeigen, dass selbst innerhalb Europas die Vorstellung von dem, was schön ist, krasseste Wendungen vollzog. Jede Epoche gebar ihr eigenes Ideal, das den jeweiligen modischen Zeitgeist verkörperte.
Elisabeth I. von England (1533 bis 1603) sorgte sich um ihren bleichen Teint - und ruinierte ihre Gesichtshaut mit Bleiweiß. (Detail aus dem Gemälde eines anonymen Künstlers)
Dick oder dünn?
Aber nicht nur die gesellschaftlich erwünschte Tönung der Epidermis war dem Wandel unterworfen; auch die als ansehnlich erachtete Fülle des Leibes schwankte zwischen schlank und üppig hin und her. Die Renaissance beispielsweise forderte volle Brüste, weiches Fleisch, dicke Pos und stämmige Schenkel. In den Künsten pries man Korpulenz - und trieb damit dünne Frauen so weit, sich regelrecht zu mästen, um dem Ideal zu entsprechen.
Ungesund aber chic
Der Trend hat sich umgekehrt: Derzeit ist Schlankheit oberstes Gebot. Das wiederum bringt die kräftiger Gebauten in Zugzwang. Bedenklich ist das per se nicht - immer gab es mehr Menschen, die dem Leitbild eben nicht entsprachen und sich (oft vergeblich) abmühten, ihm nahe zu kommen. Und seit jeher griff man dabei mitunter zu Mitteln, die allein der Mode dienten, der Gesundheit aber schadeten - auch das ist keine gänzlich neue Erscheinung...
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Infobox
Ist der Mensch zu leicht oder zu schwer?
Zwecks Entscheidung dieser Frage empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Body- Mass-Index (BMI). Es ist der Quotient aus Körpergewicht (in Kilogramm) und dem Quadrat der Körperhöhe in Metern (BMI = kg/qm).
Ein Erwachsener, der 1,82 m groß und 78 kg schwer ist, hat also einen BMI von gerundet 23,5. Ein BMI von weniger als 18,5 signalisiert Untergewicht; ist der Index höher als 25, deutet das auf Übergewicht hin. Auf Kinder und Jugendliche kann die Formel pur nicht angewandt werden; hier ziehen Ärzte zusätzlich Wachstumskurven zu Rate.
Zwecks Entscheidung dieser Frage empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Body- Mass-Index (BMI). Es ist der Quotient aus Körpergewicht (in Kilogramm) und dem Quadrat der Körperhöhe in Metern (BMI = kg/qm).
Ein Erwachsener, der 1,82 m groß und 78 kg schwer ist, hat also einen BMI von gerundet 23,5. Ein BMI von weniger als 18,5 signalisiert Untergewicht; ist der Index höher als 25, deutet das auf Übergewicht hin. Auf Kinder und Jugendliche kann die Formel pur nicht angewandt werden; hier ziehen Ärzte zusätzlich Wachstumskurven zu Rate.
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Gefahren der künstlichen Sonne
Ein gebräunter Teint gehört heute ebenso zum guten Aussehen wie eine schlanke Figur. Viele Deutsche gehen ins Solarium, um auch in den sonnenarmen Monaten nicht auf gebräunte Haut verzichten zu müssen. Etwa 14 Millionen Menschen besuchen hierzulande regelmäßig das Sonnenstudio - ungeachtet des Risikos für die Gesundheit.
Die künstlich erzeugte UV-Strahlung der Sonnenstudios erhöht erheblich das Krebsrisiko, stellten Wissenschaftler der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) fest. Zudem schädigt der Einfluss von UV-Strahlen die Augen und beschleunigt die Hautalterung.
Ursache sind langwellige UVA-Strahlen, die Sonnenbänke in der Regel ausstrahlen: Sie dringen tief in die Haut ein und schädigen die Hautfasern. In Sonnenstudios, die sowohl UVA- als auch UVB-Strahlung einsetzen, steigt die Sonnenbrandgefahr und damit noch zusätzlich das Krebsrisiko.
Dermatologen warnen, bei jungen Menschen, die sich regelmäßig künstlich bräunen, sei das Hautkrebsrisiko besonders hoch. Seit 2009 untersagt deshalb ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren den Zutritt zu Solarien.
Die Strahlenschutzkommission (SSK) rät sogar grundsätzlich von dem Gang ins Sonnenstudio ab. Etwa 195.000 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr an Hautkrebs, rund 24.000 davon an bösartigem schwarzem Hautkrebs - Tendenz steigend.
Ein gebräunter Teint gehört heute ebenso zum guten Aussehen wie eine schlanke Figur. Viele Deutsche gehen ins Solarium, um auch in den sonnenarmen Monaten nicht auf gebräunte Haut verzichten zu müssen. Etwa 14 Millionen Menschen besuchen hierzulande regelmäßig das Sonnenstudio - ungeachtet des Risikos für die Gesundheit.
Die künstlich erzeugte UV-Strahlung der Sonnenstudios erhöht erheblich das Krebsrisiko, stellten Wissenschaftler der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) fest. Zudem schädigt der Einfluss von UV-Strahlen die Augen und beschleunigt die Hautalterung.
Ursache sind langwellige UVA-Strahlen, die Sonnenbänke in der Regel ausstrahlen: Sie dringen tief in die Haut ein und schädigen die Hautfasern. In Sonnenstudios, die sowohl UVA- als auch UVB-Strahlung einsetzen, steigt die Sonnenbrandgefahr und damit noch zusätzlich das Krebsrisiko.
Dermatologen warnen, bei jungen Menschen, die sich regelmäßig künstlich bräunen, sei das Hautkrebsrisiko besonders hoch. Seit 2009 untersagt deshalb ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren den Zutritt zu Solarien.
Die Strahlenschutzkommission (SSK) rät sogar grundsätzlich von dem Gang ins Sonnenstudio ab. Etwa 195.000 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr an Hautkrebs, rund 24.000 davon an bösartigem schwarzem Hautkrebs - Tendenz steigend.



